Feiern auf vier Reifen

Insgesamt 19 Teams von 14 Jugendfeuerwehren stellten auf der Bahn vor dem Feuerwehrhaus im Kettcar ihre Fahrkünste unter Beweis. - Foto: Back

Obertshausen - Streckenposten, ausrangierte Gummireifen zur Sicherheit an den gefährlichen Streckenabschnitten sowie eine Wechselzone gehörten zu dem Rundkurs, auf dem die Jugendfeuerwehr Hausen anlässlich ihres Jubiläums mit anderen Teams um die Wette bretterte.

„Das letzte Kettcar-Rennen fand vor 30 Jahren statt“, erinnerte sich Frank Hanf, stellvertretender Stadtbrandinspektor, der die Idee zu dem Wettbewerb hatte. Trotz der anstrengenden Vorbereitung auf die Festlichkeiten landete das Hausener Team auf dem fünften Platz.

„Es ist ein ganz besonderes Gefühl, wenn man dem Nächsten helfen kann“, warb Bürgermeister Bernd Roth für die Arbeit der Brandschützer. Roth, selbst 40 Jahre lang aktiver Feuerwehrmann und nun Mitglied der Alters- und Ehrenabteilung, lobte außerdem die Jugendarbeit. „Der überwiegende Teil des Nachwuchses der Einsatzabteilung kommt aus der Jugendfeuerwehr.“ Einen Zuschuss für die geplante Skifreizeit der Jugendfeuerwehr während der Weihnachtsferien in Obertauern gab es nicht nur wegen der gleichen Vorsilbe des Ortsnamens, wie Roth schmunzelnd betonte.

„Die Jugendfeuerwehren in Deutschland haben insgesamt 240.000 Mitglieder und sind damit eine der größten Jugendorganisationen“, sah Landrat Oliver Quilling den Hausener Nachwuchs in einer großen Gemeinschaft aufgehoben, die Anfang Juni den Deutschen Nationalpreis von Altbundeskanzler Helmut Schmidt überreicht bekommen hatte. Der Preis würdigt das ehrenamtliche Engagement und die gesellschaftliche Integrationsleistung durch die Jugendorganisation der Feuerwehren und wurde zum 15. Mal vergeben. „Ihr seid die Feuerwehrleute der Zukunft“, rief Quilling dem Nachwuchs zu. Er wünschte den Aktiven, dass sie ihre Freude an der Tätigkeit in der Wehr behalten und honorierte darüber hinaus den hohen Zeitaufwand, den die jungen Brandschützer in Kauf nehmen, um Qualifikationen für die spätere Tätigkeit in der Einsatzabteilung zu erlangen.

Grußworte des Kreisjugendfeuerwehrwartes Oliver Meyer schlossen sich an. Er überreichte Albino Garcia für seine über 15-jährige Tätigkeit als Jugendbetreuer die Floriansmedaille des hessischen Jugendfeuerwehrverbandes samt Ehrungsurkunde.

„Am 3. März 1963 wurde von Franz Döbert, dem Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Hausen, eine Jugendabteilung gegründet, die von Hans Geier betreut wurde“, informierte Wehrführer Karsten Schwienhagen zum Einstieg seiner Zeitreise durch die vergangenen 50 Jahre der Jugendfeuerwehr. Zum Zeitpunkt der Gründung gehörten der Abteilung, die eine der ältesten im Kreis Offenbach sei, 15 junge Männer an, erzählte Schwienhagen. Im November 1968 wurden 13 neue Nachwuchsbrandschützer aufgenommen, die sich der Uniformen und Ausrüstungsgegenstände bedienen konnten, die der Hausener Ehrenbürger und Senior-Chef der Ymos-Metallwerke, Jakob Wolf, angeschafft hatte. Alle zwei Wochen leitete Hausens erster Feuerwehrwart Norbert Kleinschmidt die Übungsstunden und wurde von Klaus-Dieter Picard und Gerhard Schreiner, Jugendfeuerwehrleuten der ersten Stunde, unterstützt. Durch die wiederkehrende Beteiligung an Umwelttagen und dem Tag der offenen Tür trat der Feuerwehrnachwuchs verstärkt ins Bewusstsein der Bevölkerung. Regelmäßige Sommerfreizeiten, die bis nach Holland und Kroatien führten, stärkten den Zusammenhalt, berichtete Schwienhagen weiter.

„Die Arbeit in der Jugendfeuerwehr ist einfach nur toll, vor allem, wenn man anderen Menschen helfen kann“, schwärmte der seit drei Jahren amtierende Jugendfeuerwehrwart Joaquim Rodrigues und versuchte, trotz aufziehender Wolken, den Wettergott, milde zu stimmen: „Es regnet bei uns nie, wenn wir eine Veranstaltung haben.“

(peba)

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