Kippengeister „gewonnen“

Initiative „Einfach bücken“ erhält von Umweltlotterie 5000 Euro für Projekte

Professionell hergestellte Kippengeister sollen an allen Haltestellen in Obertshausen angebracht werden. Undine Zimmer zeigt einen selbst gebastelten Behälter.
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Professionell hergestellte Kippengeister sollen an allen Haltestellen in Obertshausen angebracht werden. Undine Zimmer zeigt einen selbst gebastelten Behälter.

Über den Gewinn von 5000 Euro aus der Umweltlotterie „Genau“ von Lotto Hessen freuen sich derzeit die Aktiven der Initiative „Einfach bücken“, einer Fachgruppe der Naturfreunde Obertshausen. „Damit können wir jetzt einige unserer Projekte umsetzen“, sagt Initiatorin Undine Zimmer.

Obertshausen – Erstaunt äußerte sich die Obertshausenerin über die Schnelligkeit, mit der sie den Gewinn nun erhielten. Die Aktiven haben sich erst vor Kurzem darum beworben, erläutert sie. Und man habe ihnen gesagt, die Wahrscheinlichkeit, bald zu den Bedachten zu zählen, sei eher gering. Vielleicht sei es gut gewesen, dass „Einfach bücken“ ein ganz konkretes Ziel habe, was mit dem Geld geschehen soll. Denn sie haben vor allem den Zigarettenkippen in der Landschaft den Kampf angesagt. „Wir wollen das Geld vor allem in die Prävention investieren“, betont Undine Zimmer.

Obertshausen soll nun mit sogenannten Kippengeistern ausgestattet werden. An allen Haltestellen sollen dazu entsprechende Röhren installiert werden, in die man die ausgedrückten Zigaretten werfen kann. Zwar gibt es solche Kippengeister auch schon jetzt, „aber die sind alle selbst gebastelt“, meint Undine Zimmer mit einem Lachen. Nun werde man dazu hergestellte Röhren beschaffen. Mit der Stadt sei bereits vereinbart, dass Mitarbeiter des Bauhofs die Kippengeister nicht nur installieren, sondern auch regelmäßig leeren.

Testweise wollen die Umweltschützer außerdem sogenannte Kippster beschaffen. Drei dieser Kästen sollen es zunächst sein. Mit diesen Kippensammlern kann man sozusagen Abstimmungen veranstalten. Auf den zweiteiligen Behältern wird eine Frage mit zwei Antwortmöglichkeiten angebracht. Denkbar wäre zum Beispiel: Welcher Fußballverein ist Ihr Favorit? Und dann können Raucher per Einwurf ihrer Kippe darüber entscheiden, ob Kickers Offenbach oder Eintracht Frankfurt mehr Stimmen erhalten. Die Fragen werde man regelmäßig verändern, kündigt Undine Zimmer an. Zusätzlich verteilen die Obertshausener Aktiven übrigens auch Taschenaschenbecher an Interessierte.

Ein zweiter Schwerpunkt bei den Investitionen des Gewinns ist die Präventionsarbeit in Kindertagesstätten und Schulen. „Nach unserem ersten Auftritt in einer Schule haben wir gesehen, wie begeistert die Kinder das Thema Müllsammeln und -trennen aufgenommen haben“, berichtet Undine Zimmer. Deshalb wollen die Organisatoren von „Einfach bücken“ Material für Kita- und Schulbesuche beschaffen. Da gebe es etwa eine Reihe von Spielen zu diesen Themen.

Seit etwa einem Jahr ist die Gruppe um Undine Zimmer, wie mehrfach berichtet, immer wieder unterwegs, um wilden Müll im Stadtgebiet zu aufzuklauben. Zu den fünf Aktiven kommen an den Sammeltagen meist zwischen 25 und 50 Freiwillige dazu, die meist sonntags Kippen, Plastikmüll, Flaschen und sogar Hinterlassenschaften von Hunden aus der Umwelt entfernen. 265 Säcke à 120 Liter Fassungsvermögen haben sie seitdem schon entfernt.

Das Projekt „Prävention von wildem Müll“ der Initiative „Einfach bücken“ ist das 15. Projekt im Kreis Offenbach, das seit dem Start der Umweltlotterie „Genau“ den Zusatzgewinn für die Umwelt erzielen konnte. (Von Claudia Bechthold)

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