Sieben Tage die Woche Impfungen

Wegen hoher Nachfrage: Ärzte-Geschwister Rahman und Detho eröffnen eigenes Corona-Impfzentrum

Die Obertshäuser Hausärzte Aisha Rahman und Faisal Detho eröffnen ein Impfzentrum.
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Die Obertshäuser Hausärzte Aisha Rahman und Faisal Detho eröffnen ein Corona-Impfzentrum.

In Hessen eröffnen die Hausärzte Aisha Rahman und Faisal Detho ihr eigenes Corona-Impfzentrum. Damit wollen sie ihre Praxen entlasten und hunderte Patienten täglich impfen.

Obertshausen – Mehr Kapazitäten und strukturierte Abläufe: Die Ärzte-Geschwister Aisha Rahman und Faisal Detho eröffnen am Mittwoch (08.12.2021) ihr eigenes Corona-Impfzentrum. „Die Kapazitäten in unseren Praxisräumen sind begrenzt“, sagt Rahman. „Im Impfzentrum können wir täglich hunderte bis tausende Patienten impfen.“

Um dem großen Patienten-Andrang gerecht werden zu können und jedem Patienten den bestmöglichen Service zu bieten, wollten sich die Geschwister vergrößern und eröffneten innerhalb von nur drei Monaten zusätzlich zu ihrer Hauptpraxis in Obertshausen drei weitere Praxen in Obertshausen, in Hausen und in Dietzenbach. Im Hauptstandort, in der Alexanderstraße, fingen Rahman und Detho an, ihren Patienten Corona-Impfungen anzubieten. Doch trotz eines großen Praxisteams und längeren Öffnungszeiten merkten die beiden, dass sie an ihre Grenzen stoßen und die Kapazitäten langsam ausgeschöpft sind.

Aisha Rahman hat gemeinsam mit ihrem Bruder Faisal Detho vier Praxen eröffnet. Sie arbeiten sieben Tage die Woche.

Neues Corona-Impfzentrum Kreis Offenbach: Ärzte aus Obertshausen impfen von Montag bis Sonntag

Rahman und Detho beschlossen daraufhin, ein Impfzentrum zu eröffnen, um noch mehr Patienten ein Impfangebot ermöglichen zu können und gleichzeitig die Abläufe in ihren Praxen nicht durcheinanderzubringen. Das neue Impfzentrum befindet sich in Obertshausen, im ehemaligen Gebäude der Firma Karl Mayer, in der Ringstraße 1 bis 3 und öffnet am Mittwoch (08.12.2021). Das Impfzentrum bietet verschiedene Vorteile, die die Praxen nicht bieten können. Es ist auf Corona-Impfungen spezialisiert, alle Abläufe sind darauf ausgerichtet. Für die Patienten gibt es zahlreiche Parkmöglichkeiten und die Patienten können sich von Montag bis Sonntag, mit oder ohne Termin, impfen lassen. Sie können zwischen den in Deutschland zugelassenen Impfstoffen Biontech, Johnson&Johnson und Moderna wählen. Bei der Wahl des richtigen Impfstoffes richten sich die Ärzte nach den Empfehlungen der Ständige Impfkommission (STIKO).

Aisha Rahman erhofft sich hunderte bis tausende Impfungen täglich: „Wir fühlen uns dazu berufen, aktiv mitzuhelfen, damit so viele Menschen so schnell wie möglich geimpft werden.“ Aber für diesen Wunsch zahlt Rahman einen hohen Preis. Sie arbeitet sieben Tage die Woche, 12 Stunden täglich. Es bleibt keine Zeit für andere Dinge als arbeiten und schlafen. „Von nichts kommt nichts“, erklärt Rahman. Ihre Patienten sind dafür jedoch sehr dankbar: „Wir bekommen ständig Essen von unseren Patienten, von Obst bis Suppen und Brote“, sagt Rahman. „Sie bedanken sich auch schriftlich in Form von Danksagungen, weil sie sehen, dass andere Ärzte so einen Service nicht anbieten.“ Rahman und Detho haben inzwischen sogar Patienten aus Dortmund, Wiesbaden oder Bad Homburg, die extra nach Obertshausen für eine Behandlung oder für die Impfung anreisen.

Corona-Impfzentrum in Obertshausen: Aisha Rahman und Faisal Detho bieten wertvolle Patientenversorgung

Rahman hatte sich ursprünglich ihren Alltag anders vorgestellt. Sie beendete ihre Arbeit im Krankenhaus, weil sie mehr Zeit für sich und ihre Familie haben wollte. Doch als die Pandemie ausbrach, haben sie und Detho eifrig versucht, die beste medizinische Versorgung für ihre Patienten anzubieten und stets empathisch zu sein, was, wie sie selbst sagt, sehr herausfordernd war. Doch eine qualitativ wertvolle Patientenversorgung war für Rahman schon immer essenziell. Schon als Kind wusste sie, dass sie später Ärztin werden wollte: „Ich hatte schon immer ein typisches Helfersyndrom.“

Zu künftigen Projekten sagen sie und Detho nicht nein. Sie können sich nicht vorstellen, nach der Pandemie kürzerzutreten: „Wir wollen auch nach der Pandemie neue medizinische Herausforderungen annehmen.“ Momentan sind die beiden jedoch genug ausgelastet und wollen sich vollends auf ihre Praxen und das neue Impfzentrum konzentrieren.

Auch das große Corona-Impfzentrum in Heusenstamm (Kreis Offenbach) öffnet ab Montag (06.12.2021) und bietet Impfungen ab 12 Jahren an. Impfwillige müssen sich vorher anmelden.(Ares Abasi)

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