Fest auf dem Gelände am Hans-Möser-Platz

Evergreens mit Spanferkeln

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Die Besucher ließen sich Spanferkel, Langos und Kuchen schmecken. Die Pächter beim Kleingärtnerverein schoben viele Arbeitsstunden für das Fest.

Obertshausen - Das Gartenfest des Kleingärtnervereins (KGV) Obertshausen hat ein kleines Jubiläum gefeiert: Zum 45. Mal luden die Mitbürger mit dem grünen Daumen die Bevölkerung auf das Gelände am Hans-Möser-Platz am Rembrücker Weg ein. Von Michael Prochnow

Das Überreichen des Saukopfs ist Tradition. Diesmal bekam ihn KGV-Vize-Vorsitzender Hans-Jörgen Schuster.

Der Lockruf vom Kleingärtnerverein wurde auch beim 45. Gartenfest gehört. Vor allem zum „Hessischen Abend“ am Freitag kamen viele Besucher aus nah und fern auf den Festplatz der Gastgeber. Die Obertshausener Metronom Music, die eigentlich schon in Rente gegangen ist, spielte aus langjähriger Verbundenheit mit den Hobbygärtnern bekannte Hits und Evergreens. Sängerin Collette Fengler begeisterte die Generationen mit einem großen ABBA-Medley und zog immer wieder Paare auf die Tanzfläche vor der Band.
Der Weinabend am Samstag verläuft stets ein bisschen ruhiger, erklärte Vorsitzender Siegfried Wilz, das war auch diesmal so. Gartenfreunde, die aus Kroatien stammen, bereiteten Langos zu, die ungarischen Teigkringel. Dieselben Landsleute begannen bereits am frühen Sonntagmorgen, zwei Spanferkel am Spieß zu brutzeln – ein Grund für viele Stammgäste, sich am Mittag auf dem Gelände treffen.

Ein großes und erfahrenes Team um KGV-Mann Walter Schirholz übernahm den schweißtreibenden Job vor glühenden Kohlen. Als die erste Sau traditionell dem Publikum präsentiert werden sollte, versuchten Wilz und Peter Mennig mit der heißen Ware „heimlich“ abzubiegen. Der Alarm aus Schirholz’ Tröte und verwunderte Blicke der Gäste mit den hungrigen Mägen bewegten die „Gauner“ zur Umkehr…

Mit einem anderen Brauch überreichen die Brutzler stets nach getaner Arbeit den Saukopf an einen verdienten Gartenfreund. Diesmal hatten sie sich für Hans-Jörgen Schuster, den Vize-Vorsitzenden des KGV, entschieden. Auf das vollbrachte Werk wurde unter weißen Pavillons mit Bier und Slibowitz angestoßen.

Insgesamt schoben die Pächter aus fast allen der insgesamt 97 Parzellen auf dem Fest rund 800 Stunden Dienst, für jeden Garten sind per Vereinsstatuten acht Arbeitsstunden festgeschrieben. Viele Aktive helfen aber auch darüber hinaus mit, während einige Senioren nicht mehr selbst mit anpacken können, erläutert Wilz. Weiterhin führe der Vorstand eine lange Warteliste interessierter Bewohner. Bis zu fünf Jahren dauert es, bis eine Obertshausener Familie eine der etwa 300 Quadratmeter großen Flächen mit Gartenhütte darauf übernehmen kann.

Bilder: Ausgelassene Stimmung beim Weinfest in Obertshausen

Das sei bei den Freunden vom Landsberg in der Partnerstadt Meiningen ganz anders. Dort müssen sie die Arbeitsstunden auch verwenden, um leer stehende Flächen zu pflegen. In der Theaterstadt an der Werra existieren noch zwei Dutzend Kleingärtnervereine. Für den am Landsberg in Meiningen haben sie sich damals entschieden, weil er gerade sein 50-jähriges Bestehen feierte, erinnerte sich Wilz. Die damaligen Leiter Hans-Jürgen Möser und Roland Spiller besiegelten die Verbindung mit Urkunden und Unterschriften. Besuch erhielten die Hessen auch aus Steinau an der Straße, wohin sie ebenfalls enge Kontakte pflegen.

Das erste Gartenfest am Rembrücker Weg stieg am 9. und 10. September 1973. Da war der Verein gerade zweieinhalb Jahre alt. Als der Vorstand ’86 die Pergola bauen wollte, erhielt er zunächst keine Erlaubnis, weil der Unterstand auf der Grenze des gepachteten Geländes stehen würde. Doch die Hobbygärtner hatten bei der Gemeinde längst beantragt, auch das Nachbargrundstück nutzen zu können. So durften sie auch die Halle am heutigen Möser-Platz errichten. In den vergangenen Jahren richteten sie noch die idyllische Weinlaube und den Lehrgarten für Kindergärten ein.

Mit dem Nachwuchs bemalten Helfer am Nachmittag Blumentöpfe. Zudem konnten die Mädchen und Jungen Saatgut für Ringelblumen in die Erde bringen. Zum Finale servierten die KGV-Damen selbst gebackene Kuchen und Torten.

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