Naturschützer fordern Leinenzwang für Vierbeiner

Hund jagt Storch: Halterin uneinsichtig 

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Ein paar Male haben sich die Störche in diesem Jahr bereits in Obertshausen beobachten lassen.

Obertshausen - Der Frühling ist da und mit steigenden Temperaturen erwacht auch die Natur aus dem Winterschlaf und die Brut- und Setzzeit für Wildtiere beginnt. Diese werden jedoch häufig von freilaufenden Hunden aufgeschreckt. Von Thomas Holzamer

Der NABU fordert daher eine generelle Anleinpflicht in dieser Zeit. Die Störche haben sich wieder in Obertshausen blicken lassen. So lautet die gute Nachricht, die Peter Erlemann, Vorsitzender der Ortsgruppe des Naturschutzbunds Deutschland (NABU), in dieser Woche verkünden konnte. Viele Obertshausener Bürger hatten sich im Vorjahr über die Weißstörche am Wiesenhof gefreut. Und sie waren betroffen, dass die kleinen Jungen der kühlen und nassen Witterung zum Opfer gefallen sind, erinnert sich Erlemann.

Nachdem die Tiere in diesem Jahr zunächst haben auf sich warten lassen, waren sie in den vergangenen Tagen wenige Male zu sehen. So auch am Dienstag, als einer der Vögel in den Wiesen nach Nahrung suchte. Jedoch nicht lange, berichten die Obertshausener Naturschützer, die beobachteten, wie der freilaufende Hund einer Spaziergängerin auf den Storch zu rannte und ihn aufschreckte. Dies sei besonders ärgerlich, da die Frau zuvor darauf hingewiesen wurde, ihren Hund in der Brut- und Setzzeit doch an die Leine zu nehmen. Und darauf mit dem Kommentar „Mein Hund wildert nicht“ reagierte, so Erlemann. Dieser Vorfall zeige wieder einmal, dass, wie in einigen Nachbargemeinden, auch in Obertshausen eine Anleinpflicht in der Brut- und Setzzeit gelten müsse, fordert der NABU. Denn es stehe außer Frage, dass es durch frei laufende Hunde immer wieder zu Störungen und Gefährdungen der Tierwelt komme. An dieser Stelle sei die Politik gefragt, an die die Naturschützer appellieren. Sicher gebe es auch viele Hundehalter, die verantwortungsbewusst handeln, doch solche Erlebnisse ließen das Positive schnell in den Hintergrund rücken.

Die Gefahrenabwehrverordnung der Stadt Obertshausen schreibt zwar eine allgemeine Leinenpflicht innerhalb des bebauten Stadtgebiets vor und hält auch fest, „der Abstand zwischen Hundeführerin oder Hundeführer und dem angeleinten Hund darf zwei Meter nicht überschreiten“. Eine allgemeine Leinenpflicht für Hunde in der Brut - und Setzzeit ist jedoch bisher nicht vorgesehen.

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Man wisse zwar, dass viele Hundebesitzer die Naherholungsflächen gemeinsam mit Spaziergängern, Sportlern und Erholungssuchenden nutzen und es dabei regelmäßig zu Begegnungen komme, vertraue aber auf die Vernunft der Hundehalter, so der Erste Stadtrat Michael Möser. „Um Konflikte zu vermeiden, und zum Schutz der Vögel und des Wilds sollten Hundebesitzer ihre Tiere an die Leine nehmen“, appelliert er. „Die meisten Hundebesitzer verhalten sich schon richtig und so hoffen wir, dass Herrchen und Frauchen auch ohne einen Leinenzwang besonders rücksichtsvoll mit ihrem Vierbeiner im Wald, im Feld und auf den Wiesen unterwegs sind“.

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