Konkrete Antwort bleibt aus

Obertshausen - Viel Neues gab es nicht zu erfahren, bei der Info-Veranstaltung für Bürger zur Einführung der Biotonne. Vielleicht hatten auch deshalb nur etwa 90 Obertshausener den Weg ins Bürgerhaus gefunden. Von Lena Marie Jörger

Dort erläuterten der städtische Abfallberater Peter Kleinschmitt, Erster Stadtrat und zuständiger Dezernent Hubert Gerhards und Bürgermeister Roger Winter zunächst noch einmal die grundlegenden Dinge: Warum und wann kommt die Tonne, was gehört hinein, was nicht.

Gleich mehreren Bürgern brannte aber eine ganz andere Frage unter den Nägeln: Was kostet mich das? Hubert Gerhards redete erstmal drum herum, betonte, dass für den Biomüll keine eigene Gebühr anfällt, sondern die Kosten in die Abfallgebühr eingerechnet werden. Was das für die Bürger heißt? Darauf gibt der Erste Stadtrat keine eindeutige Antwort. „Ich gehe davon aus, dass wir die Preise zumindest für das nächste Jahr weitestgehend stabil halten können.“ Er sagt aber auch: „Eine geringfügige Erhöhung hängt nicht mit der Biotonne zusammen, sondern mit allgemeinen Preissteigerungen.“ Andeutungen, die einige Bürger wütend machten. „Schenken Sie uns reinen Wein ein, damit wir wissen, woran wir sind!“, forderte einer. Gerhards wich aus. Die Gebühren würden derzeit von einem Fachinstitut berechnet. Erst wenn die Ergebnisse vorlägen, könne man mehr sagen.

Fakt ist, dass die Entsorgung einer Gewichtstonne Biomüll mit 95 Euro deutlich günstiger ist als die einer Tonne Restmüll (239) Euro. Da sich die Menge der Restabfälle mit Einführung der Biotonne reduzieren soll, geht die Stadt davon aus, dass sich die Kosten ausgleichen. Die Verdopplung der Abfuhrzeiten – die Biotonne wird ab alle 14 Tage, im Wechsel mit der Restmülltonne, geleert – sei nicht ausschlaggebend, betonte Peter Kleinschmitt. Eine Abfuhr koste die Stadt 54 Cent. Die Intervalle zu vergrößern „spart also nicht die Welt“.

Bedenken, die Gebühren für Restmüll könnten steigen, konnte Hubert Gerhards nicht ausräumen. „Das können wir nicht ausschließen.“ Zumal kostendeckend gerechnet werden muss. Er appellierte an das Umweltbewusstsein der Bürger. „Geld ist die eine Sache, der sinnvolle Umgang mit unseren Ressourcen die andere.“ Der Biomüll aus dem Kreis wird künftig zu einer Anlage in Frankfurt gebracht, die Biogas und Kompost gewinnt.

Gerhards motivierte außerdem, Grünschnitt weiterhin an den Sammelstellen abzugeben. Die Entsorgung koste die Stadt noch weniger als die des Biomülls, etwa 30 Euro. Geringe Mengen Gartenabfälle dürfen aber auch in die Biotonne. Deren Inhalt werde im Übrigen nicht kontrolliert. „Dazu haben wir nicht das Personal“, sagte Gerhards. Ob das Abfuhrunternehmen aber nicht doch mal Tonnen stehen lässt, in denen was anderes als Biomüll drin ist, bleibt abzuwarten.

Die neuen Behälter werden ab Ende November ausgeliefert. Ab Januar gibt es gegen eine Verwaltungsgebühr die Möglichkeit, die Tonnengrößen zu tauschen. Wer eine braune Tonne erwartet, wird im Übrigen möglicherweise enttäuscht sein: Nur der Deckel ist braun, der Rest schwarz. „Braune waren auf dem Markt schwer zu bekommen“, verriet Kleinschmitt.

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