Sportfischer eröffnen Saison

Hoffen auf den dicksten Fisch

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Gemeinsam mit seinem erfahrenen Kameraden Peter Köhl versucht Angler-Urgestein Arnold Lang (links) sein Glück am Platz unterhalb des Klubheims.

Obertshausen - Auch für den Angelsportverein hat die Saison 2018 begonnen. Die rund 40 Aktiven trafen sich gestern zum Anangeln am Vereinsgewässer an der Heusenstammer Straße. Anschließend war Geselligkeit auf der ASV-Terrasse angesagt. Von Michael Prochnow 

Liegestühle, Sonnenschirme und Tische auf der Wiese, strahlender Sonnenschein und angenehme Temperaturen. Für die einen gibt’s da nichts Schöneres, als ein Bier oder einen Kaffee im Freien zu genießen. Für die anderen liegt der ideale Platz auf einem Klapphocker am Ufer des Anglersees im Rabenhaus. Über sieben Hektar erstreckt sich die Wasseroberfläche im Südwesten der Stadt, die Gaststätte Seeblick mit ihrem Panorama vom erhöhten Standort aus gehört zu den beliebten Ausflugszielen in der Region.

Die meisten Angler haben sich am Südufer des Gewässers verteilt, „dort beißen die Fische heute besser“, erklärt Arnold „Arne“ Lang. Der Pressesprecher des Vereins ist mit seinem erfahrenen Kameraden Peter Köhl am Abhang unterhalb des Klubheims geblieben. Ein Paar Nilgänse landet graziös und hintereinander. Der Gander marschiert schnurstracks auf ein Vogelhäuschen zu, verjagt unterwegs noch einen Erpel.

Mit mehreren Zentnern Futter gelingt es Lang, fünf Meisenarten, Kleiber und Buntspecht zu halten. „Es gibt kaum noch Insekten“, erläutert das Vorstandsmitglied. Nach Kräften greifen die Sportfischer der Natur unter die Arme. In Abstimmung mit dem Naturschutzbund haben sie eine Insel ersetzt, die durch den hohen Wasserstand untergegangen ist. Für den Haubentaucher haben sie eine künstliche Brutinsel gebaut und verankert.

Um Schläuche auf dem Grund des Sees zu befestigten, engagierten die Angler Hobbytaucher. Die Zuläufe transportieren Sauerstoff in das Gewässer. Dazu unterhält der Verein eine spezielle Pumpe in einem eigenen, kleinen Gebäude: Ein Rad dreht sich, sodass die Zylinder an den „Speichen“ immer wieder nach unten rutschen und dabei Luft in das System pressen.

Diese Einrichtung unterhält und wartet die Gemeinschaft in Eigenregie. In weit mehr als 500 Arbeitsstunden im Jahr schneiden die Angelfreunde Hecken und Erlen am Ufer, halten die Angelplätze frei und pflegen den Wein am Haus. Sie säen Gras und mähen die Wiese, befreien den See von Laub, weil die Blätter sonst verfaulen. Regelmäßig setzen sie 580 Kilogramm Weißfisch ein, Welse, Rotaugen und Karpfen, die sich auch selbst vermehren, sowie Forellen und Zander, die das nicht tun.

Bei ihrer Sportfischer-Prüfung lernten die Angler die Arten zu unterscheiden. Das ist wichtig, weil etwa eine Karausche grundsätzlich zurück ins Wasser geworfen werden muss. Ein Zander darf nur in die Pfanne wandern, wenn er zwischen 50 und 100 Zentimeter misst. „Ohne uns gäbe es dieses Idyll gar nicht“, betont der Sprecher. Mitglieder der 83-jährigen Vereinigung haben dafür gesorgt, dass drei Kieslöcher miteinander zu einem See verbunden werden.

Jetzt sei es Zeit, Nachwuchs zu gewinnen. Jugendwart Patrick Neudeck und Gewässerwart Jean Gugutzer brechen mit den 15 vorhandenen Schülern regelmäßig zum Nachtangeln auf, bei dem sie in einem Wetterschutz übernachten. Die Mädchen und Jungen sind auch in den Naturschutz und die Pflege des Geländes eingebunden. „Für mich hat Angeln etwas mit innerer Ruhe zu tun“, formuliert Arne. „Trotzdem stehst du auch unter Anspannung, bist ständig auf der Hut.“ Jugendliche bevorzugen elektronische Hilfen – beißt ein Fisch an, piepst ein Bewegungsmelder.

Am 12. Mai folgt ein Freundschaftsangeln, Interessierte sind an jedem ersten Freitag im Montag zum offenen Vereinsabend willkommen, an dem es auch Handkäs’, Forelle und hessische Worscht gibt.

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