Millimeterarbeit mit 4000 Kilo

Kita-Provisorium aus 17 Containern aufgestellt 

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Mithilfe eines Autokrans werden die einzelnen Elemente auf den vorbereiteten Fundamentblöcken platziert. Dabei ist Maßarbeit gefordert.

Obertshausen - Fast ein Jahr haben Planung, Vorbereitung und Lieferung gedauert. Gestern wurden die Container für die provisorische Erweiterung der Kita Rodaustraße nun aufgestellt. Von Thomas Holzamer 

„Langsam!“ schallt es über das Gelände direkt neben der Rodauhalle. Der Kranführer reagiert prompt. Nun deutlich langsamer, schwebt der große Container am Haken des Autokrans Zentimeter für Zentimeter auf seinen vorbestimmten Platz zu. Es ist Millimeterarbeit, die das dreiköpfige Team der Firma Fagsi leisten muss. Steht einer der insgesamt 17 See-Container später auch nur ein wenig schief auf den vorgefertigten Fundamenten, passt das „Puzzle“ am Ende nicht richtig zusammen. Ausgerichtet werden die Stahlboxen auf den Betonfundamenten mit kleinen Gummipolstern. So lassen sich kleine Höhenunterschiede gut ausgleichen, erläutert Bau- und Projektleiterin Joline Pascheke, die die Arbeiten überwacht.

Vorsicht ist dabei auch gefragt: Rund vier Tonnen wiegt jedes der Elemente – mehr als genug Gewicht, um großen Schaden anzurichten, wenn die Last am Haken irgendwo gegen stößt. Und lebensgefährlich für die Arbeiter, wenn sie aus Unachtsamkeit unter oder zwischen die Stahlkolosse geraten sollten. Daher braucht es für die letzten Millimeter nicht nur die volle Konzentration, sondern auch die ganze Körperkraft der Männer, die das Element ausrichten müssen. Sind die Container einmal positioniert, geht es dann etwas schneller, weiß sie. Alle 17 Container für das Provisorium zur Erweiterung der Kita Rodaustraße wollen sie an diesem Tag aufstellen.

Doch bis die 24 Kleinkinder und ihre Erzieherinnen dann tatsächlich Leben in die neuen Räume bringen können, wird es noch ein paar Wochen dauern. Schließlich gibt es bis zur geplanten Schlüsselübergabe zum 10. September noch viel zu tun und mehrere Gewerke müssen ihre Arbeit erledigen. Zunächst gelte es, das Dach der zusammengefügten Elemente richtig zu verschließen und abzudichten, erläutert Joline Pascheke. Auch die Stromversorgung und die Anschlüsse für die Sanitäranlagen der Container-Kita müssten noch mit den vorbereiteten Anschlüssen verbunden werden.

Klagen auf den Kita-Platz - aber wie?

Einiges gibt es zudem beim darauf folgenden Innenausbau zu tun. Mehr als beispielsweise bei der klassischen Verwendung solcher Container als mobiles Büro oder zur Unterbringung von Arbeitern auf Großbaustellen. So bekommen die künftigen Gruppenräume Linoleum statt des gängigen PVC-Bodens. Die Wände, die sonst schlicht mit Spanplatten verkleidet sind, nimmt sich später noch ein Maler vor. Darüber hinaus müssten noch die Decken der Stahlboxen abgehängt werden, erläutert die Bauleiterin. Auch von außen sieht man dem neuen Domizil seine Besonderheit an: Statt der sonst üblichen kleinen Standardfenster wurde ein Teil der Elemente an den Stirnseiten mit vollflächigen Fenstern versehen, damit der Nachwuchs ausreichend Licht zum Spielen und Basteln hat. Diese sollen später auch den Blick auf das Außengelände freigeben, dass ebenfalls noch fertiggestellt werden muss.

Inzwischen schwebt bereits das nächste Container-Teilstück seinem Platz entgegen und der nun leere Lkw rollt davon. Lange wird sein Platz nicht leer bleiben, schließlich warten um die Ecke bereits die nächsten zwei Sattelzüge darauf, ihre Fracht loszuwerden.

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