Rohr-im-Rohr-Verfahren

Kanalsystem wird 2018 weiter saniert 

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Fahrzeuge und Material drumherum: Viel gibt es bei der Kanalsanierung mit dem Inliner-Verfahren an der Oberfläche für Neugierige nicht zu sehen.

Obertshausen - In vielen Straßen der Stadt ist das Kanalnetz in die Jahre gekommen. Die Rohrnetze in 26 davon sollen in diesem Jahr mithilfe des „Inliner-Verfahrens“ saniert werden. Von Thomas Holzamer 

Bamm! Mit einem knallähnlichen Geräusch schießt das Endstück des mit Kunstharz getränkte Schlauchs aus dem Ende des Rohrstücks an der Richard-Wagner-Straße und heißer Dampf steigt auf. Mit diesem wird das Kunstharzgemisch erwärmt und ausgehärtet – aus dem vormaligen Schlauch, dem sogenannten Liner – entsteht ein neues Rohr im Rohr, wasserdicht und fest mit dem bestehenden Kanal verbunden. So wird sichergestellt, dass kein Abwasser aus dem Kanal ins Grundwasser gelangen kann.

Das durch Beschädigungen und Setzrisse oder einwachsende Wurzeln, Ablagerungen und Materialermüdung bei den Rohren in die Jahre gekommene Kanalsystem der Stadt Obertshausen wird in den kommenden Monaten gleich an mehreren Stellen saniert.

Um die maroden Rohre wieder fit zu machen, kommt dabei in den meisten Fällen das sogenannte Inliner-Verfahren zur Anwendung. Dessen größter Vorteil liegt darin, dass das vorhandene Kanalrohr nicht ausgetauscht werden muss. So sind Erdarbeiten, die ein Öffnen der Straße notwendig machen würden nicht notwendig. Das Rohr im Rohr beseitigt wirkungsvoll Schäden, Risse und undichte Verbindungen. „Das Inliner-Verfahren ist günstiger als der komplette Austausch des Kanals, geht schneller und sorgt für weniger Einschränkungen während der Bauarbeiten“, erklärt der Erste Stadtrat Michael Möser.

Nach bereits umfangreichen Arbeiten am Kanalnetz in den vergangenen Jahren stehen für 2018 insgesamt 26 Straße im Stadtgebiet auf der Sanierungsliste. Kosten in Höhe von 1,42 Millionen Euro sieht der aktuelle Doppelhaushalt für die Sanierung des städtischen Kanalsystems in diesem und dem kommenden Jahr insgesamt vor.

Wie werde ich Kanalbauer/in?

Für die Zeit der Arbeiten werden in den betreffenden Straßen punktuell absolute Halteverbote eingerichtet, kündigt Möser an. Jedoch seien auch bei dieser Sanierungstechnik mehrere Arbeitsschritte zu unterschiedlichen Zeitpunkten notwendig. So kann es vorkommen, dass die notwendigen Halteverbote entlang der zu sanierenden Abschnitte auch dann ausgeschildert bleiben, wenn gerade nicht gearbeitet wird. Erst wenn alle Sanierungsschritte erledigt seien, würden auch die Halteverbotsschilder wieder entfernt. So, wie an der Richard-Wagner-Straße. Dort sind die nahezu unsichtbaren Bauarbeiten inzwischen abgeschlossen.

Diese Straßen sind betroffen

Aachener Straße, Ahornstraße, Albert-Schweitzer-Straße, Badstraße, Bürgermeister-Kämmerer-Straße, Birkenwaldstraße, Bürgermeister-Mahr-Straße, Friedrich-Ebert-Straße, Fröbelstraße, Georg-Kerschensteiner-Straße, Gräfenwaldstraße, Gumbertseestraße, Heinrich-von-Stephan-Straße, Herderstraße, Herrnstraße, Industriestraße, Karlsbader Straße, Karlstraße, Leharstraße, Luisenstraße, Platanenstraße, Richard-Wagner-Straße, Samerwiesen, Schillerstraße, Schubertstraße und Seligenstädter Straße.

Zum genauen Zeitplan und Reihenfolge kann die Stadt derzeit keine Angaben machen, weil die Planung der Bauarbeiten von zahlreichen Faktoren abhängt. Für die Zeit der Arbeiten wird punktuell ein absolutes Halteverbot eingerichtet, zu kompletten Sperrungen kommt es nicht.

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