Hermann-Hesse-Schule darf sich nun „Digitale Schule“ nennen / Gruppen entwickeln App

Mädchen für Technik begeistern

Zu Besuch an der Hermann-Hesse-Schule: Luisa Jacinto Fragata, Managerin bei AWS Training & Certification, möchte mehr Frauen für Technik begeistern.
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Zu Besuch an der Hermann-Hesse-Schule: Luisa Jacinto Fragata, Managerin bei AWS Training & Certification, möchte mehr Frauen für Technik begeistern.

Wer hat´s WLAN erfunden? Eine Frau oder ein Mann? Die ganze 7. Realschulklasse glaubt, es war ein Mann. Falsch! Die „schönste Frau der Welt“, ein Hollywoodstar war´s, Hedy Lamarr. Die österreichische Jüdin war Schauspielerin der 1940er Jahre und wollte die Fernsteuerung der U-Boot-Torpedos der Nazis überlisten. Diese Technik wurde Grundlage für die drahtlose Internetübertragung, lehrte Luisa Jacinto Fragata.

Obertshausen – Die Managerin bei AWS Training & Certification möchte mehr junge Frauen für Technik begeistern und begleitet die Teenager der Hermann-Hesse-Schule (HHS) dabei, eine App fürs Mobiltelefon zu entwickeln.

Auch bei der NASA stammen wichtige Berechnungen von Expertinnen, nennt der Gast ein weiteres Beispiel. „Frauen haben einen großen Anteil am Fortschritt in der Technikwelt“, betont die Referentin, „genau 17 Prozent“. Die Referentin möchte darum vor allem Mädchen für MINT-Fächer motivieren, Mathe, Informatik, Naturwissenschaften und Technik.

„Technologie ist überall“, wirbt sie, beim Fußball, in der Formel 1 und natürlich im Computer. Es sei eine „aufregende Branche“, sie bereite viel Spaß und neue Berufsbilder. „Seid immer offen“, riet sie und machte die Jugendlichen mit einem Wettbewerb zum Reinschnuppern vertraut. Das Unternehmen AWS Get IT lädt ein, übers Schuljahr eine Applikation fürs Smartphone zu kreieren. Voraussetzung ist, eine Gruppe muss mindestens zur Hälfte aus Mädchen bestehen. Die besten Ideen kommen ins Finale im Frühjahr in Berlin, Luisa Jacinto Fragata begleitet die Teams in Obertshausen bei ihrer Arbeit.

Die HHS wurde erst jüngst neben 18 weiteren Einrichtungen von Kultusminister Professor Alexander Lorz als „Digitale Schule“ ausgezeichnet. Der Medienbeauftragte Sven Köhler nahm den Preis entgegen. „Digitale Kompetenzen bilden zentrale Voraussetzungen nicht nur für ihren Lernerfolg, sondern auch für späteren beruflichen Erfolg“, betonte der Politiker. „In den „MINT-freundlichen Schulen sind hervorragende Konzepte gelebte Realität.“ In der Corona-Pandemie haben sich viele Schulen stärker für die digitale Bildung geöffnet, hieß es in Wiesbaden. Mit dem Preis soll das Engagement der Schulleitungen und Lehrkräfte gewürdigt und bestärkt werden, die sich für eine zeitgemäße Bildung stark machen. Die HHS habe einen Schwerpunkt im Fachbereich Medien- und Informatik gesetzt, erklärte Köhler. Bereits die fünften Klassen erhalten eine Grundbildung.

Die Gesamtschule verfügt über drei PC-Räume mit 60 Arbeitsplätzen, 30 Tablets zur Nutzung in den Klassenräumen, Laptops zur kostenlosen Ausleihe und ein speziell gesichertes WLAN im gesamten Gebäude. Alle 900 Lernenden erhalten einen Zugang zur Schul-Cloud, zu Schreibprogrammen und zum Schulportal des Landes Hessen. Ferner verfügen alle Säle über digitale Tafeln. „Wir erfüllen den anspruchsvollen Kriterienkatalog zum Thema Digitalisierung und Bildung“, unterstrich Köhler. Die Auszeichnung „Digitale Schule“ sei wissenschaftlich basiert, verbandsneutral und unabhängig.

In dieser Woche werden die 7. und 8. Realschulklassen rund um das Thema „Cybermobbing“ geschult, informiert der Medienbeauftragte. Eltern werden begleitend Vorträge von Experten angeboten. (m)

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