Jungschauspielerin Janina Picard

Früher Kinderkanal, heute Nazi-Film 

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Möglichst deutsch... Janina Picard, zweite von links, mimt die junge Vera im Film „Tiefe Wunden“.

Obertshausen - Janina Picard ist tot. Genau an ihrem Geburtstag musste sie sterben, am helllichten Tag, mitten in Berlin. Ein Kopfschuss, am Mund blutbeschmiert, auch von einer Platzwunde am Hals ist die Rede. Von Khang Nguyen

Ob sie sich ihren Tag so vorgestellt hätte? „Eigentlich schon, zumindest so in etwa“, lacht die 19-Jährige aus Obertshausen. Ein wenig gewöhnungsbedürftig sei das darstellerische Ableben an ihrem echten Wiegenfest natürlich gewesen, aber das nimmt die ambitionierte Schauspielerin in spe gerne auf sich. Denn Picard nimmt alle Tragödie nicht ohne Grund auf sich: Sie spielt die junge Vera in der Verfilmung des Bestsellerromans „Tiefe Wunden“ aus der Taunuskrimi-Reihe von Nele Neuhaus.

Seit einigen Wochen laufen nun die Dreharbeiten für den Film, der nächsten Herbst gesendet werden soll. Über ihre Agentur wurde die Studentin aus Obertshausen in das Casting für die Rolle vermittelt. Sie setzte sich gegen 100 andere Teilnehmerinnen durch. „Ich hatte Glück, da ich den Vorstellungen der Regisseure entsprach“, lässt sie wissen.

Möglichst idealisiert deutsch

Für die filmischen Rückblenden, die ein junges Mädchen in der Nazizeit zwischen Pubertät und erstem Erwachsenen zeigen, bedeutete das: möglichst idealisiert deutsch.

Zwar werde der Sterbeprozess nicht in allen Details verfilmt, „aber die Einstellungen, wo man mich sieht, waren sehr bewegend“, erinnert sich Picard. In einer Szene habe sie gar nicht mehr aufhören können und ihre Gefühle nicht mehr unter Kontrolle gehabt. „Ich war sehr ergriffen von dem, was passiert“, beschreibt die junge Schauspielerin die Situation.

Im Roman ermitteln Pia Kirchhoff (Felicitas Woll) und Oliver von Bodenstein (Tim Bergmann) in einer mysteriösen Mordserie im Taunus: Gleich drei Morde, die sich durch ihren Tatvorgang ähneln, machen die Ermittler auf die Unternehmerwitwe Vera Kaltensee aufmerksam. Dass die seit Jahrzehnten ein großes Geheimnis mit sich trägt, ahnt zu diesem Zeitpunkt noch niemand. In Form von Zeitfenstern, in denen Janina Picard zu sehen ist, erinnert sich „Vera“ an das Geschehene und lässt den Zuschauer an ihren Memoiren teilhaben.

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Bekannt wurde Janina Picard bisher mit Moderationen für den Fernsehsender KIKA und als Musical-Darstellerin. Erst kürzlich hat sie ihr Studium an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart begonnen. Und darauf will sie sich zunächst auch voll konzentrieren. Denn warum sollte man sich jetzt schon festlegen, in welche der vielen denkbaren Richtungen man wirklich geht? „Erst einmal freue ich mich auf die Erstausstrahlung“, betont sie.

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