Koalition prüft temporäre Sperrung

Durchfahrt zum Eingang der Waldschule bald verboten?

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Vor der Waldschule sieht es nicht immer so ruhig aus.

Obertshausen - Regelmäßig sorgen Elterntaxis vor der Waldschule für gefährliche Situationen. Das wollen CDU und SPD nun ändern und die Verkehrssicherheit rund um die Grundschule verbessern. Von Thomas Holzamer 

Langsam fährt der SUV rückwärts. Schon jetzt ragt das Heck des schwarzen Geländewagens, dessen Fahrer in der Lücke zwischen zwei am Straßenrand haltenden Wagen wenden möchte, zur Hälfte über den Gehweg. Auf diesem kommen gerade zwei Kinder auf ihren Rollern angesaust und fast wären sie von dem Fahrzeug gestreift worden. Sehen kann der Autofahrer die beiden Grundschüler nicht. Das hohe Heck seines Fahrzeugs, die auf beiden Seiten geparkten Autos und das Gewusel kurz vor Schulbeginn gegen 7.45 Uhr vor der Waldschule – und vielleicht auch ein wenig Unaufmerksamkeit – hätten fast zum Unfall geführt.

Eine Situation, wie sie sich ähnlich vor den Eingängen unzähliger Schulen tagtäglich abspielt, wenn Elterntaxis den Nachwuchs am besten direkt vor der Schultür absetzen wollen. Nachdem die Stadt bereits vor der Joseph-von-Eichendorff-Schule und an der Hermann-Hesse Schule sogenannte „Elternhaltestellen“ zum Absetzen der Kinder eingerichtet hat, soll nach dem Willen der Koalition aus CDU und SPD auch die Verkehrssituation rund um die Waldschule sicherer werden. Denn die Tatsache, dass die Adenauerstraße keine 150 Meter hinter dem Schultor in einer Sackgasse endet, sorgt dafür, dass die Elterntaxis inmitten des morgendlichen Getümmels wenden müssen.

Gerade zu Unterrichtsbeginn und -ende herrsche vor der Waldschule meist ein absolutes Verkehrschaos, beschreibt CDU-Fraktionsmitglied Klaus Broutscheck stellvertretend für das Bündnis die Situation. Der überwiegende Teil der Autofahrer halte sich dabei weder an die geltenden Verkehrsregeln, noch an die bereits jetzt ausgeschilderten Halteverbote, sodass regelmäßig jene Schulkinder gefährdet würden, die vorbildlich zu Fuß oder mit dem Fahrrad kommen. Nun möchte die Große Koalition die Verwaltung beauftragen, Vorschläge für eine Verbesserung der Verkehrssicherheit rund um die Waldschule und die benachbarte Wohnanlage an der Brückenstraße zu erarbeiten.

Dazu schlägt das Bündnis unter anderem vor, ein temporäres Durchfahrtsverbot für den Teil der Brückenstraße vor dem Haupteingang der Schule einzurichten. Mit einem solchen hat man im benachbarten Heusenstamm bereits gute Erfahrungen gemacht. Dort ist jeweils rund um Schulbeginn und -ende die Leibnizstraße zwischen Adolf-Reichwein-Gymnasium und -Schule für den Verkehr gesperrt. Ein solches Durchfahrtsverbot könne man sich auch gut an der Waldschule vorstellen, zumal von einem solchen an dieser Stelle tatsächlich nur der Hol- und Bringverkehr zur Schule betroffen wäre, erläutert Broutscheck die Idee. Denn an jenem Straßenabschnitt liegt nur die Grundschule.

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Bei den übrigen Fraktionen im Stadtparlament stößt das Vorhaben auf Zustimmung. Von den Mitgliedern des Umwelt-, Bau- und Verkehrsausschusses gab es vergangene Woche eine einstimmige Beschlussempfehlung. Zusätzlich regte Matthias Krug (FDP) an, auch die Situation rund um die Sonnentauschule am Rembrücker Weg einer Betrachtung zu unterziehen. Dort ist mit Schule, Seniorenwohnheim und Durchgangsverkehr bereits zur Hauptverkehrszeit Einiges los. „Das wird sich vermutlich mit dem Bau des Familienzentrums mit Kita künftig noch zuspitzen“, ist er sich sicher.

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