Kein Gedanke ans Aufhören

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Walter Kretschmer rechts) ist nun Ehrenvorsitzender der Kolpingfamilie Obertshausen.

Obertshausen - Zu den diversen kirchlichen und weltlichen Ehrungen, die Walter Kretschmer im Lauf der Jahre bekommen hat, ist eine weitere hinzugekommen, die ihm als bislang Einzigem zuteil wurde. Von Karl-Heinz Otterbein 

Die Kolpingfamilie Obertshausen ernannte den 72-Jährigen kürzlich zu ihrem Ehrenvorsitzenden. Während eines adventlichen Abends würdigten Kolping-Vorsitzender Heinz-Jürgen Grab und Ehrenpräses Pfarrer Norbert Hofmann die herausragenden Verdienste Kretschmers um die Kolpingfamilie und um die Pfarrei Herz Jesu und dankten auch besonders dessen Ehefrau Renate. Der heute 72-Jährige, der in Tschernhausen im Sudetenland geboren wurde und 1946 mit seiner Mutter als Heimatvertriebener nach Offenbach und 1960 nach Obertshausen kam, initiierte im Jahr 1962 die Gründung der Kolpingsfamilie Obertshausen. Kretschmer gehörte bereits seit 1959 der Kolpingfamilie Offenbach an und wurde in seiner neuen Heimat zunächst Mitglied der Kolpingfamilie Hausen, da es in Obertshausen noch keine Kolpingfamilie gab. Das änderte sich am 28. Oktober 1962. Zu den zehn Gründern gehörte Walter Kretschmer, der auch zum Vorsitzenden gewählt wurde. Dieses Amt hatte Kretschmer mehr als 50 Jahre bis zum 1. März dieses Jahres inne.

„Unsere erstes Präses wurde der damalige Pfarrer Emil Neidig“, erinnert sich Kretschmer. „Er hat seinerzeit zu mir gesagt, „Wenn Du das machst, will ich, dass das kein Strohfeuer wird“. Von einem möglichen Strohfeuer kann keine Rede sein, die Kolpingfamilie Obertshausen konnte im Oktober vergangenen Jahres ihr 50-jähriges Bestehen feiern und zählt derzeit knapp 120 Mitglieder. Und Walter Kretschmer, der sein Amt als Vorsitzender auf eigenen Wunsch auf- und an Heinz Jürgen Grab weitergab, ist dem Vorstand und seiner Kolping treu geblieben. In dem Führungsgremium ist er seither für Bildungsreisen und -fahrten zuständig. Und ein Ende seiner Vorstandstätigkeit ist nicht abzusehen.

Während Kretschmers Amtszeit unternahm die Kolpingfamilie zahllose Tagesfahrten und mehr als 30 Studien- und Pilgerreise, die meisten von Präses Pfarrer Norbert Hofmann als geistlichem Beistand begleitet. Die jährlichen Kleider- und Korkensammlungen wurden ebenso unter dem Vorsitzenden Walter Kretschmer gestartet wie die Päckchenaktion für rumänische Waisenkinder und die Patenschaftsaktion für drei Familien in Portugal. Auch die Gründung des Kleiderkorbs für Kinder fiel in Kretschmers Amtszeit.

Für sein jahrzehntelanges Engagement wurde der heute 72-Jährige 1983 mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen ausgezeichnet, 2004 erhielt er die goldene Verdienstmedaille der Stadt Obertshausen, 2007 wurde er mit der Obertshausen-Medaille ausgezeichnet. Und die Martinus-Medaille, die höchste Auszeichnung des Bistums Mainz, verlieh der Mainzer Bischof Karl Kardinal Lehmann Walter Kretschmer am 27. Januar dieses Jahres.

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