Mahnung und Erinnerung

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SPD-Chef Helmut Hiepe (rechts) eröffnete die Ausstellung „... gerade Dich, Arbeiter, wollen wir“, die noch bis einschließlich Freitag, 29. Mai, im Foyer des Hausener Rathauses in der Schubertstraße zu sehen ist.

Obertshausen - (M.) Die Entwicklung vom Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund ADGB mit mehreren Millionen Mitgliedern bis zur Verfolgung, Folterung und Ermordung der organisierten Arbeiter skizziert eine Ausstellung der Hans-Böckler-Stiftung.

Unter dem Titel „...gerade Dich, Arbeiter, wollen wir“, zeigt sie in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) die „Gleichschaltung“ und Zerschlagung der Bewegung. Der Vorsitzende des SPD -Ortsvereins, Helmut Hiepe, präsentierte die 26 Tafeln kürzlich im Rathaus Schubertstraße. Außer dem Ehrenbürger und Sozialdemokraten Kurt Formhals, den er im Foyer begrüßte, gebe es in Obertshausen kaum noch Zeitzeugen, erklärte der SPD -Vorsitzende.

So biete die Ausstellung eine Gelegenheit, sich mit der „dunklen Epoche“ auseinander zu setzen. Sie biete einen Rahmen für das Gedenken an die geschundenen Opfer, für Erinnerung und Mahnung. Die künftigen Generationen stünden in der Verantwortung, dass sich Gleiches niemals wiederhole. Auch Bürgermeister Bernd Roth findet es wichtig, die Bürger zu sensibilisieren und ihnen die Auswirkungen von Wahlen vor Augen zu führen. Es gelte, der Mut- und Interessenlosigkeit entgegen zu wirken. Roth erinnerte an die Mahner aus den Reihen von Sozialisten, Gewerkschaften und Kirchen, die versuchten, die Diktatur zu verhindern.

Es gelte, alles zu tun, um eine Wiederholung zu vermeiden. Man müsse sich mit der Vergangenheit beschäftigen, sich von anderen Ländern jedoch keine Schuldgefühle mehr einreden lassen. Der erste Teil der Schau zeigt die Chronologie der Ereignisse, die mit der Weltwirtschaftskrise 1929 begann und sich mit dem Sturm der Nazis auf die Gewerkschaftshäuser am 2. Mai 1933 fortsetzte.

Alexandre Da Silva vom DGB Südosthessen in Hanau wies auch auf die zweite Reihe hin. Sie dokumentiere, „warum die Gegenwehr nicht entschlossener“ ausfiel. Nach mehreren Jahrzehnten gab es jüngst wieder erste Übergriffe auf Gewerkschafter nach Demonstrationen in Dresden sowie in Dortmund. „Diese Angriffe haben eine neue Qualität“, warnte Da Silva. Helmut Hiepe blickte nochmals zurück auf die Entwicklung der Gewerkschaften, die 1863 mit Ferdinand Lasalle begann und zwei Jahre später mit dem Deutschen Zigaretten-Arbeiterverein fortgesetzt wurde. 1875 schloss dieser sich mit der SPD zusammen.

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