Katharina Hrubes

Schreiben mit Licht

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Einige Beispiele ihres Schaffens präsentiert Katharina Hrubes vor ihrem Studio in der Friedrich-Ebert-Straße 30.

Obertshausen - Der Nachwuchs lässt die lokale Künstlerszene in neuem Licht erstrahlen. Für Katharina Hrubes ist ihre vierjährige Tochter der Sonnenschein. Sie leifert frische Ideen. Von Michael Prochnow

Die Mama, Jahrgang 1983, zählt zur jungen Generation der Kunstschaffenden, die mit frischen Ideen das Spektrum erweitern. Kürzlich präsentierte die Hausenerin „Kunst im Hof“, eine Auswahl ihrer Werke. In einem Pavillon präsentierte sie Licht in Flaschen, eingehüllt mit farbigem Krepp- und Pergamentpapier, befestigt mit Serviettenkleber, Gipskugeln über hölzerne Leiber und Flügeln, die sie als Engeln erscheinen lassen, Acryl-und Materialbilder und natürlich die geschwungenen Lichtstreifen auf schwarzem Grund – Markenzeichen der Gastgeberin. Sie nimmt die Bedeutung des Wortes „Photo-graphie“ ernst: Im Griechischen bedeute es etwa „mit Licht schreiben“, was die junge Mutter inspirierte.

Intuitiv, nach eigenen Einfällen oder per Auftrag bewegt sie eine Lichtquelle, Streichholz, Taschenlampe, LEDs oder mit der Zigarette, im absoluten Dunkel vor dem geöffneten Kameraobjektiv. Dabei entstehen dynamische Kreise, Kurven und „Kleckse“, aber auch gegenständliche Zeichnungen. Einige Beispiele dieser Technik präsentierte sie nun vor ihrem Studio in der Friedrich-Ebert-Straße 30, auch in kleineren Formaten in einem Ordner und als Motive für Grußkarten zu verschiedenen Anlässen. Zum Repertoire der jungen Mutter zählen auch kunstvolle Lampen, Holz- und Gipsarbeiten wie die erwähnten Engel.

Fotografie entdeckt

Katharina Hrubes wurde in Freiburg im Breisgau geboren, zog mit ihren Eltern im Alter von drei Jahren nach Lämmerspiel und absolvierte an der Hermann-Hesse-Schule die Mittlere Reife. Dann erlernte sie an der Käthe-Kollwitz-Schule in Offenbach den Beruf der Sozialassistentin. Sie erweiterte die Ausbildung zur Sozialpädagogin. So könne sie mit allen Generationen arbeiten, argumentiert sie. In Frankfurt war sie in einer Familiengruppe und einer Krabbelstube tätig, 2011 kam sie nach Heusenstamm in den Kindergarten Haus Murmel.

Künstlerisch gewirkt habe sie „schon immer nebenher“, mit Acrylfarben und mit Holz. Mit ihren Eltern wohnte sie mittlerweile in Hausen, doch es zog sie in die Ferne. 2005 hielt sie sich ein halbes Jahr in Australien und vier Monate in Griechenland, „um die Welt zu sehen“. Dabei entdeckte sie die Fotografie für sich und beschloss, das Steckenpferd auszubauen. Per Fernstudium vertiefte sie die digitale Fotografie. „Da setzt du dich mit Themen auseinander, die du sonst nicht angepackt hättest“, freut sie sich bis heute über ihre Entscheidung. „Seit dem male ich mit Licht und halte es fotografisch fest“. Sie setzt Wünsche der Kunden um, aber am Computer verändere sie ihre Aufnahmen nie, betont sie. Trotzdem, für neue Ideen, Anregungen und Vorschläge sei sie offen.

Ein junges Talent mit gutem Blick

Das junge Talent hat aber auch einen Blick für „richtige“ Fotomotive. In einem Album zeigte sie detailreiche Aufnahmen von Faltern mit „Bremsspur“ auf einem Blatt, Käfern und Spinnen mit ihren feinen Härchen in ihrem natürlichen Lebensumfeld. Seerosen, Rosen und Wiesen bildet sie sowohl mit ihren starken Farben als auch begrenzt auf Grautöne in Schwarz-weiß-Bildern ab. Diese Motive zieht sie auch auf Leinwand auf.

Viele Eindrücke sammelt sie vor der Haustür, innerhalb der Stadtgemarkung. „Wer mit Kindern arbeitet, lernt, auf Details zu achten“, sagt die Mama. In der Alten Fasanerie in Klein-Auheim bekam sie ein Wildschwein im Matsch vor die Linse, von Reisen nach Schweden, Indonesien, Thailand und Spanien brachte sie unter anderem verträumte Landschaften mit. „Wenn man sucht, dann findet man auch“, lautet ihre Erfahrung.

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