„Langeweile kenne ich nicht“

Obertshausenerin Heide Heß bleibt auch mit 80 Jahren ehrenamtlich tätig

Zu den Gratulanten zum 80. Geburtstag von Heide Heß gehörten Bürgermeister Manuel Friedrich (rechts) , Erster Stadtrat Michael Möser (links) und Alt-Bürgermeister Bernd Roth.
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Zu den Gratulanten zum 80. Geburtstag von Heide Heß gehörten Bürgermeister Manuel Friedrich (rechts) , Erster Stadtrat Michael Möser (links) und Alt-Bürgermeister Bernd Roth.

Wenn sich im Frühjahr der am 14. März neu gewählte Kreistag des Kreises Offenbach konstituiert, wird ein prominentes langjähriges Mitglied aus Obertshausen nicht mehr dabei sein. Heide Heß, die am 29. November des vergangenen Jahres ihren 80. Geburtstag gefeiert hat, wird für dieses Gremium, dem sie von 1985 bis 2006 als Kreistagsabgeordnete angehörte, und die seit 2006 als ehrenamtliche Kreisbeigeordnete tätig ist, nicht mehr kandidieren.

Obertshausen – „Ich bin zwar gefragt worden, ob ich das Amt wieder übernehmen möchte, und ich arbeite auch gerne mit Landrat Oliver Quilling, der Ersten Kreisbeiordneten Claudia Jäger, dem Kreisbeigeordneten Carsten Müller und meinen ehrenamtlichen Kolleginnen und Kollegen zusammen“, sagt Heide Heß. „Aber ich habe mich dann doch entschieden, etwas kürzerzutreten. Nicht zuletzt, weil mein Mann mich gefragt hat, wann ich anfangen will, mich um ihn zu kümmern.“ Ganz mit der Kommunalpolitik aufhören, will die 80-Jährige, die von 1981 bis 1998 und von 2006 bis 2016 dem Obertshausener Stadtparlament angehörte und in dem sie von 2010 bis 2016 als Stadtverordnetenvorsteherin wirkte, und die von 1998 bis 2006 als ehrenamtliche Stadträtin dem Obertshausener Magistrat angehörte, indes nicht.

„Ich stehe noch auf der Liste der CDU Obertshausen für die Kommunalwahl am 14. März“, sagt Heide Heß, die im Jahr 2018 zur Obertshausener Ehrenbürgerin ernannt wurde. „Ich will zeigen, dass ich nach wie vor für die CDU Obertshausen stehe. Ich stehe zwar nur auf dem Platz 34 der Liste. Aber wenn ich durch die Wählerinnen und Wähler nach vorne kumuliert werden sollte, würde ich mein Mandat annehmen. Das wäre ja sonst eine Täuschung der Wähler.“

Ihr Alter sieht sie dabei nicht als Hindernis. „Mein Vorbild ist Irmgard Sondergeld, die bis ins hohe Alter geistig rege, fleißig und zuverlässig war. Ihr wurde ich an die Hand gegeben, als ich 1985 in den Kreistag kam.“

Irmgard Sondergeld, die im April 2013 im Alter von 88 Jahren starb, war von 1956 bis 2006 Stadtverordnete in Mühlheim, von 2001 bis 2006 Stadtverordnetenvorsteherin und jahrzehntelang Vorsitzende der Mühlheimer CDU-Fraktion. Wie Heide Heß wurde sie für ihre Verdienste vielfach geehrt und zur Ehrenbürgerin ihrer Heimatstadt ernannt.

„Ich bleibe ehrenamtlich tätig“

Sollte Heide Heß am 14. März nicht ins Obertshausener Stadtparlament gewählt werden, wird sie nicht ins ehrenamtliche Niemandsland fallen. „Ich bleibe natürlich im Vorstand der Europa-Union Stadt und Kreis Offenbach“, so die 80-Jährige. „Und ich bleibe auch in der CDU, in der Senioren-Union und in der Frauenunion sowie in den Vereinen wie Seniorenhilfe, Sängervereinigung, Förderverein Hospiz und VdK. Auch mein Amt im Vorstand der Behinderten Sport-Gemeinschaft Hausen, wo ich Pressesprecherin bin, werde ich weiter ausüben.“

Als Ehrenvorsitzende des Vereins zur Förderung von kultureller und musikalischer Aus- und Weiterbildung Obertshausen, dem Nachfolger des Volksbildungswerks, wird sie sich auch weiter hin um kulturelle Belange in der Stadt Obertshausen kümmern.

Und, wenn die Corona-Pandemie es irgendwann zulässt, wird sich Heide Heß auch wieder ihren anderen Hobbys widmen.

„Ich bin seit einigen Monaten Mitglied einer seit 1964 bestehenden Damengruppe, die einmal monatlich Rommé spielt“, so die Obertshausenerin. „Und, falls es wieder einmal klappt, werde ich mit meinem Ehemann Udo auf Reisen gehen. In der Zwischenzeit lese ich sehr gerne. Langeweile kenne ich nicht. Ich bin bei allem, was ich mache, mit Herzblut dabei.“ (Karl-Heinz Otterbein)

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