Mehr als 50 Leute halfen bei Suche

„Flora“ wieder da - und wohlauf

+
Die seit Dienstag vermisste Mischlingshündin „Flora“ wurde von ihren Besitzern unverletzt gefunden.

Obertshausen - Freude und große Erleichterung bei Roland Schäfer und dessen Lebenspartnerin Sigrid Trier. Von Karl-Heinz Otterbein

Ihre etwa zehnjährige Mischlingshündin „Flora“, die am vergangenen Dienstag von einem Grundstück an der Seligenstädter Straße entlaufen war, und vor der zunächst jede Spur fehlte, ist wieder daheim. Der Obertshausener und seine Lebenspartnerin haben „Flora“ am Sonntagmorgen auf dem Parkplatz der TSV Lämmerspiel im Offenbacher Weg gefunden. Eine umfangreiche Suche fand so ein glückliches Ende.

„Flora geht es gut. Sie ist unverletzt“, erklärte der 55-Jährige gestern in einem Gespräch mit unserer Zeitung. „Sie ist aber nach 118 Stunden Herumirren noch etwas verwirrt. Außerdem hat sie etwa vier Kilogramm abgenommen.“ Als Grund für das Weglaufen der Mischlingshündin vermutet Schäfer, dass ihr bester tierischer Freund, der Bernhardiner „Orsino“ eingeschläfert werden musste.

„Orsino“ litt an Lähmungserscheinungen

„Orsino“ litt an Lähmungserscheinungen an den Hinterläufen, auch musste er seit drei Jahren zahlreiche Medikamente nehmen“, sagte Schäfer. „Möglicherweise wurde der zuletzt etwa sieben oder acht Jahre alte Bernhardiner, der ursprünglich aus Italien stammt, dort in jungen Jahren mit einer Eisenstange geschlagen.“

Als Schäfer und seine drei Jahre ältere Lebenspartnerin „Orsino“ im August 2009 aus dem Tierrefugium Hanau holten, nachdem sie in unserer Serie „Ich bin ein Tier und will zu Dir!“ über ihn gelesen hatten, wollte „Flora“ schon damals nicht ohne ihn sein. Daher entschlossen sich Roland Schäfer und Sigrid Trier, auch die ursprünglich aus Spanien stammende Mischlingshündin bei sich aufzunehmen und ihnen in der Beethovenstraße ein neues Zuhause zu geben. Die beiden Hunde waren unzertrennlich - bis zum vergangenen Dienstag. Als Schäfer an diesem Tag „Orsino“ zum Tierarzt brachte, um ihn einschläfern zu lassen, ließ er „Flora“ bei der Schwester seiner Lebenspartnerin in der Seligenstädter Straße in Hausen. Aus deren Garten entlief die Hündin, möglicherweise weil sie „Orsino“ vermisste.

Rund 200 Steckbriefe verteilt

Roland Schäfer und Sigrid Trier gingen unverzüglich auf die Suche nach „Flora“, von der zunächst jede Spur fehlte, Sie weiteten die Suche im Laufe der nächsten Tage aus, baten Freunde, Verwandte und Bekannte um Mithilfe. Zudem hängten sie rund 200 Steckbriefe im Gebiet zwischen Obertshausen, Lämmerspiel und Mühlheim unter anderem am Bäumen, in Supermärkten und an S-Bahn-Stationen aus und baten so auch die Bevölkerung um Hilfe. Und schließlich wandten sie sich mit der Bitte um Berichterstattung auch an unsere Zeitung.

„Wir sind von der Hilfsbereitschaft überwältigt“, sagt Schäfer. „Uns haben bestimmt mehr als 50 Leute bei der Suche geholfen, auch das Tierrefugium Hanau hat einen Suchtrupp aufgestellt. Lediglich der zuständige Jagdpächter hat sich nicht eben kooperativ gezeigt und uns geraten, doch besser auf unseren Hund aufzupassen“.

Durch acht oder neun Hinweise aus der Bevölkerung erfuhren Schäfer und seine Lebenspartnerin in den vergangenen Tagen, dass sich „Flora“ wohl im Wald zwischen Lämmerspiel und Offenbach aufhielt, auch im Hausener Waldpark wurde die Mischlingshündin gesehen.

Lesen Sie dazu auch:

Hündin "Flora" aus Obertshausen vermisst

„Wir haben in jeder freien Minute nach „Flora“ gesucht, Ich glaube alleine ich habe in den letzten Tagen mehr als 100 Kilometer zu Fuß zurückgelegt. Doch schließlich war die Suche erfolgreich und am Sonntagmorgen gegen 7.20 Uhr haben wir sie auf dem Parkplatz der TSV Lämmerspiel gefunden“, sagt Schäfer. „Flora hatte sich dort in einem Gebüsch versteckt. Als sie das Auto meiner Lebenspartnerin hörte, kam sie schließlich heraus.“

Zurück in der Beethovenstraße wird „Flora“ zunächst ständig beaufsichtigt, auf dass sie nicht nocheinmal ausbüxt. „Ich glaube, Flora hat inzwischen realisiert, dass Orsino nicht mehr da ist“, sagt Schäfer. „Sie wird hoffentlich bald darüber hinweg kommen.“

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare