Verstärkung für die Helfer

Gemeinsame Zukunft: Awo Mühlheim und Obertshausen bündeln ihre Kräfte

Freuen sich auf die Zusammenarbeit: Für unser Foto durften Geschäftsführer Rudolf Schulz und die beiden Ortsvereinsvorsitzenden Silvia Acemi aus Obertshausen (Mitte) und Rosemarie Palm aus Mühlheim die Mund-Nasen-Masken kurz abnehmen.
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Freuen sich auf die Zusammenarbeit: Für unser Foto durften Geschäftsführer Rudolf Schulz und die beiden Ortsvereinsvorsitzenden Silvia Acemi aus Obertshausen (Mitte) und Rosemarie Palm aus Mühlheim die Mund-Nasen-Masken kurz abnehmen.

Finanzielle und personelle Engpässe schränken die Arbeit der Awo in Mühlheim ein. Künftig wird es eine engere Zusammenarbeit mit dem Ortsverein Obertshausen geben.

Mühlheim/Obertshausen – Es ist keine einfache Zeit. Auch jene, die mit ihren Angeboten sonst anderen Menschen Hilfe und Unterstützung bieten, treffen die Auswirkungen der Pandemie hart. So haben das Virus und die damit einhergehenden Einschränkungen die Aktiven der Awo Mühlheim nicht nur personell, sondern auch finanziell an die Grenzen der Belastbarkeit gebracht. Unterstützung bekommen sie nun aus dem benachbarten Obertshausen. Künftig wollen die beiden Ortsverbände ihre Kräfte bündeln und ihre Leistungen noch ausbauen.

Dass derzeit beinahe alle Angebote coronabedingt ruhen müssen, mache sich auch bei den Finanzen bemerkbar, erläutert die Mühlheimer Awo-Vorsitzende Rosemarie Palm. Und die Schlagzeilen über die beiden Ortsvereine Frankfurt und Wiesbaden haben sich negativ auf das Ansehen der Arbeiterwohlfahrt im Ganzen ausgewirkt, vermutet sie. Das habe auch die Ortsvereine Mühlheim und Obertshausen, die zum Kreisverband Offenbach zählen, Sponsoren gekostet.

Corona in Obertshausen im Kreis Offenbach: Awo-Ortsvereine wachsen zusammen

Letztlich hätten die Mühlheimer alleine ihr Angebot auf Dauer nicht halten können. „Aber wir wollten hier nicht schließen“, betont Palm. Daher habe man Kontakt mit dem Ortsverein Obertshausen aufgenommen und sich Gedanken gemacht, wie man die gemeinsamen Kräfte bündeln und Synergien nutzen könne.

Vor allem bei den Sozialen Diensten soll der Zusammenschluss nicht nur den beiden Ortsverbänden, sondern vor allem jenen, die diese tagtäglich unterstützen, einen Gewinn bringen, betont Rudolf Schulz. „Wir wollen nicht nur besser und effektiver werden, sondern auch unsere Angebot künftig noch ausweiten“, erläutert der ehrenamtliche Awo-Geschäftsführer.

Awo-Ortstvereine Obertshausen und Mühlheim im Kreis Offenbach: Längst keine Unbekannten mehr

Dabei betonen sowohl Palm als auch Schulz und Obertshausens Awo-Vorsitzende Silvia Acemi, dass es sich bei dem neuen Zusammenschluss nicht um das „Schlucken“ des kleinen Ortsverbands Mühlheim, durch den ungleich größeren Nachbarn Obertshausen handelt. „Beide Ortsvereine bleiben weiterhin bestehen, mit getrennten Kassen und voller Transparenz“, sagt Geschäftsführer Schulz. „Es ist eine Partnerschaft auf Augenhöhe und wir lernen auch von Mühlheim“, ergänzt er. Etwa beim Thema Hausnotruf, den die Mühlenstädter über den Kreisverband anbieten.

Ohnehin sind die Obertshausener auch in Mühlheim längst keine Unbekannten mehr: „Wir sind als Awo Obertshausen schon jetzt mit zwei Waldkindergärten und den Demenzgruppen vertreten“, zählt Schulz auf. Letztere sollen dank der neuen Kooperation künftig im Awo-Gebäude an der Fährenstraße statt wie bisher im städtischen Pavillon stattfinden – sobald die Pandemielage es wieder zulässt. „Ich glaube, wir kommen da sehr gut zusammen, ist auch Silvia Acemi überzeugt und hofft, dass die Treffen der Gruppen bald wieder stattfinden können. „Wir hören immer wieder von Familien, dass die Angehörigen inzwischen am Limit sind und nicht mehr können“, berichtet sie. „Wir versuchen, so gut es geht, am Telefon zu beraten und zu unterstützen“, ergänzt Schulz.

Synergieffekte im Kreis Offenbach: Awo Mühlheim und Obertshausen wollen Angebot ausbauen

Synergien versprechen sich die Partner vor allem beim Essen auf Rädern, für das beide Ortsvereine die Speisen schon jetzt vom selben Anbieter beziehen. „So müssen wir künftig nur noch ein Auto zum Abholen des Essens nach Frankfurt zu Apetito schicken“, sagt Schulz. Für die Kunden soll das Angebot zudem weiter ausgebaut und etwa künftig auch am Wochenende verfügbar sein.

Wachsen soll auch das Angebot im Bereich der Pflege und der hauswirtschaftlichen Dienstleistungen, vor allem für die Mühlheimer. „Ein Pflegeangebot war bisher für uns in Mühlheim nicht machbar, da es dazu das nötige Personal gebraucht hätte“, erläutert Palm. Ohne letzteres könnten die Leistungen auch nicht über die Kassen abgerechnet werden.

Nichts ändern soll der Zusammenschluss für die Mitglieder der beiden Ortsvereine. So sollen alle bisherigen Veranstaltungen künftig ebenso unverändert bleiben wie die jeweiligen Ansprechpartner vor Ort. (Von Thomas Holzamer)

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