Erzieher Gernot Stemper bietet Tanz-Events an

Mit Leidenschaft bei der Sache

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Trainer Gernot Stemper zeigt, wie es geht: Beim Kinder-Zumba kommen auch Tücher und Reifen zum Einsatz.

Obertshausen - Gernot Stemper ist in der Stadt bekannt wie ein bunter Hund. Denn er ist der einzige Zumba-Trainer für Kinder weit und breit. Jetzt hat sich der sportliche Erzieher, neben seinem Beruf, mit seinem eigenen Tanzunternehmen selbstständig gemacht. Von Michael Prochnow 

Mit olivgrünem T-Shirt und passender kurzer Sporthose stampft Gernot Stemper auf den federnden Hallenboden: zwei Schritte vor, zwei zurück, einen zur Seite. Aus den kleinen Boxen an der Wand ertönt eine lateinamerikanische Melodie. Dazu stößt der sportliche Mann mit den kurzen braunen Haaren im Rhythmus der Musik mit angewinkelten Armen vor und zurück. Die Mädchen, die sich hinter ihrem Trainer aufgebaut haben, tun es ihm gleich. Jungs finden eher selten in seine Tanzkurse. Tanzen scheint Mädchensache.

Kein Wunder also, dass vor allem Frauen die aktuell sehr beliebten Zumba-Kurse leiten. Gernot ist in den Reihen der Lehrer eine Ausnahme. Ab sofort bietet er, neben seiner Arbeit als Erzieher, zusätzlich Tanz-Events an. Auf Anfrage kommt der Tanzlehrer dann abends oder am Wochenende zu Kindergeburtstagen, tanzt mit Partygästen, bei Schulfesten oder Firmenfeiern. Auf Wunsch studiert er mit der Kundschaft auch ganze Choreografien ein.

Aber das Tanzen war nicht seine erste Leidenschaft: Der Hausener ist gelernter Erzieher, begann 2005 im freizeitpädagogischen Zentrum an der Waldschule und betreute dort die Grundschulkinder. Viele Kinder kennen ihn auch von zahllosen Aktionen während der städtischen Ferienspiele.

Seit diesem Schuljahr arbeitet der 36-Jährige in der neuen Hafen-Kita in Offenbach. Seine frühen sportlichen Ambitionen lassen zumindest nicht auf den ersten Blick auf eine Leidenschaft fürs Tanzen schließen. Der eingefleischte FC-Bayern-Fan trainierte von 1997 bis 2012 die Jugendfußballmannschaften beim Teutonia Hausen, hat von den Bambini bis zur A-Jugend alle Altersklassen begleitet.

Es war eine Reise nach Mexiko, die den Rhythmus in seinem Blut erweckte. Damals übernahm der Mittzwanziger in seinem Cluburlaub spontan die Animation und kam dadurch mit Kinder- und Clubtänzen in Kontakt. Die Idee dahinter, durch einfache Schritte Bewegungsfreude bei den Kindern zu wecken, überzeugte den ambitionierten Pädagogen. So verknüpfte er das Tanzen fortan mit seiner Arbeit in der Schule. Vor einigen Jahren absolvierte er schließlich eine private Ausbildung zum Tanz- und Bewegungspädagogen, beschäftigte sich mit freiem Tanz und damit, wie man Bewegung spielerisch fördern kann. „Ich hab’ da viel Theorie von Knochen und Gelenken gepaukt“, erinnert sich Stemper. Schließlich kam das Zumba hinzu. Die Mischung aus Aerobic und lateinamerikanischen Tänzen erschien dem Erzieher für ein pädagogisches Bewegungsprogramm ideal. Denn für ihn ist diese Art von Musik „Lebensfreude pur“.

Zuerst wurde er Zumba-Instructor, lernte, die vier Grundschritte Salsa, Merengue, Cumbia und Reggaeton Schülern zu vermitteln. Danach belegte er noch einen speziellen Lehrgang, um Kinder unterrichten zu können. Da stehe das Spielerische im Vordergrund, erklärt er. Mit dieser Spezialisierung hat er sich ein Alleinstellungsmerkmal in der Region geschaffen. Denn Zumba-Trainer für Kinder gibt es wenige.

In den Tanzstunden geht es kreativ zu. Die Mädchen imitieren mit ihren Bewegungen verschiedene Tiere, tanzen mit Klanghölzern, Reifen, Tüchern, Zeitungen und Bällen. Das funktioniert auch zu aktuellen Popsongs oder zum Lied „Let it go“ aus dem Kinofilm „Die Eiskönigin“. Denn der Spaß an der Bewegung steht in seinem Unterricht immer im Vordergrund. „Ein paar einfache Schritte reichen aus“, erklärt Stemper, „Beim Tanzen mit Kindern ist das Wichtigste für mich, dass die Kinder Spaß haben“, sagt er. „Es gibt kein richtig oder falsch, sondern nur ein glücklich.“

Und noch immer ist es die eigene Begeisterungsfähigkeit, die den Pädagogen antreibt und mit der er sein Publikum gewinnt. Tanz habe so viele gesunde Aspekte, wirbt der Trainer. „Er setzt Endorphine frei und tut der Seele gut. Er fördert Koordinationsfähigkeit und bringt Menschen zusammen“, schwärmt er weiter. Für ihn die beste Form, sich spielerisch zu bewegen.

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