Immer gute Laune beim Singen

Chor „Blue Notes“ sucht Nachwuchs

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Chorleiter Marcus Rüdel gelingt es, den Sängerinnen und Sängern auch rhythmische und harmonische Besonderheiten näher zu bringen.

Obertshausen - Schon einmal haben die Aktiven des Chors „Blue Notes“ in der Sängervereinigung Hausen Erfolg gehabt mit einem kostenlosen offenen Workshop. Warum das Ganze also nicht wiederholen? Von Julia Jäger 

„Ich weiß, das sieht jetzt etwas lustig aus, aber keine Sorge: Nur ich kann euch sehen!“ Chorleiter Marcus Rüdel ist bester Laune und animiert die rund 60 Teilnehmer des offenen Chorworkshops dazu, sich durchzuschütteln, abzuklopfen und aufzuwärmen. Bereits zum zweiten Mal hat der 2012 gegründete Jazz-, Rock- und Pop-Chor „Blue Notes“ der Sängervereinigung Hausen einen Workshop für Gesangsbegeisterte organisiert. In diesem Jahr sind die Sängerinnen und Sänger wieder in den Räumlichkeiten von Holzland Becker zusammengekommen, um unter dem vielsagenden Motto „Wir haben die Lizenz zum Tönen“ internationale Popsongs und berühmte Filmmelodien einzustudieren.

Gleich der erste Song entführt die Teilnehmer nach Südamerika. Mit dem Kanon „Un Poquito Cantas, Un Poquito Bailas“ lässt der Chor die südliche Sonne an diesem nebeligen Morgen aufgehen. Es dauert nicht lange, bis sich das Latinogefühl auch auf den letzten Sänger übertragen hat und so schwingen bald alle die Hüften und wiegen sich zum Rhythmus der Musik. „Me gusta – Das gefällt mir!“, lacht eine Sängerin begeistert.

„Wer kennt dieses Lied nicht?“, fragt Marcus Rüdel, als er die Noten zum Fools-Garden-Song „Lemon Tree“ verteilt. Humorvoll, souverän und professionell führt er durch das breite und abwechslungsreiche Chorprogramm. Der studierte Saxophonist und Pianist erklärt immer wieder rhythmische und harmonische Besonderheiten und weiß genau, mit welchen Tricks er diese den Sängerinnen und Sängern näherbringen kann.

Obwohl die meisten den Song „Lemon Tree“ tatsächlich noch aus den Neunzigern kennen, stecken in diesem Arrangement einige kleine Herausforderungen, die die volle Konzentration des Chores fordern. Ähnlich ist es beim nächsten Swingstück „Don’t Worry, Be Happy“, das die Sänger zum Pfeifen und Schnipsen animiert und einfach gute Laune macht.

„Wobei man beim Singen eigentlich immer gut Laune hat, egal wann und wo“, sagt Mawju Heber. „Das kann auch einfach nur unter der Dusche sein“, fügt sie lachend hinzu. Mawju ist heute zum ersten Mal bei einem Chorworkshop dabei. Sie hat aber bereits Erfahrung aus dem Kirchenchor der Evangelischen Gemeinde in Offenbach-Bieber.

Am Singen schätzt Mawju Heber besonders die Gemeinschaft, die durch das Musizieren entsteht. Auch wenn sie keine Vorstellung hatte, was sie bei diesem Workshop der „Blue Notes“ erwartet, ist sie begeistert. „Ich finde es richtig klasse und es sind einfach tolle Lieder mit viel Power, die wir hier erarbeiten“, berichtet sie strahlend.

Damit ist die Idee des Workshops voll aufgegangen. Nachdem der Chor immer mehr Mitglieder verloren hatte, sei im letzten Jahr die Idee entstanden, mit einem offenen Training Aufmerksamkeit zu erregen, erläutert Chorsprecherin Silke Hentschel. Einige neue Mitglieder konnte der Chor dadurch im vergangenen Jahr gewinnen.

Die Resonanz war groß und so wurde in diesem Jahr der zweite Workshop gestartet. „Auf diese Weise können wir einfach zeigen, dass wir eine tolle Gruppe sind, die gerne singt und für noch viel mehr zu haben ist“, fügt Hentschel hinzu.

Sicher werden sich nach diesem unterhaltsamen und lehrreichen Samstag wieder einige neugierige Sänger und Sängerinnen finden, die den Chor künftig mit ihrer Stimme und ihrer Freude bereichern.

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