"Klingelnde Vereinskassen"

Katholische Jugend braucht neues Gruppenzelt

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Schlafen unterm Sternenhimmel ist der Traum vieler Campingbegeisterter. Doch Löcher im Zelt finden gerade bei Regen wohl nur die wenigsten davon gut. Das gilt auch für das Team der KJO, das dringend eine neue Jurte fürs Zeltlager benötigt.

Obertshausen - Die Vorstellung der Projekte, mit denen sich Obertshausener Vereine um Geld aus den vom Holzland Becker und unserer Zeitung mit 7500 Euro gefüllten „Klingelnden Vereinskassen“ bewerben, geht mit der Katholischen Jugend Obertshausen weiter. Von Lisa Schmedemann

Die letzten beiden Sommerferienwochen waren für etwa 75 Kinder aus Obertshausen und dem Kreis besonders spannend: Zehn Tage lang im Freien zelten, am Lagerfeuer sitzen und eine Menge Spaß haben. 2021 feiert das Zeltlager, das in der Hand der katholischen Jugend Obertshausen (KJO) liegt, 70-jähriges Bestehen. Den Mittelpunkt für alle bildet dabei stets das große schwarze Zelt, eine Jurte. Dem Relikt aus Pfadfinderzeiten messen vor allem die Lagerleiter eine große Bedeutung bei. „Wir Gruppenleiter brauchen auch mal eine Pause vom Geschehen, deswegen nutzen wir die Jurte tagsüber als Rückzugsort“, erzählt Lagerleiter Julian Reibling. Am Abend, wenn die Kinder ruhig in ihren Zelten schlummern, sitzen die Leiter zusammen und tauschen sich aus. Dabei reflektieren sie den vergangenen und planen den anstehenden Tag. Verschiedene Aktionen und Spiele können in dem großen, zwölfeckigen Zelt vorbereitet und ausgetragen werden. So etwa der Kochwettstreit der Kinder, bei dem die Feuerstelle in der Mitte zum Einsatz kommt.

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Bisher war die KJO im Besitz zweier Jurten, doch diese sind fast halb so alt wie das Zeltlager an sich. „Nach 30 Jahren konnte ein Exemplar in den Sommerferien lediglich als Sonnenschutz dienen, weil die Seitenwände fehlen“, erzählt Alexander Rudolf, Vorsitzender des Vereins Freundeskreis der KJO. Reibling berichtet: „Ja, und der Sonnenschutz fiel in der letzten Ferienwoche dem Sturm zum Opfer – jetzt ist er unbrauchbar.“ Ein Blick auf die übrig gebliebene Jurte verspricht für das kommende Zeltlager allerdings ein ähnliches Schicksal. Die Farbe des Stoffs, der eigentlich tiefschwarz sein sollte, hat mittlerweile durch Rauch, Regen und Sonneneinstrahlung in einen Olivton mit helleren und dunkleren Flecken gewechselt. „Durch die regelmäßige Nutzung ist der Stoff auch ziemlich dünn geworden und lässt Regenwasser durch“, berichtet Rudolf. Die zahlreichen Löcher begünstigen den Weg der Regentropfen ins Zeltinnere ebenso. Das ist fatal, wenn man bedenkt, dass das große Zelt mit der Feuerstelle zum Aufwärmen nasser Kinder oder feuchter Kleidung und Schlafsäcken dient.

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Um diesem Missstand entgegenzuwirken, hat sich nun der Freundeskreis der KJO bei den „Klingelnden Vereinskassen“ beworben. „Eine neue Jurte kostet etwa 3 000 Euro, das kann die Jugend nicht alleine tragen“, begründet Rudolf. Erschwerend komme hinzu, dass viele Anbieter diese Zeltart gar nicht mehr standardmäßig führen. „Wir wollen an dieser Tradition, die es ja schon geworden ist, auf alle Fälle festhalten“, fügt Reibling hinzu. Die Farbe Schwarz sei dabei wichtig. „Wir möchten, dass es für die Kinder ‚verboten‘ wirkt, damit die Leiter sich auch wirklich ausruhen können“, sagt Reibling. Außerdem sei es dann umso aufregender, wenn die Kleinen ins große Zelt dürfen. Die neue Jurte soll zudem Verwendung bei Veranstaltungen, wie etwa dem Pfarrfest, finden. Der Verein unterstützt die KJO in personellen, finanziellen und ideellen Dingen. Jedem der Mitglieder liegt die Förderung der Jugend am Herzen. So überrascht es nicht, dass die meisten Vorstandsmitglieder „alte Hasen“ sind, also einst selbst als Kind im Zeltlager gewesen sind. Die Katholische Jugend ist aus dem Zusammenschluss der Jugendgruppen der Pfarreien Herz Jesu und St. Thomas Morus hervorgegangen. In Kooperation mit dem Freundeskreis konnten bisher einige Ziele erreicht werden, etwa die Renovierung des Schwesternhauses in der Kirchstraße. „Wir sind für alles offen“, sagt Jugendwartin Caroline Razcka. Egal aus welcher Stadt, aus welchem Land und welcher Religion angehörig – jedes Kind ist eingeladen. Künftig, so hofft der Freundeskreis, ohne unliebsames Regenwasser im Gruppenzelt.

Die zehn Finalisten der Aktion „Klingelnde Vereinskassen“ sind auf holzlandbecker.de aufgelistet. Abgestimmt werden kann bis 15. Oktober auf der Facebook-Seite des Sponsors.

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