Ort für neue Freundschaften

200 Mal „Internationales Café“ im Jugendzentrum 

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Glückwünsche und ein dickes Dankeschön hatten Obertshausens Rathauschef Roger Winter (von links) und Erster Stadtrat Michael Möser für das Team um Fachdienstleiter Daniel Kettler mitgebracht.

Obertshausen - Seit vier Jahren ist das „Internationale Café“ ein Anlaufpunkt nicht nur für Geflüchtete. Zum 200. Treffen wurde diese Woche kräftig gefeiert. Von Thomas Holzamer 

Syrien und Afghanistan, Deutschland und Eritrea – es wird langsam bunt auf der Weltkarte, die die städtische Koordinatorin für Flüchtlingsarbeit Annegret Kraus mitgebracht hat. Ursprünglich waren darauf alle Länder weiß, inzwischen haben jedoch bereits einige Besucher des „Internationalen Cafés“ der Flüchtlingshilfe ihre Herkunftsländer freigerubbelt, die nun in unterschiedlichen Farben erstrahlen. Auch bei der 200. Ausgabe, die die Organisatoren des Cafés im Jugendzentrum (Juz) groß feiern, sind wieder viele Besucher gekommen, freut sich Fachdienstleiter Daniel Kettler. Gemeinsam mit dem Team der vielen haupt- und ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer hat er das Projekt vor rund vier Jahren aus der Taufe gehoben. Immer mittwochs von 10 bis 12 Uhr ist das „Internationale Café“ in den Räumen des Jugendzentrums geöffnet. Zwischen 20 und 80 Besucher zählt der offene Treff regelmäßig, viele davon kommen fast jede Woche, einige haben seit Beginn so gut wie kein Treffen ausgelassen.

Auf einer zunächst weißen Weltkarte konnten die Besucher ihr Herkunftsland suchen und freirubbeln. Diese war so am Ende deutlich bunter.

Unter ihnen auch Tigisti. Die Eritreerin kam bereits vor rund zehn Jahren nach Obertshausen und ist treuer Gast im Café. Dass das nicht von ungefähr kommt, beweist jene Antwort, die sie auf den kleinen Fragebogen schreibt, den das Team für die Gäste der Jubiläumsfeier vorbereitet hat. „Für mich ist das Café ...“ steht dort zu lesen. Tigisti braucht nicht lange zu überlegen und schreibt „etwas Besonderes“. Das ist die Veranstaltung auch für Kettler. „Ich habe hier in vier Jahren nicht einmal erlebt, dass die Herkunft der Besucher eine Rolle gespielt hätte“, erzählt er. Ganz im Gegenteil, man komme ins Gespräch, schließe Freundschaften und helfe sich gegenseitig. Und so hat schon mal die mazedonische Familie das eritreische Baby ihrer Freundin auf dem Arm.

„Das Juz ist für mich und andere inzwischen zu einem Wohnzimmer geworden“, bringt es Annegret Kraus bei der Begrüßung der vielen Gäste auf den Punkt. Und auch Bürgermeister Roger Winter freute sich über die zahlreichen Besucher. Sein Dank galt vor allem den vielen Helfern um Daniel Kettler, Annegret Kraus, Andrea Dosch und das Team der Diakonie, die das Projekt seit seiner Gründung begleiten. Auch der „Oase“, die das Café stets mit Kuchen unterstützt, sprach der Rathauschef seinen Dank aus.

Auch zukünftig soll das „Internationale Café“ ein Anlaufpunkt für alle sein und sich noch weiter öffnen, wünscht sich Daniel Kettler. Denn die gute Integration vieler der Geflüchteten, sorgt dafür, dass die Zahl der regelmäßigen Gäste leicht abnimmt. Doch das freut Kettler sogar: Der Grund dafür ist die steigende Zahl derer, die in ihrer neuen Heimat einen Job gefunden und daher tagsüber keine Zeit mehr haben.

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