Kriseninterventionsteam der Malteser

Erste Hilfe für die Seele

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Ihr 15-jähriges Bestehen feierten die Ehrenamtlichen des Kriseninterventionsteams unter anderem mit einem Festgottesdienst in St. Thomas Morus.

Obertshausen - Sie sind da, wenn man sie braucht. Die Helfer des Kriseninterventionsteams der Malteser bieten Opfern, deren Familien, aber auch Rettern seelische Unterstützung. In diesem Jahr feiern sie ihr 15-jähriges Bestehen.

Eine erfolglose Reanimation, Suizid oder ein schwerer Unfall – wann immer die Seele eines Menschen psychologische Erste Hilfe braucht, schlägt die Stunde für das Team der Krisenintervention (KIT).

Seit nunmehr 15 Jahren leisten Ehrenamtliche der Malteser in Stadt und Kreis Offenbach genau diese Hilfe. Die eigens geschulten Helfer stehen rund um die Uhr bereit, um für eine zeitnahe Betreuung in oder nach besonders belastenden Ereignissen zu sorgen. Dadurch kann dauerhaften psychischen Belastungen vorgebeugt werden.

Dabei ist das KIT in der Regel unauffällig unterwegs, wird von vielen Menschen meist nicht wahrgenommen. Denn, während die Rettungsfahrzeuge der Malteser mit Blaulicht und Martinshorn vielen auf dem Weg zum Einsatz schon begegnet sind, passiert die Arbeit der Krisenintervention eher im Stillen. So sind die Ehrenamtlichen unter anderem häufig dabei, wenn die Polizei Angehörigen Todesnachrichten überbringen muss, um den Hinterblieben eine erste psychologische Stütze zu sein. Alarmiert werden die Kriseninterventions-Helfer von der Rettungsleitstelle.

Zu rund 1400 Einsätzen sind die psychologischen Ersthelfer in den vergangenen Jahren bereits gerufen worden. „Betreut wurden vor allem Angehörige nach plötzlichem Tod, Unfall oder Suizid, Zeugen, Unfallfahrer, Opfer von Gewalttaten oder Gewaltandrohung sowie Ersthelfer“, so Klaus Koob, Mitbegründer und aktueller Leiter des Dienstes „Psychosoziale Notfallversorgung.“ Insgesamt 16 Ehrenamtliche zählt das KIT derzeit. Neben der psychologischen Ersthilfe zählen auch die Prävention und Einsatznachsorge für Einsatzkräfte während oder unmittelbar nach besonders schweren, belastenden oder langen Einsätzen wie beispielsweise die Hilfe nach Erdbeben im Ausland, traumatischen Unfällen oder Katastrophen mit zahlreichen Verletzten zu den Aufgaben.

„Als katholische Hilfsorganisation steht für uns der Mensch mit Leib und Seele im Mittelpunkt unseres Tuns“, erläutert Koob. Die Idee, eine Spezialeinheit für Krisenintervention, Einsatznachsorge und Prävention als Ergänzung zu den „klassischen Blaulicht-Diensten“ ins Leben zu rufen, sei eine logische Konsequenz gewesen, als in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten immer deutlicher geworden sei, welch große Rolle die psychische Gesundheit spiele, sagt er.

Gefeiert wurde der 15. Geburtstag des Teams mit einem Gottesdienst in St. Thomas Morus und anschließendem Umtrunk. „Die vergangenen 15 Jahre geben uns Kraft und Zuversicht, auch weiterhin dem ständig wachsenden Bedarf an unserem Dienst gerecht zu werden, um für unsere Mitmenschen da zu sein“, sagte der Leiter der Obertshausener Dienstelle und Kreisbeauftragter der Malteser, Rainer Faust, bei der Feierstunde. „Wir danken allen von Herzen, die sich im KIT-Team engagieren und uns durch gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit unterstützen“, betonte er. -  thh

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