Alleine an den Start

GroKo will Klimaschutzkonzept auch ohne Mühlheim realisieren

Obertshausen - Die Idee, in interkommunaler Zusammenarbeit mit Mühlheim ein Klimaschutzkonzept zu erstellen, gibt es schon länger. Nachdem das Projekt bei den Nachbarn derzeit jedoch auf Eis liegt, will die Koalition nun allein starten. Von Thomas Holzamer 

Solaranlagen auf städtischen Gebäuden, der Verzicht auf Glyphosat und Neonicotinoide bei der Pflege von städtischen Grünflächen oder der Schutz und die Pflege von Biotopen auf Obertshausener Gemarkung – einige Ideen und Projekte zu den Themen Energieeinsparung und Umweltschutz wurden im Stadtparlament in den vergangenen Jahren diskutiert und auf den Weg gebracht. Um den Klimaschutz in Obertshausen auch künftig fest zu verankern, möchten CDU und SPD den Magistrat nun mit der Erstellung eines integrierten Energie- und Klimaschutzkonzepts für die Stadt Obertshausen beauftragen. Dieses soll nach dem Wunsch der Koalition künftig als strategische Entscheidungsgrundlage und Planungshilfe rund um den Klimaschutz dienen.

Ziel des Papiers soll es sein, möglichst viele klimarelevante Themenfelder im städtischen Betrieb abzubilden, angefangen vom Flächenmanagement, städtischen Liegenschaften oder der IT bis hin zur Straßenbeleuchtung, der Nutzung von erneuerbaren Energien oder E-Mobilität. Auch Empfehlungen für Private oder Gewerbebetriebe sollen darin enthalten sein. So komme man letztlich weg von einzelnen Kleinstmaßnahmen und hin zu einer umfassenden Beschäftigung mit dem Thema, fasst Manfred Schmutzer (CDU) zusammen. Aus dem Konzept ließen sich künftig Ansatzpunkte für weitere Projekte herausarbeiten.

Auch SPD-Fraktionsvorsitzender Manuel Friedrich teilt diese Ansicht. „Im Kreis Offenbach haben außer Obertshausen, Hainburg und Mühlheim alle Kommunen ein Klimaschutzkonzept“, sagt er. Ursprünglich hatten Obertshausens Parlamentarier erwogen, mit Letzterer in interkommunaler Zusammenarbeit ein Klimakonzept zu realisieren. Entsprechende Anfrage der Verwaltung, habe jedoch ergeben, dass das Thema in Mühlheim derzeit jedoch nicht weiter verfolgt wird.

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Auch in Obertshausens Opposition sind nicht alle Fraktionen gleichermaßen überzeugt von der Notwendigkeit eines Umweltkonzepts und den Kosten die für dessen Erstellung fällig werden. „Die Frage ist doch, für was brauchen wir es“, fasst Matthias Krug (FDP) stellvertretend für seine Fraktion zusammen. 50.000 Euro sind für die Aufstellung des Konzepts im aktuellen Doppelhaushalt eingeplant. Gefördert wird die Erstellung des Papiers vom Projektträger Jülich (PtJ) im Auftrag des Bundesumweltministeriums mit voraussichtlich 35.000 Euro. Um den Eigenanteil, den die Stadtkasse an dem Projekt zu tragen hat, jedoch so gering wie möglich zu halten, soll der Magistrat nach dem Wunsch der Koalition nach weiteren Fördermöglichkeiten Ausschau halten. In der heutigen Stadtverordnetenversammlung entscheiden die Parlamentarier über den Antrag.

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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