„Man muss sich mehr Zeit nehmen“

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Für den Kampf gegen Schnee und Eis werden in Obertshausen auch entsprechend ausgerüstete Kleintraktoren eingesetzt. Jochen Noll und seine Bauhof-Kollegen haben seit dem 18. Dezember rund 2450 Einsatzstunden im Winterdienst geleistet.

Obertshausen ‐ „Bei uns hat es in den vergangenen Tagen einige Beschwerden über den städtischen Winterdienst gegeben“, erklärte Bürgermeister Bernd Roth gestern bei einem Pressegespräch. Von Karl-Heinz Otterbein

„Vor allem Radfahrer haben über vermeintlich nicht ausreichend geräumte Straßen geklagt. Wer aber bei Schnee und Eis mit dem Fahrrad unterwegs ist und stürzt, ist selbst schuld. Dafür kann die Stadt keine Verantwortung übernehmen. Insofern müssen wir derartige Beschwerden zurückweisen“. Er habe auch kein Verständnis für Eltern, die ihre Kinder auf glatten Straßen mit dem Fahrrad fahren ließen, ergänzte Erster Stadtrat Hubert Gerhards. Genauso wenig für Autofahrer, die bei der derzeitigen Witterung auf Sommerreifen unterwegs seien.

„Die Leute müssten sich auf die winterlichen Bedingungen einstellen und bei verschneiten oder glatten Straßen gegebenenfalls früher von zu Hause losfahren“, sagte Bauhofleiter Stefan Reindl. „Bei den derzeitigen Straßenverhältnissen muss man sich einfach mehr Zeit nehmen, wenn man sicher ankommen will. Und gegenseitige Rücksichtnahme wäre auch nicht verkehrt.“

Vorrangig um die Fußgänger gekümmert

Reinl zufolge haben die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs seit dem 18. Dezember für den Winterdienst bislang rund 2450 Einsatzstunden geleistet und auf Obertshausener Straßen rund 105 Tonnen Salz gestreut, davon sind 90 Prozent Rohsalz, so genanntes Keilit. „Das Keilit ist etwas grobkörniger als das normale Salz und wirkt nicht ganz so schnell, dafür aber nachhaltiger. Zudem ist es relativ gut zu bekommen. Nachschubprobleme haben wir jedenfalls nicht. Auf dem Bauhof an der Leipziger Straße haben wir zur Zeit rund 60 Tonnen Keilit gelagert, zudem ist unser 30 Tonnen fassender Salzsilo noch dreiviertelvoll Wenn es jetzt, wie vom Wetterdienst gemeldet, am Wochenende wieder schneit und auch wieder kälter wird, sind wir gerüstet.“

Die Bauhofmitarbeiter kümmerten sich beim Winterdienst vorrangig um die Fußgänger, erläuterte Stefan Reinl. Wichtig sei, dass Gehwege, Treppen, Auf-, Ab- und Übergänge sowie Bushaltestellen geräumt würden. Diese Arbeiten müssten überwiegend per Hand erledigt werden, was sehr zeitaufwendig sei. Zudem würden die städtischen Haupt- und Durchgangsstraßen mit Hilfe eines mit einem Schild ausgerüsteten Lastwagens und eine großen Forstschleppers geräumt und gestreut. Nebenstraßen und reine Anliegerstraßen blieben aus Kapazitätsgründen dagegen in aller Regel ungeräumt.

Bei dem gestrigen Pressegespräch wies der Rathauschef noch einmal darauf hin, dass sowohl bei bebauten als auch bei unbebauten Grundstücken bei Schnee und Eisglätte eine Streu- und Räumpflicht des jeweiligen Grundstückseigentümers oder -besitzers bestehe.

Kontrolle der Räum- und Streupflicht

„Die Streu- und Räumpflicht bei Schnee- und Eisglätte ist in der Straßenreinigungssatzung der Stadt Obertshausen nachzulesen“, so Roth. „Diese ist auch auf der Internetseite der Stadt zu finden“. Insbesondere da der jeweilige Grundstückseigentümer oder -besitzer für eventuell entstehende Schäden hafte, wenn er seiner Streu- und Räumpflicht nicht oder nicht ausreichend nachkomme, bitte die Stadtverwaltung im Interesse jedes Einzelnen darum dafür Sorge zu tragen, dass diese Verpflichtung in ausreichendem Maße und zeitnah erfüllt werde.

Die Stadtverwaltung werde aus gegebenem Anlass in den nächsten Tagen verstärkt darauf achten, ob Haus- und Grundstückeigentümer ihrer Streu- und Räumpflicht nachkämen.

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