Konzept der städtischen Jugendförderung macht unweit von Stralsund Schule

Kinderstadt-Idee lebt fort

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Vor Ort an der Ostsee besuchten Michael Jentzsch (Mitte links) und Kai Hennig das Kinderdorf der befreundeten Jugendpflege Niepars.

Obertshausen - Sieben Jahre lang war die Kinderstadt in den Sommerferien der Anlaufpunkt für Kinder aus Obertshausen. Doch auch außerhalb der Stadt hat die Idee inzwischen Schule gemacht.

Ob hochwertige Lederwaren, Süßes aus der Manufaktur oder pädagogische Konzepte – Obertshausen hat so einiges zu bieten, das die Stadt mittlerweile weit über ihre Grenzen hinaus in der Welt bekannt macht. Neben den Produkten der vor Ort ansässigen Firmen hat sich vor allem das naturpädagogische Konzept des Waldkindergartens von Asha Scherbach zum wahren Exportschlager gemausert. Die Idee erregte bereits internationales Interesse, beispielsweise aus Südkorea, Japan oder Tansania. Schule gemacht hat auch die Idee der Kinderstadt, die die städtische Kinder- und Jugendförderung von 2003 bis 2009 jeweils in den Schulferien organisierte. Zehn Jahre ist es inzwischen her seit – inspiriert vom Obertshausener Projekt – das Kinderdorf in Niepars / Steinhagen in der Nähe von Stralsund das erste Mal seine Tore öffnete.

Seit 2001 veranstaltet das Team der hiesigen Jugendförderung mit der Jugendpflege Niepars regelmäßige Austauschprojekte, 2008 schlossen die Partner sogar einen Freundschaftsvertrag. Wie in einer echten Kommune funktionierte auch der Alltag in der Kinderstadt. Die Kinder wählten einen Bürgermeister und Richter, arbeiteten in etwa 40 Betrieben und verdienten ihr eigenes Geld – die Obis. Von diesem Projekt begeistert, hospitierten im Jahr 2006 mehrere Mitarbeiter aus Niepars in Obertshausen. Sie nahmen ihre Eindrücke und Erfahrungen mit an die Ostsee und schrieben das Konzept auf ihre Größe um. So entstand 2007 das Kinderdorf.

Zu dessen zehnjährigem Bestehen wurde nun auch das Team der Kinder- und Jugendförderung aus Obertshausen eingeladen. So verbrachten Fachbereichsleiter Michael Jentzsch und Fachdienstleiter Kai Hennig den Abschlusstag mit den 180 Kindern und ihren 40 Betreuern. Dabei wurden auch zahlreiche Erinnerungen an die Zeit in der eigenen Kinderstadt geweckt.

Abschlussfest der Ferienspiele: Bilder

Nachdem Michael Jentzsch und Kai Hennig an der Schranke von dem Grenzposten überprüft wurden, empfingen sie die Kinderdorf-Bürgermeisterin und ihren Stellvertreter. In Begleitung eines „Elternführers“ und der Kinder-Presse besichtigten sie das Dorf. In Obertshausen fand das Projekt Kinderstadt 2009 letzmalig statt. In den darauffolgenden Jahren wurde zunächst die Sporthalle an der Badstraße – einstige Heimat der Kinderstadt – für Umbaumaßnahmen geschlossen. Inzwischen wurde auch die Schulkinderbetreuung umstrukturiert. So sorgen heute an allen drei Grundschulen die Schulbetreuungen für die Ferienspiele. Die Kinder- und Jugendförderung bietet zusätzlich ein Programm für Kinder ab der fünften Klasse an, sodass heute mehr Kinder in den Sommerferien betreut werden können.

Der Besuch an der Ostsee wurde auch genutzt, um die nächsten gemeinsamen Projekte zu planen. „Die gemeinsamen Treffen sind für alle Beteiligten immer ein großer Gewinn und bringen für die Arbeit vor Ort wichtige Impulse“, erläutert Michael Jentzsch.

Zum Abschluss gab es dann noch ein Dankeschön der „Kinderdorf-Bewohner“ an die Gäste: „Ohne Euch würde es das Kinderdorf gar nicht geben, danke dafür.“ Auch wenn dabei ein wenig geflunkert wurde, denn die Kinderstadt-Idee stammt ursprünglich aus München. (thh)

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