„Wir sehen uns als klaren Sieger“

In Obertshausen gewinnen die Grünen deutlich

Wahlbeteiligung nahezu konstant: Insgesamt haben 43,6 Prozent der Wahlberechtigten in Obertshausen ihre Stimme abgegeben. Symbol
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Wahlbeteiligung nahezu konstant: Insgesamt haben 43,6 Prozent der Wahlberechtigten in Obertshausen ihre Stimme abgegeben. Symbol

Nach dem Ende einer Wahl ist erst einmal Warten angesagt. Wer gewinnt oder verliert ist erst ersichtlich, wenn alle Stimmen ausgezählt sind. Das kann bei manchen Wahlen, wie die eines Bürgermeisters, etwas schneller gehen – bei anderen dauert es länger. So auch bei der Kommunalwahl. Allein durch den Wahlmodus des Panaschierens und Kumulierens nimmt diese Art der Auswertung deutlich mehr Zeit in Anspruch, als es bei anderen Wahlen der Fall ist.

Obertshausen -Trotzdem hatten es die Mitarbeiter der Stadt Obertshausen geschafft, bereits einen Tag nach der Kommunalwahl alle Stimmen auszuwerten. Leider konnten diese Ergebnisse aufgrund eines technischen Fehlers erst am Dienstagmorgen veröffentlicht werden. Unabhängig von der Dauer der Auszählung spricht das Ergebnis für sich.

Ganz gemäß des Bundestrends zählen die Grünen zu den großen Gewinnern. Während sie vor der Wahl mit lediglich vier Parlamentariern in der Stadtverordnetenversammlung vertreten waren, konnten sie die Anzahl ihrer Sitze mit sieben Mandaten nahezu verdoppeln. Tobias Koch, Sprecher des Grünenvorstands, zeigte sich begeistert von dem Ergebnis. „Wir sind mit dem ehrgeizigen Ziel in die Wahl gestartet, dass wir unsere Sitze verdoppeln wollten, weil wir uns für diesen Wahlkampf gut aufgestellt haben“, verkündet Koch auf Nachfrage unserer Zeitung. „Auch, wenn wir dieses Ziel nicht ganz erreicht haben, fühlen wir uns in unserer Ansicht bestätigt. Wir sehen uns als klaren Sieger dieser Wahl.“ Koch zeigt sich offen für Gespräche mit den anderen Fraktionen im Parlament für die weitere Zusammenarbeit.

Unverändert blieb die Stellung der Freien Demokraten. Auch nach der Wahl zählt die FDP in der Obertshausener Stadtverordnetenversammlung drei Mandate. Ortsverbandsvorsitzende und Spitzenkandidatin Elke Kunde versucht dem Ergebnis etwas Positives abzugewinnen: „Wir hatten uns einen leichten Anstieg erhofft. Aber wir konnten wenigstens unsere Stellung halten“, fasst Kunde das Ergebnis der Kommunalwahl zusammen.

Auch die Christdemokraten konnten die Anzahl ihrer Mandate verteidigen. Die aktuelle Fraktionsvorsitzende, Sabrina Grab-Archad, zeigte sich recht positiv gestimmt. „In Anbetracht des Bundestrends können wir damit zufrieden sein“, analysiert die CDU-Politikerin. In dem Gesamtergebnis zeige sich, dass sich der Bundeswahltrend auch in der Kommune widerspiegele. Dass die Christdemokraten aber weiterhin mit 15 Mandaten vertreten sein werden, sieht Grab-Archad als Bestätigung, dass man die Wähler auch mit der Politik vor Ort überzeugen konnte und diese sich eben nicht nur an diesem Trend orientiert haben.

Verloren haben auch die Bürger für Obertshausen. Die Wählergemeinschaft hat einen Sitz in der Stadtverordnetenversammlung eingebüßt und kommt daher nur noch auf insgesamt sechs Mandate. Spitzenkandidatin Laura Schulz zeigte sich jedoch trotzdem zufrieden. „Wir haben den Bürgern mehrere digitale Angebote wie den Digitalen Marktplatz oder die Blaue Bank gemacht, und das wurde gut angenommen“, sagt sie. Dass man trotzdem einen Sitz eingebüßt hat, hängt laut Schulz wohl auch am Bundestrend. „Man sieht ja, wer an Stimmen dazugewonnen hat. Aber wir sind wirklich zufrieden mit dem Ergebnis. Mit unseren sechs Sitzen haben wir eine gute Möglichkeit, unsere Ideen einzubringen.“

Der größte Verlierer dieser Wahl sind jedoch die Sozialdemokraten. Von den acht Sitzen, die die SPD bisher im Parlament hatte, bleiben lediglich sechs übrig. „Dieses Ergebnis ist eine Enttäuschung“, gesteht Walter Fontaine, Spitzenkandidat und aktueller Fraktionsvorsitzender der Sozialdemokraten. „Wir hatten gehofft, dass wir unsere Sitze halten können, jedoch war uns auch wegen des Bundestrends klar, dass dies schwierig werden würde. Mit dem Verlust eines Sitzes hätten wir daher leben können.“

Die erste Stadtverordnetenversammlung der neuen Wahlperiode wird am Donnerstag, 22. April, stattfinden. Bis dahin bleibt den Parteien und Wählergruppen die Möglichkeit, die Wahl noch einmal Revue passieren zu lassen. (Von Jan Max Gepperth)

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