„Jazz Night“ im Bürgerhaus-Patio

Eine Liebe, zwei Generationen

+
Druckvoll: die Jazzband Obertshausen mit großem Frischluft-Vergnügen am Bürgerhaus.

Obertshausen - Eine laue Sommernacht, die Akustik im geschützten Innenhof des Bürgerhauses und zwei außergewöhnliche Klangkörper: Diesen Genuss vervollständigten die Jazzband Obertshausen und die „Karl Mayer Big Band“ beim Festival „Jazz Night“.

Sie wurde vor sechs Jahren aus der Taufe gehoben, ist ein Wunschkind von Dietmar Schrod und Ulrich Mayer. Dessen Vater, Firmengründer Karl Mayer, bekleidete von je her die Rolle des Mäzens, förderte die musikalische Ausbildung und gilt als Wegbereiter der Musikschule. Bis heute ermöglicht das Wirkmaschinen-Unternehmen die Vergabe von Stipendien.

So sind die jungen Talente um Musikschulleiter Schrod in jeder Hinsicht gut aufgehoben im Gesellschaftshaus an der Ringstraße. „Wir können im Saal proben und die Instrumente dort unterstellen“, freut sich der Dirigent. Er führt auch das Werksorchester, das von Karl Mayer selbst gegründet und hochgehalten wurde. Die Geschäftsführung der Firma finanziere zudem den Großteil der Geräte. „Ohne diese Voraussetzungen wäre es echt schwierig, ein Ensemble zu etablieren“, hob Schrod hervor und dankte auch seinem Kollegen Udo Brenner, der ihn unterstützt.

Für die Big Band versammelt der Leiter vor allem junge Talente aus den Bläserklassen der Musikschule. Die rund 20 Mitglieder, acht Trompeten, fünf Saxophone, drei Posaunen und eine Rhythmusgruppe, haben im vergangenen Jahr ein Dutzend Auftritte bewältigt, Anlässe der Firma Mayer, auch auf der Rheininsel des Unternehmens bei Eltville. Die jungen Leute haben auf Pfarr- und Vereinsfesten, zu Kerb und selbst in der befreundeten spanischen Stadt Caravaca de la Cruz gespielt.

Im Patio des Bürgerhauses bewährte sich Trompeter Thilo Büttner auch als Sänger, wozu er erst in der Probe tags zuvor auserwählt wurde. Sicher interpretierte er „Sway“ von Michael Buble. Die Gruppe gefiel mit Erfolgen von Glenn Miller, „Pennsylvania 6-5000“ und dem absoluten Klassiker „In The Mood“, mit „What Is Hip“ von Tower Of Power, Soul, Bossa Nova und als Zugabe „Rock This Town“ von Quincy Jones. Neben Klassikern von Latin und Swing beeindruckte die Big Band also auch mit Modernem und Rockigem.

Im kommenden Jahr wollen sie nach Laakirchen reisen, haben dort Jazz-Clubs im Visier und ein Treffen mit Bands aus Rodgau und Offenbach, verriet Schrod. Das Team werde sein Repertoire erweitern und weiterzuentwickeln. „Die Jugendlichen sind mit Begeisterung bei der Sache, es macht ihnen Spaß, sie sind wirklich Musiker“, schwärmte der Bandleader. „Sie sind engagiert, fleißig und mit viel Talent ausgestattet“. Dazu treten immer mehr von ihnen als Solisten auf.

27. Jazz-Matinee in Offenbach: Bilder

Einer anderen Generation gehört die Jazzband an. Manfred Büttner am Tenorsaxophon sang auch mit rauer Armstrong-Stimme und moderierte den zweiten Teil des Abends. Roger Pech spielte Trompete und Flügelhorn, Reinhard Wagner Altsaxophon, Thomas Krampohl Tenorsaxophon, der ebenfalls singende Holger Brill Posaune. Dieter Schmidt war am Bass, Thomas Jäger am Schlagzeug und Martino Delto an der Gitarre. Die Herren überzeugten immer wieder solistisch und wurden mit viel Szenenapplaus belohnt.

Das Ensemble konzentriert sich auf den Swing der 40er bis 60er Jahre, hat aber auch moderne Titel im Programm. Für alle Fans: Die Jazzband gestaltet traditionell die Matinee am 2. September im Hof des Karl-Mayer-Hauses. (m)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare