Waldschule-Kinder im Hessen-Quiz im hr-Fernsehen

Und Klappe: Zebras vor Kamera

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Gleich geht es los: Bevor Daniel und Leon die berühmten Persönlichkeiten vor der Kamera beschreiben dürfen, gibt Redakteurin Leonie Trebing den zwei Jungs noch letzte Tipps zum Sprechen vor der Kamera.

Obertshausen - Kinder der Hausener Waldschule haben gestern Personen und Plätze beschrieben, damit die im Fernsehstudio von Kandidaten des Hessen-Quiz’ erraten werden können. Die Aufnahmen bereiten allen Beteiligten viel Vergnügen. Von Michael Prochnow 

„Du kommst hier nich’ rein!“ Daniel und Leon haben den osteuropäischen Akzent drauf, selbst die Bewegungen der gesuchten Person können sie imitieren, als würden sie selbst jeden Abend auf einer Bühne stehen. Die beiden Achtjährigen sitzen auf ihren Stühlen und an einem Tisch in ihrem Klassenraum. Eigentlich alles wie immer – wären da nicht zwei Mikrofone und zwei Kameras auf sie gerichtet.

Und anstelle von Laura Mark, Lehrerin der „Zebras“, hat Heidi Hehrlein die beiden Freunde im Blick. Die zweite große Pause ist gerade zu Ende, aber noch sind die „Drachen“ im Saal nebenan ziemlich laut, wendet Kameramann Rick Gajek ein. Die Zwischentür wird geschlossen, jetzt geht’s. Redakteurin Leonie Trebing hält den beiden Jungs eine Klappe mit einem Zettel vor die Nase, auf der ihre beiden Vornamen stehen. Dann sollen sie „action“ rufen. „Äääktschen!“

Die Führungskamera läuft, hat immer beide Schüler im Visier. Das andere Objektiv richtet Rick immer auf denjenigen, der gerade spricht. Oder die Bewegungen des gesuchten Stars nachäfft. Blöd nur, dass Daniel seinen Stuhl verlässt und hinter dem Stativ fürs Licht verschwindet. Keine Chance für Rick.

Also lässt Heidi das Duo die Grimassen auf der anderen Seite des Tisches wiederholen. „Der macht andauernd Leute nach“, hilft Leon den noch unbekannten Mitspielern auf die Sprünge. „Und wie guckt der?“, startet die Mitarbeiterin aus Heusenstamm einen neuerlichen Anlauf, abstrakte Hinweise auf den prominenten Kopf von den jungen Hausenern zu ergattern.

„Der guckt so mit den Augen auf“, antwortet Leon wie eben ein guter Schüler antwortet – und imitiert wieder den Kabarettisten. „Der ist in Deutschland geboren und ein bisschen Türke.“ Solche Formulierungen zaubern Heidi ein breites Grinsen ins Gesicht. „Und hat er eine Freundin?“, provoziert die Fernsehfrau das nächste Bonmot. „Die ist in die Schweiz gegangen“, reagiert der Bub im schwarzen T-Shirt trocken.

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70 Schulen haben sie schon besucht, plaudert die Absolventin der Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften. Kollegin Leonie verschwindet in einen Raum an der Aula, um das nächste Duo auf seinen Auftritt vorzubereiten, den Zweitklässlern Fotos zu zeigen und Hinweise auf den nächsten Begriff zu geben. „Wenn wir nicht Kinder aus allen Teilen Hessens aufnehmen, gibt’s böse Anrufe“, weiß die Expertin. Selbst Goethe und Reich-Ranicki ließen sie die Grundschüler schon erklären. Am liebsten würden sie Abc-Schützen vor die Kamera setzen, aber um Kinder aufzunehmen, müssen die TV-Leute das Okay mehrerer Behörden vorlegen und eine Unbedenklichkeitserklärung vom Kinderarzt für die gewünschten Sprösslinge besitzen.

Darum hat sich im vergangnen Schuljahr der Vorgänger von Klassenlehrerin Mark, Michael Weißwange, bemüht. In welchen Sendungen die vier Paare aus der Waldschule auftreten, wissen die Redakteurinnen noch nicht. Aber die Klassen werden informiert, kriegen eine DVD.

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