Wenig Schnee und milde Temperaturen

Kaum Stress für Winterdienst

+
Horst Röhnke, stellvertretender Bauhof-Leiter, erläutert dem Ersten Stadtrat Michael Möser (rechts) die Funktionsweise der Kleintraktoren, die mit Geräten für den Winterdienst ausgestattet sind.

Obertshausen - Während in den vergangenen Wochen in den Alpen in kurzer Zeit Rekordmengen an Schnee gefallen sind, hat sich die weiße Pracht in Obertshausen seit Winterbeginn nur kurz blicken lassen. Von Thomas Holzamer

Für die Mitarbeiter des städtischen Winterdienstes gab es bisher nicht viel zu tun. Milde Temperaturen und viel Regen – wer in den vergangenen Wochen vor die Tür ging, konnte von Winter nicht viel spüren. Und auch für die Mitarbeiter des städtischen Bauhofes, die sich im Stadtgebiet um den Winterdienst kümmern, gab es mit Ausnahme von einzelnen Schneefällen noch nicht so viel zu tun, wie Bauhofleiter Stefan Reinl bestätigt.

Jene elf Male, in denen sie bereits zum Winterdienst ausrücken mussten, lief bisher alles nach Plan. Denn die Bauhof-Mannschaft ist gut vorbereitet. In vier Teams mit jeweils neun Personen sorgen sie dafür, dass Autofahrer und Fußgänger bei Glätte und Schnee sicherer unterwegs sind. Im Wochenrhythmus wechseln sich die Teams in der Winterdienst-Zeit vom 1. November bis 31. März mit der Bereitschaft ab.

Vorhersage: So wird das Wetter in der Region

Schneit es in diesem Zeitraum oder droht Glatteis, sind die Mitarbeiter in der Regel ab vier Uhr morgens unterwegs, wobei der jeweilige Bereitschaftsleiter als Erster raus muss. Tagsüber bekommt das jeweilige Team dann auch Unterstützung von den anderen Kollegen falls nötig.

Doch viel haben sie von den bereits im Sommer gebunkerten Salzvorräten noch nicht verbraucht. Insgesamt 60 Tonnen hat Stefan Reinl auf dem Bauhofgelände an der Leipziger Straße eingelagert, 100 weitere als Reserve in einem Außenlager. Denn bei vereisten Straßen hilft nur Salz. Wie viel sie davon in den kommenden Wochen noch brauchen, lasse sich schlecht abschätzen, das Wetter ist eben nicht planbar. Schlimm ist das jedoch nicht, schließlich wird das gelagerte Streugut nicht schlecht. Und was im Winter weniger verbraucht wird, muss später nicht neugeordert werden.

Zum Räumen von Straßen, Plätzen und Gehwegen sind die Winterdienst-Mitarbeiter mit einem 26-Tonnen-Lkw, einem großen Schlepper sowie zwei Kleintraktoren unterwegs. Auch diverse Pritschenfahrzeuge und per Hand bewegte, motorbetriebene Kehrwalzen kommen zum Einsatz. Wird der Lkw im Winterdienst nicht benötigt, kann er innerhalb von 15 Minuten umgerüstet und für andere Aufgaben verwendet werden, erläutert der Bauhof-Chef.

Eis und Schnee: Dieses Bußgeld droht Autofahrern

„Priorität haben immer die Fußgänger“, erklärt Stefan Reinl. Im Fokus der Bauhof-Mitarbeiter liegen dabei besonders der Busbahnhof und der Omega-Tunnel. Neben den öffentlichen Straßen und Wegen ist der Winterdienst auch fürs Räumen der Bürgersteige entlang der städtischen Gebäude zuständig – so zum Beispiel vor den Kindertagesstätten. „Selbstverständlich können die Mitarbeiter nicht überall zeitgleich sein, wenn das Winterwetter zuschlägt“, sagt Erster Stadtrat Michael Möser, der sich bei einem Besuch im Bauhof über den Stand beim Winterdienst informiert hat.

In der Pflicht seien auch die Bürger, die gemäß der städtischen Satzung zur Straßenreinigung verpflichtet sind, in der Zeit von 7 bis 20 Uhr die Geh- und Überwege vor ihren Grundstücken von Eis und Schnee zu befreien. Dabei muss ein mindestens 1,25 Meter breiter Zugang zum Grundstück und zur Fahrbahn geräumt werden. Auch bei Glätte sind die Bürger gefordert. Als Streumaterial sollte vor allem Sand, Splitt oder ähnliches Material verwendet werden, da Salz nur in geringen Mengen eingesetzt werden sollte.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare