Wetter spielt mit

Martinsmarkt lockt Tausende in Obertshausens "Alten Ort"

Wenn St. Martin zu Gast ist und kistenweise Stutzweck verteilt, ist das Gedränge groß. Doch auch sonst herrschte zwischen den Ständen in Fress- und Fünfhäusergasse reges Treiben.(c)Foto: Prochnow

Obertshausen - Weihnachtsmärkte gibt’s bald wieder in beiden Stadtteilen. Einen Martinsmarkt aber hat nur Obertshausen – dank der Weinfreunde, die den Budenzauber diesmal mit 40 Ständen direkt am Patrozinium des heiligen Mannes und bei strahlendem Sonnenschein feiern konnten. Von Michael Prochnow 

Wohin jetzt mit kistenweise Glühwein? – So mancher Weinfreund fürchtete, das für die Jahreszeit typische Heißgetränk könnte angesichts der fast 20 Grad des neuen mitteleuropäischen November-Klimas zum Ladenhüter werden. Damit lagen sie komplett falsch. Die Besucher hatten sich offenbar vorgenommen, den dampfenden Rebensaft zu kosten, gleich, was das Thermometer anzeigt. So kamen die Gastgeber des einzigartigen Marktes aus dem Schwitzen nicht heraus.

Vorsitzender Jürgen Krapp überzeugte Gourmets mit einer eigenen, geheimen Gewürzmischung für den Traditionstrank. Doch auch Aperol und Müller-Thurgau fanden am Stand im Zentrum des Trubels reißenden Absatz. Für die Weinfreunde war die siebte Ausgabe des herbstlichen Treffpunkts mit Abstand die stärkste. Krapp schätzte, dass am Sonntagnachmittag mehr als 6 000 Gäste durch Fressgass’ und Fünfhäusergass’ gezogen sind.

Zufrieden zeigten sich am Abend praktisch alle Beteiligten. Und war beim Umsatz wirklich noch Luft nach oben, so lobten die Standbetreiber durch die Bank weg die gute und gesellige Atmosphäre im Herzen des Orts. Bewohner beider Stadtteile stießen immer wieder auf Freunde, Bekannte und Nachbarn, hielten Plausch oder tranken Punsch.

Das kulinarische Angebot wies eine enorme Bandbreite auf und reichte von afghanischen Plätzchen und ungarischem Langos bei der Flüchtlingshilfe sowie bengalischen Spezialitäten aus der Alten Schmiede über Handkäsbratwurst bis zur Grünen Soße und Hessenburger. Auch Schoko-Fudge aus Obertshausener Produktion, Malteser-Burger, Wildschwein-Bratwurst, Quiche Lorraine, Zwiebelsuppe vom Theresien Kinder- und Jugendhilfezentrum, warmer Rotwein des Freundeskreises Verschwisterung sowie thailändische und türkische Spezialitäten, Linsen- und Kürbissuppe, Crêpes und Schokoküsse waren zu bekommen. Dazu Suppen und Kaffee der Firma Volpe, die in der Fünfhäusergasse zu Hause ist.

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Überproportional vertreten war auch das Kunstgewerbe. Kein Wunder – in diesen Wochen hat weit und breit kein anderer Markt geöffnet. Die Tausendfüßler waren üppig ausgestattet mit Strick- und Häkelware, Anwohnerin Melanie Müller ließ mit Papierschmuck staunen, Manuela Both hatte Teddybären und Puppen mitgebracht, Alexandra Schäfer verkaufte vor ihrem Schaufenster Hemden und Pullover. Dicht umringt waren die Schmuck-Auslagen von Nachbarin Doris Hauser. Aus Rodgau kamen Kissen und Bucheinbände, aus Walldürn die erste Weihnachtsdekoration. Die Gärtnerei Rogel aus den Samerwiesen ergänzte die Runde mit Gestecken.

Auf der Bühne erfüllte DJ Joe Becker aus den Reihen der Weinfreunde Musikwünsche. Bürgermeister Roger Winter und Erster Stadtrat Michael Möser zollten den Organisatoren Dank und befanden, die Reden sollten kurz, die Bratwurst lang sein. Für einen Augenschmaus sorgten die ausgezeichneten Teenager der Gruppe Ulimited Street der Tanzsportabteilung des TV Hausen. Für die jüngsten Besucher drehte sich nebenan ein Karussell, und zur Dämmerung teilte St. Martin mit Helm, Schwert und Umhang kistenweise Stutzweck aus.

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