Magna

Keine Kündigungen in Obertshausen

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Obertshausen - Mit Plänen für einen massiven Jobabbau hatte Magna Ende 2013 die Belegschaft in Obertshausen geschockt. Jetzt deutet sich eine Entspannung an. Von Marc Kuhn 

Der angekündigte Jobabbau beim Automobilzulieferer Magna in Obertshausen soll die Belegschaft nicht so hart treffen wie zunächst angekündigt. Etwa 50 Mitarbeiter hätten das Angebot zum freiwilligen Ausscheiden aus dem Unternehmen angenommen, sagte der Geschäftsführer des Werks, Frank-Oliver Denzler, gestern unserer Zeitung. Weitere rund 30 Kollegen würden die Firma über natürliche Fluktuation verlassen. Und die Leiharbeiter würden im Betrieb bleiben. In diesem und im nächsten Jahr werde es keine betriebsbedingten Kündigungen und keinen Sozialplan geben, erklärte Denzler. „Das ist positiv.“ Er sprach von einer guten Umsatzentwicklung und guten Auftragslage für 2014 und 2015. Etwa 1 200 Mitarbeiter von Magna stellen in Obertshausen sogenannte Stoßfänger für Autos her - der vordere und hintere Teil eines Pkw.

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Das Werk in Obertshausen ist Teil eines der größten Automobilzulieferer der Welt. Das kanadische Unternehmen hatte im Dezember des vergangenen Jahres einen Restrukturierungsplan vorgestellt. Der Betrieb müsse effizienter werden. Die Stammbelegschaft sollte um rund 80 Mitarbeiter verkleinert werden. 150 Leiharbeiter sollten ihre Arbeit verlieren. Nach Angaben der IG Metall sollten sechs Millionen Euro bei der Belegschaft eingespart werden. „Es gibt keine Lohnkürzung“, sagte Denzler gestern. Die erste Bevollmächtigte der IG Metall Offenbach, Marita Weber, forderte eine schriftliche Zusage. „Das heißt Tarifvertrag“, ergänzte Gewerkschaftssekretär Peter Wich, zuständig für Magna in Obertshausen. Zu den Plänen für den Jobabbau erklärte er: „Bevor ich betriebsbedingte Kündigungen habe, ist das natürlich akzeptabel.“ Mit den jetzigen Plänen ist der Betriebsratsvorsitzende von Magna, Joachim Schecher, zufrieden. „Wenn das alles so ist, ist das okay.“

Denzler sagte weiter: „Ich wollte nie einen Sozialplan.“ Dieser hätte ihn in seiner Entscheidungsfreiheit eingeengt. Die Wettbewerbsfähigkeit des Werks ist nach seinen Worten verbessert worden, weil viele Prozesse optimiert worden seien. „Das Schiff ist in der richtigen Richtung, das Schiff muss aber mehr Fahrt aufnehmen.“ Einige Abläufe müssten noch verbessert werden. „Meine Version ist ein sich ständig verbesserndes Unternehmen“, berichtete Denzler. Darüber hinaus sei die Auftragslage heute besser, als 2013 zu erwarten gewesen sei. „Das hat Einfluss auf die Abbaukurve“, sagte Denzler mit Blick auf die Mitarbeiterzahl.

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