Kinder ziehen ins Bettenhaus

Neue Kita „Kids am Start“ in Obertshausen soll 40 Betreuungsplätze schaffen

Projektleiterin Nancy Führer (von links) und Pastor Lionel Bendobal erläutern dem ersten Stadtrat Michael Möser, Fachbereichsleiter Michael Jentzsch und Bürgermeister Manuel Friedrich die geplanten Arbeiten in den künftigen Kita-Räumen.
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Projektleiterin Nancy Führer (von links) und Pastor Lionel Bendobal erläutern dem ersten Stadtrat Michael Möser, Fachbereichsleiter Michael Jentzsch und Bürgermeister Manuel Friedrich die geplanten Arbeiten in den künftigen Kita-Räumen.

Wände, Sanitäranlagen und die komplette Inneneinrichtung – es gibt noch viel zu tun für das Team um Projektleiterin Nancy Führer und die beteiligten Baufirmen, bis sich die Türen des ehemaligen Bettenfachgeschäfts an der Schubertstraße zum Jahresbeginn wieder öffnen sollen – dann allerdings als neue Kindertagesstätte für 40 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren.

Obertshausen – Träger für die neue Kita ist die eigens gegründete „Am Start gemeinnützige UG“, eine Tochter von „Kirche am Start“. Die mit vier Jahren noch junge, freie evangelische Gemeinde aus Offenbach hatte in den vergangenen Jahren großen Zuwachs von Obertshausener Familien bekommen und durch Mitglieder vom großen Bedarf an Betreuungsplätzen gehört.

„Und da unsere Gemeinde ihre Mitglieder ermutigt, sich in ihrem jeweiligen Stadtteil zu engagieren, kam das Gespräch darauf, was wir hier vor Ort tun können“, erläutert die Projektleiterin, die bereits die Kita-Initiative in Obertshausen mit ins Leben gerufen hatte.

Freude über Engagement der Gemeinde

Im Rathaus freut man sich über das Engagement der Gemeinde, das die Stadt bezuschusst. „Ursprünglich war ja geplant, dass die Stadt die Räume anmietet und dort eine Einrichtung in eigener Trägerschaft eröffnet“, erinnert Erster Stadtrat Michael Möser. Doch den Plan habe man zunächst nicht weiter verfolgen können, da der Eigentümer der Immobilie die Stadt darüber informiert hatte, einen anderen Mieter gefunden zu haben. Dieser war wenig später jedoch abgesprungen. „Zu diesem Zeitpunkt war gerade die Gemeinde mit ihrem Vorhaben auf uns zugekommen“, erläutert er. So wurde durch die Vermittlung der Stadt letztlich der neue freie Träger zum Mieter der Räumlichkeiten.

Der Um- und Ausbau hat bereits begonnen. Dabei soll die Fläche in den kommenden Wochen in einzelne Räume für die zwei Gruppen sowie für Personal, Ruhe- und Sanitärräume unterteilt werden. „Zudem müssen wir auch eine neue Lüftungsanlage einbauen und den Anforderungen an den Brandschutz gerecht werden“, erläutert Nancy Führer. Den Fortschritt der Arbeiten können Neugierige beim Blick durch die Fenster verfolgen. „Wir haben die Scheiben bewusst nicht abgehängt, um den Bürgern die Möglichkeit zu bieten, einen Blick auf die neuen Räume zu werfen.“ Als Außenbereich stellt die Stadt den Kindern und ihren Erziehern den dahinterliegenden „Stadtgarten“ zur Verfügung, der während einer 72-Stunden Aktion im vergangenen Jahr von der katholischen Jugend neu gestaltet worden war. Dieser soll um einen Sandkasten und Spielgeräte ergänzt werden, wobei die von den Jugendlichen gebauten Hochbeete nahezu unangetastet bleiben.

Hohe Bedeutung für Bedürfnisse der Kinder

Beim Konzept will der freie Träger einen eigenen Ansatz verfolgen. „Grundsätzlich möchten wir unseren Erziehern sehr viel Freiraum geben, um den Kita-Alltag zu gestalten und ihre jeweiligen Begabungen einzusetzen“, sagt die Projektleiterin. Den Rahmen soll dabei ein offenes Konzept bieten, dass sich am sogenannten Situationsansatz orientiert. Bei diesem kommt den Bedürfnissen der Kinder eine hohe Bedeutung zu. Sie sind es, die den Tagesablauf bestimmen. Auch die Einrichtung soll das künftige Team der Kita „Kids am Start“ – sechs Erzieher und eine Leitung – mit auswählen dürfen.

„Wir möchten 40 Ganztagesplätze anbieten, damit die Eltern im Rahmen der Öffnungszeiten selbst entscheiden können, wann sie ihr Kind bringen oder abholen“, erläutert Nancy Führer. Angedacht seien diese täglich von 7 bis 16 Uhr und freitags bis 15 Uhr.

In Kontakt sind die Initiatoren auch mit der Waldkirchen-Gemeinde, die für die Zukunft ebenfalls den Bau einer Kindertagesstätte plant. „Wir hatten schon erste Gespräche, was wir vielleicht auch gemeinsam machen könnten“, berichtet Pastor Lionel Bendobal. (Thomas Holzamer)

Infos im Internet: kidsamstart.de.

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