Kleine Entdecker im Wald

In Obertshausens christlichem Naturkindergarten werden Motorik und Kreativität gefördert

Über Stock und Stein geht es für die Kinder bei den Ausflügen des christlichen Naturkindergartens. Erzieherin Sonja Kowalewski (Zweite von links) passt auf, dass sich ihre Schützlinge nicht verletzen.
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Über Stock und Stein geht es für die Kinder bei den Ausflügen des christlichen Naturkindergartens. Erzieherin Sonja Kowalewski (Zweite von links) passt auf, dass sich ihre Schützlinge nicht verletzen.

Im Matsch wühlen, Stöcke sammeln oder über Bäumstämme klettern: Bei den Ausflügen des neu gegründeten christlichen Naturkindergartens kann der Nachwuchs seiner Neugier freien Lauf lassen. Bei den Spaziergängen zeigt Leiterin Asha Scherbach ihren Schützlingen, was es im Wald und auf Feldern zu entdecken gibt.

Obertshausen – In dicke Jacken eingepackt und mit warmen Mützen auf dem Kopf rennen die Kinder aus Asha Scherbachs Gruppe über den nassen Waldboden, klettern auf Baumstämme und untersuchen, was es dort alles zu entdecken gibt. Scherbach und ihre Kolleginnen Sonja Kowalewski und Katrin Schweizer schauen dem Treiben zu, halten die Kleinen beim Klettern fest oder helfen ihnen nach ungewollten Stürzen wieder auf. „Die Kinder haben viel Spaß hier“, sagt Scherbach.

Auf die Idee für ihre Erziehungsstätte kommt Scherbach durch ein Gemeindemitglied. Nachdem der Kirchenvorstand ihrem Konzept zustimmt, reicht sie den nötigen Antrag bei der Stadt ein. Und der wird schnell genehmigt. „Wir hatten noch nicht mal den Kaffee ausgetrunken, als der Antrag bewilligt war.“

Am 18. August eröffnet die gelernte Erzieherin ihren Kindergarten auf dem Gelände der evangelischen Waldkirche an der Schönbornstraße. In den Räumen des Gemeindehauses können die Kinder malen, basteln oder spielen. Allerdings nur mit Wachsmalstiften oder Holzspielzeug, Plastik gibt es nicht. „Wir bitten die Eltern, ihren Kindern auch nichts mitzugeben“, sagt Scherbach.

Feste Rituale, betont die Leiterin, gebe es zur Begrüßung, vor dem – ausschließlich vegetarischen – Essen und zum Abschluss des Tages. Bei einem Morgen- und Abschlusskreis singen alle zusammen christliche Lieder, und das, obwohl auch muslimische Kinder zu ihren Schützlingen gehören. Doch genau dies gehöre auch zum ihrem Konzept, betont Asha Scherbach. „Jeder ist hier willkommen.“ Die Leiterin möchte nämlich nicht nur die motorischen und kreativen Fähigkeiten von jungen Menschen fördern, sondern auch für ein christliches Miteinander werben.

Auch Ausflüge in die Natur gehören zum Leitbild des Kindergartens. Neben den zwei „Platztagen“, die die Kinder auf dem Kirchengelände verbringen, geht es dreimal in der Woche in den Wald an der Ecke Burgstraße und Gartenstraße. „Das hält sie gesund“, betont Scherbach, die zudem davon überzeugt ist, dass „Kinder ohnehin am liebsten draußen spielen“. Auf einem aus Holz gebauten Sitzkreis wird gesungen und gefrühstückt, danach können die Kinder, in Sichtweite der Erzieherinnen, den Wald eingenständig erkunden.

Erzieherin Sonja Kowalewski ist von den Möglichkeiten, die der Kindergarten dem Nachwuchs bietet, begeistert, denn diese förderten nicht nur die Kreativität der Kleinen, auch die Interaktion zwischen ihnen werde bei den Ausflügen gestärkt. „Für uns ist es auch wichtig, dass die Kinder richtig deutsch lernen“, sagt Leiterin Asha Scherbach. Bei den Spaziergängen über das angrenzende Feld zeigt sie der Gruppe, welche Pflanzen und Sträucher dort wachsen: „Bei unserem letzten Ausflug haben die Kinder beispielsweise Sauerampher kennengelernt.“ Aber auch auf dem Gelände des Gemeindehauses bringen die Erzieherinnen den Kindern die Natur näher. So haben sie mit dem Nachwuchs bereits ein Hochbeet angelegt, das sie in den kommenden Tagen mit Blumenzwiebeln bestücken wollen. Das nächste Ausflugsziel verrät Scherbach auch: Es soll zu einem Imker gehen. (Von Joshua Bär)

Infos im Internet: senseabilityacademy.de

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