Koalition aus CDU und SPD

Tempolimit auf A3: Bündnis will nicht locker lassen

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Nur die Lärmschutzwand und ein wenig Grün trennen die ersten Häuser am Ortsrand von der Autobahn. Zu laut, sagen viele Anwohner. Aber nicht laut genug für ein Tempolimit, befindet die Straßenbaubehörde Hessen Mobil.

Obertshausen - Alle guten Dinge sind drei, heißt es im Volksmund. Getreu diesem Motto wollen CDU und SPD einen weiteren Versuch unternehmen, ein Tempolimit auf der A3 zu erreichen. Von Thomas Holzamer 

Ganz, gar nicht, oder doch wenigstens ein bisschen – das Thema Tempolimit auf der Bundesautobahn 3 zwischen Hanau und dem Offenbacher Kreuz treibt die örtliche Politik schon seit Jahren um. Allerdings blieben die bisherigen Vorstöße, auf diesem Teilstück eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 120 Stundenkilometern zu erwirken, bisher erfolglos. Zwei Anfragen seitens der Stadt hat die zuständige Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil bereits eine Absage erteilt.

Nachdem die erste Forderung nach einem generellen Tempolimit im Jahr 2014 von der Behörde abgelehnt worden war, hatte der Magistrat letztes Frühjahr auf Wunsch der Stadtverordnetenversammlung die Einrichtung einer temporären Geschwindigkeitsbegrenzung zumindest für die nächtliche Zeit zwischen 22 und 6 Uhr angefragt – und prompt wieder eine Abfuhr kassiert.

Das Hauptargument der Obertshausener, ein Tempolimit als Lärmschutz für die direkt an der Autobahn liegenden Wohngebiete der Kleinstadt, hatte Hessen Mobil für unbegründet erachtet. Laut dem Antwortschreiben der Straßenbaubehörde von Mitte Juni vergangenen Jahres würden unter anderem die gesetzlichen Richtwerte von 60 Dezibel für Wohngebiete bei Nacht nicht überschritten, teilen Christ- und Sozialdemokraten mit. „Allerdings blieb Hessen Mobil bis zum heutigen Tag, auch auf Nachfrage, eine Antwort schuldig, an welchem Tag und zu welcher Uhrzeit die Messungen stattgefunden haben“, heißt es in der Begründung jenes Antrags, mit dem das Bündnis den Magistrat nun ein weiteres Mal beauftragen möchte, bei der Wiesbadener Behörde auf ein Tempolimit hinzuwirken. Auch seien die für Obertshausen tatsächlich ermittelten Werte, auf die sich Hessen Mobil in seiner Stellungnahme berufe, der Stadt bisher nicht bekannt.

Nun hoffen SPD und CDU, dass die erneute Initiative doch noch von Erfolg gekrönt werden könnte. Grund zu dieser Hoffnung bietet als Beispiel das A 3-Teilstück zwischen Niedernhausen und dem Wiesbadener Kreuz. Dort wurde auf Vorstoß des Wiesbadener Stadtteils Auringen – ebenfalls aus Gründen des Lärmschutzes – im Jahr 2016 ein Tempolimit von 100 Stundenkilometern eingeführt.

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Wie bereits der Vorstoß im vergangenen Jahr greift das Ansinnen der Großen Koalition für Obertshausens Grüne jedoch nicht weit genug. Sie fordern ein generelles Tempolimit und haben dazu bereits einen Änderungsantrag formuliert. Neben dem Lärmschutz geht es der Fraktion dabei auch um eine Reduzierung des Schadstoffausstoßes. Darüber hinaus möchten die Grünen an dieser Stelle auch den aktuellen Schadstoffausstoß messen.

Über beide Anträge müssen die Parlamentarier nun in ihrer Sitzung in der kommenden Woche entscheiden.

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