Aus dem Kreis Offenbach 

Bester Lehrer Deutschlands: So rührend sprechen seine Schüler über ihn  

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Marco Rill ist Gewinner des Deutschen Lehrerpreises: Der 37-Jährige unterrichtet Mathematik, Geschichte sowie Politik und Wirtschaft an der Hermann-Hesse-Schule in Obertshausen. Foto: yfi

Der beste Lehrer Deutschlands kommt aus dem Kreis Offenbach. Seine Schüler adeln ihn mit emotionalen Worten. 

Obertshausen – Dass Schüler ihren Lehrer mögen, ist weiß Gott keine Selbstverständlichkeit. Dass sie ihn aber so sehr schätzen und ihn für die Auszeichnung zu Deutschlands bestem Lehrer vorschlagen, passiert mit Sicherheit nicht alle Tage. Da verwundert es nicht, dass Marco Rill, Lehrer an der Hermann-Hesse-Schule (HHS) in Obertshausen (Kreis Offenbach), seiner Klasse erst nicht so richtig glauben wollte, als diese ihm von ihren Plänen berichtete.

Kreis Offenbach: Bester Lehrer Deutschlands geehrt. 

„Erst als dann der Brief mit der Einladung zur Preisverleihung kam, wusste ich, dass das kein Spaß war“, erzählt der 37-Jährige. In der Bundeshauptstadt bekommt er heute gemeinsam mit Kollegen aus anderen Bundesländern den Preis in der Kategorie „Schüler zeichnen Lehrer aus“ verliehen, den der Deutsche Philologenverband gemeinsam mit der Vodafone-Stiftung Deutschland vergibt.

„Natürlich freue ich mich über den Preis, wobei ich mich aber auch ein wenig schwer mit der Rolle tue“, gesteht Marco Rill. „Schließlich bin ich bei Weitem nicht der einzige Lehrer, der diese Auszeichnung verdient hätte.“ Dass es nun ausgerechnet ihn getroffen hat, macht ihn natürlich trotzdem stolz.

Die Idee, ihren ehemaligen Lehrer für den Preis vorzuschlagen, kam Schülerin Hannah. Deren Klasse hatte Rill, kurz nachdem er vor sieben Jahren an die HHS kam, übernommen. Als Klassenlehrer begleitete er die Jugendlichen von der fünften Klasse an bis zu ihrem Wechsel in die gymnasiale Oberstufe. 

Bester Lehrer Deutschlands kommt aus Obertshausen 

Dass er in den Fächern Mathematik, Geschichte, Politik und Wirtschaft keine schlechte Figur machte, beweist das Lob seiner Schützlinge: „Bei ihm lernten wir nicht nur Sachen, die auf dem Lehrplan standen, sondern auch viele Dinge, die er einfach mit aufnahm, weil er sie uns fürs Leben mitgeben wollte.“ Oder: „Diese Klasse und Herr Rill haben mich zu dem gemacht, was ich heute bin.“ Oder: „Herr Rill hat im Umgang mit mir und der Klasse gezeigt, wie Inklusion gelingen kann.“

Dass den Pädagogen die Aussagen seiner Schüler nicht kaltlassen, ist ihm im Gespräch deutlich anzumerken. „Solche Rückmeldungen sind natürlich eine schöne Bestätigung und motivieren“, freut er sich. Dass er einmal Lehrer werden wollte, habe er schon früh gewusst. „Ich habe schon immer viel mit Jugendlichen gearbeitet, Nachhilfe gegeben und in der katholischen Jugend Zeltlager mitorganisiert“, erzählt Rill, der auch in Obertshausen aufgewachsen ist. „Und bis jetzt habe ich meine Berufswahl noch nie bereut.“

Seine Stärken sieht er vor allem in der Kommunikation mit den Jugendlichen. „Es ist einfach wichtig, dass wir die Schüler dort abholen, wo sie stehen, und dabei vor allem den Menschen in den Vordergrund stellen“, betont er. Denn, da ist sich Rill sicher, „wenn die Chemie zwischen Lehrer und Schülern stimmt, fällt das Lernen viel einfacher. Schließlich soll Schule auch Freude machen“, sagt der designierte Preisträger.

Das Lob seiner Schüler kann er daher nur zurückgeben: „Wenn man so eine Klasse hat, ist das natürlich einfach.“ Das gelte freilich auch für die Stimmung unter den Kollegen, die an der HHS sehr gut sei.   Von Thomas Holzamer

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