Bühnentechnik AG der Hermann-Hesse-Schule

Jungs sorgen für den guten Ton

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Die Techniker übernehmen bei Veranstaltungen der Hesse-Schule Verantwortung. Lehrerin Esen Icingir und Simone Jentzsch von der Schulleitung unterstützen sie.

Obertshausen - Die Vorstellung der Projekte, mit denen sich Obertshausener Vereine um Geld aus den vom Holzland Becker und unserer Zeitung mit 7500 Euro gefüllten „Klingelnden Vereinskassen“ bewerben, geht mit dem Förderverein der Hermann-Hesse-Schule weiter. Von Michael Prochnow 

„Welche Kabelarten haben wir?“ Allein die Tatsache, dass sich die Einrichtung eine technische Ausbildung in der Praxis des Schulalltags leistet, lässt aufhorchen. Dass eine Frau diese Arbeitsgemeinschaft leitet, gibt einen weiteren Pluspunkt für die Gesamtschule. Lehrerin Esen Icingir arbeitete sich akribisch in die Materie ein, hat Bücher zum Thema gelesen, Veranstaltungen besucht, die Ausstattung im Theater unter die Lupe genommen.

Die Pädagogin ist aber auch vorbelastet. Sie hat in verschiedenen Bands Gitarre gespielt und gesungen, mit Freunden Pop-Songs, Rock und ein bisschen Jazz interpretiert, erzählt sie. Darum kenne sie keine Berührungsängste mit der Technik.

Also, es gibt Klinken-, Klingel-, Speakon- und die XLR-Kabel für die Bassboxen, antworten die sieben Jungs, die zum Proben in die Aula gekommen sind. Ja, nur Jungs, gibt Esen Icingir zu, aber ein Mädchen habe sich schon angemeldet. Neugierig versucht die Männerrunde herauszufinden, wer’s denn ist ...

An Aufträgen mangelt es dem Team nicht. Es begleitet die Auftritte der Schul- und der Juniorband, sorgt bei Veranstaltungen des Schüleraustauschs für den guten Ton, tritt bei Einschulung, Abschlussfeier, Theater- und Musikabenden, weihnachtlichen Feiern und am „Tag der offenen Tür“ in Aktion.

An den Reglern und Knöpfen sitzen Panagiotis Koitsidis aus der 9cR, Hicham Bisbelkaddad (8aH), Benjamin Geiß (8cH), Julian Stäge (7aG), Patrick Bathon (9dR), Eyüb Önal (9cR) und Max Graf (7aG). „Mir ist es sehr wichtig, dass alle Schulstufen vertreten sind“, sagt Leiterin Icingir. Einmal im Monat bauen sie freitags nach der letzten Stunde die Anlagen auf, besprechen Einsätze. Sie laden die Schulband ein, um das Abmischen der Instrumente und Gesangsstimmen zu üben, Höhen und Tiefen einzupegeln.

Das Ergebnis darf nicht zu laut und nicht zu leise sein. Kondensatormikrofone, haben sie gelernt, benötigen eine Phantomspeisung, dynamische nicht. Für die Funkmikrofone haben sie eigene Kanäle eingerichtet, Monitore sind wichtig, damit sich die Künstler auf der Bühne selbst hören. Mehr als 400 Regler müssen sie beherrschen, dazu haben sie sich ein Koordinatensystem auf das Pult geklebt.

„Unser Job ist sehr verantwortungsvoll, wenn die Aula voll ist“, erklärt Max. Vielleicht macht er eine Ausbildung zum Licht- oder Ton- techniker. Benjamin ist schon als kleines Kind mit seinem Vater auf Konzerte gegangen, der arbeitet nämlich in der Branche.

An einem anderen Mixer werden Lichtkombination eingestellt und gespeichert. „Das ist viel Arbeit im Vorfeld, besonders bei Theater- und Tanz AG“, informiert Eyüb. Sechs Standardlichter haben sie, gelbe, pinke, rote, grüne und zwei blaue, dazu vier Farbwechsler mit Filtern, um Stimmungen zu erzeugen oder hervorzuheben.

Die AG möchte ein digitales Ton-Mischpult kaufen. Unterstützt werden sie dabei vom Förderverein der Schule.

Die zehn Finalisten der Aktion „Klingelnde Vereinskassen“ sind auf holzlandbecker.de aufgelistet. Abgestimmt werden kann bis 15. Oktober auf der Facebook-Seite des Sponsors.

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