Akzente statt Angst

Kreisel, Kreuzloch, Kirchplatz: Was Obertshausens Grüne wollen

Obertshausen - Große Sprünge mit kleinem Beutel gelingen nur Kängurus. Das wissen auch die Obertshausener Grünen und setzen in ihrem Kommunalwahl-Programm Schwerpunkte, statt zum Rundumschlag auszuholen.

Die Euphorie über den Haushalt mit dem Plus unter dem Strich ist keine Rechtfertigung fürs beidhändige Geldausgeben. „Die Schuldenbremse muss durchgehalten werden“, lautet die Spielregel der Obertshausener Bündnis-Grünen. Daher gibt’s bei der Vorstellung des Kommunalwahlprogramms auch kein Wunschkonzert, sondern Akzente. Der Ortsverein kann sich eine weitere Kooperation mit SPD und „Bürgern für Oberts-hausen“ (BfO) vorstellen. Pressesprecher Günter Welpot betont, dass seine Partei „möglichst viele gemeinsame Punkte“ hervorheben will. Konsensfähig dürfte zum Beispiel der Wunsch nach weniger Lärm und Schadstoff-Emissionen sein. Christel Wenzel-Saggel und Felicia Proschitzki plädieren längerfristig für fünf Kreisel. Zunächst soll ein Mini-Rondell an der Einfahrt zur Schubertstraße entstehen. Für den Standort Vogelsbergstraße/ Ecke Rembrücker Weg laufe ein Prüfantrag. Vorstellbar seien auch Kreisel an der Kreuzung Seligenstädter, Birkenwald- und Schönbornstraße, an Bahnhof- und Leipziger Straße mit dem Hasenwinkel sowie am Rathaus Beethovenstraße. Geld für letzteren sei in den aktuellen Haushalt eingestellt.

„Vorteil ist ein langsamer, aber fließender Verkehr. Auch das Stadtbild wird aufgewertet“, argumentiert Wenzel-Saggel. Sie bemüht die Statistik, nach der pro Jahr mehr als 50 Millionen Fahrzeug-Bewegungen in Obertshausen errechnet wurden – die A3 eingeschlossen. Auf Anregung der Grünen sei ein Runder Tisch Radverkehr gegründet worden, um die Verhältnisse für die Drahtesel-Halter zu verbessern. Konkret stehen Radschutz-Streifen auf der Wunschliste. Wenn der Planungsverband Rhein-Main den Flächennutzungsplan in vier Jahren neu aufstellt, müssen Kreuzloch und Rodauniederungen wieder als Landschaftsschutzgebiete ausgewiesen werden. Das fordert Fraktions-Chef Klaus-Uwe Gerhardt. Momentan seien die Wiesen zwischen Gartenstraße und Autobahn immer noch als Siedlungserweiterungsfläche eingetragen.

Bürgermeister und Landräte aus der Region

Die Investition in Höhe von 1,2 Millionen Euro für die Umgestaltung des Kirchplatzes Herz Jesu möchte die Partei verschieben. Nicht aber die Planung eines neuen Jugendhauses. Ein weiterer städtischer Sozialarbeiter soll eingestellt, die Kita-Gebühr zunächst gesenkt, mittelfristig abgeschafft werden. Und: Das Mehrzweckgebäude an der Vogelsbergstraße hat hohe Priorität. Im Haushalt stehen diesmal mehr Zuschüsse für die Vereinsförderung – das begrüßen die Grünen. Wichtig sei, dass weiterhin keine Gebühren für die Nutzung von Sporthallen und anderen städtischen Treffpunkten erhoben werden. „Sonst müssen die Vereine ihre Beiträge erhöhen“, warnt Welpot. Auch ein zentrales Feuerwehrhaus steht auf der Wahl-Agenda. In Sachen Flüchtlinge stützen die Bündnis-Grünen die Entscheidungen von Bürgermeister Roger Winter. „Es geht keine Ansteckungsgefahr von Hilfesuchenden aus, es herrschen keine Kölner Verhältnisse“, unterstreicht Gerhardt und möchte die Diskussion versachlichen. „Wir vermissen konkrete Lösungsvorschläge zur Unterbringung. Besonders von den Kritikern“, sagt der Fraktionsvorsitzende und mahnt außerdem: „Wir dürfen keine Ängste schüren, das Thema nicht für den Wahlkampf missbrauchen“.

M.

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