Gaben nach Charakter entfalten

„Kids am Start“ eröffnet Mitte Mai einen Kindergarten an der Schubertstraße in Obertshausen

40 Plätze soll der Kindergarten „Kids am Start“ an der Schubertstraße von Mitte Mai an bieten.
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40 Plätze soll der Kindergarten „Kids am Start“ an der Schubertstraße von Mitte Mai an bieten.

40 neue Kindergartenplätze entstehen an der Schubertstraße. Eine Initiative der „Kirche am Start“ bereitet im ehemaligen Bettenhaus gegenüber des Rathauses den Boden für die „Kids am Start“. Per Videokonferenz stellten Vertreter der Offenbacher Freikirche ihr Projekt jetzt interessierten Kommunalpolitikern vor.

Obertshausen - Pastor Lionel Bendobal und Lars Stockmann von der Gemeindeleitung, Lehrer für evangelische Religion und Geschichte an einer kirchlichen Schule in der Lederstadt, informieren: Kirche am Start sei eine kleine Gemeinschaft, die sich Ende der 80er Jahre aus der evangelisch-lutherischen Kirche gelöst habe. Sie sei Ansgar, dem „Bischof des Nordens“, geweiht und baue auf eine „freie Entscheidung zum Glauben“. Ein wichtiger Punkt sei, „wir taufen keine Kinder, die Menschen sollen sich selbst aussuchen, was sie glauben, wie sie dazu gehören möchten“, erläutert Stockmann.

Seit der Gründung 2015 schaffe die Kirche „Raum, um Neues auszuprobieren“, feiere mit Kindern nachmittags Gottesdienst. Neben den Kreisen Mutter-Kind, Senioren und Pfadfinder treffen sich die Gläubigen in Nachbarschaftsgruppen, den „Hauskirchen“. Sie seien „offen für jeden, ganz bunt“, heißt es. In den kleinen Gruppen „können sich die Christen besser kennen lernen, haben einen intensiveren Austausch“. In Obertshausen haben sie diesen Part mit der Teilnahme an der Aktion „einfach bücken“ begonnen.

„Ein Viertel unserer Gemeindemitglieder lebt in Obertshausen, hier laufen zwei Nachbarschaftsgruppen“, informiert Pastor Bendobal. „Sie interessieren sich für ihre Stadt, wollen ihr dienen“. Zum Beispiel, indem sie Kita-Plätze schaffen. Sandy Führer von der Gemeinde unterstreicht, „wir werden die Befugnisse zwischen Kita und Kirche klar trennen“.

In der Einrichtung werden 40 Kinder von drei Jahren bis zum Schuleintritt betreut, es gebe keine weitere Aufnahmekriterien. Tabea Böttcher, Leiterin der „Kids am Start“, skizziert die Konzeption: „Wir haben ein modernes Bild vom Kind, das vom christlichen Glauben geprägt ist. Jedes Kind ist ein Wunder, besonders, einzigartig, von Gott gemacht mit Stärken, Schwächen Bedürfnissen und eigener Persönlichkeit.“ Die Kleinen sollen geschätzt und gefördert werden, „wir sehen uns als Begleiter, Mutmacher, Unterstützer, Helfer“.

Die Kita baue auf Qualitätsstandards und auf einen „wissenschaftlich fundierten Anspruch“, bewege sich fachlich auf aktuellem Stand, wolle aber „nicht jedem Trend hinterherrennen“. Vorbild sei die Pädagogik von Maria Montessori, „hilf mir, es selbst zu tun“. Die Betreiberin habe ein „sehr würdevolles Verständnis vom Kind, wir wollen es selbstständig werden lassen, dass es nach seinem Charakter seine Gaben entfalten kann“, fährt Sprecherin Böttcher fort.

Die Kita-Gruppen sollen als offenes System geführt werden. Die Mädchen und Jungen können zwischen Funktionsräumen wählen, in Rollenspielen soziale Kompetenzen erlangen, im Bewegungsraum ihre Motorik stärken, auf der Piazza essen oder spielen, im Snoozleraum entspannen. Hohe Bedeutung messe die Trägerin Toleranz und einer interkulturellen Führung bei, man wolle die Feste der Kulturen feiern, aus denen die Kinder kommen. Auch der Stadtgarten werde eingebunden.

Die Stadt, erläutert Erster Stadtrat Michael Möser, übernehme wie bei allen freien Trägern die Kosten, die nicht durch Beiträge gedeckt sind. Die ersten Kinder werden am 17. Mai begrüßt. (Von Michael Prochnow)

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