„Mich treibt die Neugier“

Obertshausener Unternehmer Wolf Matthias Mang erhält das Verdienstkreuz 1. Klasse

Hohe Ehre im Wiesbadener Schloss Biebrich: Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier überreicht den Verdienstorden 1. Klasse an Wolf Matthias Mang (links).
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Hohe Ehre im Wiesbadener Schloss Biebrich: Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier überreicht den Verdienstorden 1. Klasse an Wolf Matthias Mang (links).

Es ist eine Ehre, die nur den allerwenigsten zuteilwird: die Verleihung des Verdienstkreuzes 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland. Der Obertshausener Unternehmer Wolf Matthias Mang wurde kürzlich vom hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier im Namen von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier diese besondere Auszeichnung übergeben.

Obertshausen –Der 63-jährige Mang hat und hatte in seinem Leben viele ehrenamtliche Tätigkeiten auf höchsten Ebenen inne. Über die Höhe der Auszeichnung war er allerdings selbst ein wenig überrascht.

Wolf Matthias Mang übernimmt jung Verantwortung

„Wolf Matthias Mang engagiert sich in vielfältiger Weise für das Gemeinwohl und zeichnet sich dabei durch seinen unermüdlichen Einsatz aus“, sagte Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier bei der Laudatio im Wiesbadener Schloss Biebrich. „Es war trotz der Corona-Pandemie ein schöner Festakt geworden“, resümiert Mang. Bouffier kenne er bereits persönlich, denn Mang ist nicht nur seit 2013 Vorstandsvorsitzender des Arbeitgeberverbands Hessenmetall, sondern auch seit 2014 Präsident der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) und Vizepräsident und Schatzmeister des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln (IW). Durch diese Tätigkeiten stand Mang auch häufig in Kontakt mit dem hessischen Ministerpräsidenten. „Wir haben telefoniert, wenn es um Entscheidungen in der Corona-Pandemie ging, die die Unternehmen betroffen haben.“ Dass Wolf Matthias Mang einmal neben der Unternehmensleitung der Arno Arnold GmbH auch noch weitere Aufgaben ehrenamtlich übernimmt, schreibt er selbst seiner Zeit im Internat zu. Geboren in München und aufgewachsen in Baden-Baden besuchte er ab der fünften Klassen das berühmte Internat auf Schloss Salem. „Dort lernt man schnell, dass Verantwortung für sich und andere zu übernehmen und sich zu engagieren auch sehr viel Freude machen kann“, sagt der 63-Jährige, „diese Zeit hat mich wirklich für das Leben geprägt“. Dort engagierte er sich unter anderem als Ausbilder der eigenen Schulfeuerwehr. Nach dem Abitur 1977 folgte eine Ausbildung zum Bankkaufmann mit anschließendem Studium an der Ludwig-Maximilians-Universität München zum Diplom-Kaufmann.

Doch dann schlug das Schicksal zu: Der Vater seiner Frau Simone Weinmann-Mang, die er bereits auf dem Internat kennenlernte, verstarb überraschend 1984. Nun füllten er und seine Frau den Posten als Geschäftsführer in der Obertshausener Firma Arno Arnold GmbH aus. Das Unternehmen produziert in Deutschland Schutzabdeckungen für Werkzeugmaschinen und Bearbeitungszentren.

„Ich war 27 Jahre alt, frisch mit dem Studium fertig, kannte zwar die besonderen Vorteile von Familienunternehmen, aber hatte keine Erfahrung selbst so ein Unternehmen zu führen“, sagt Mang, „das war eine enorme Herausforderung, vor allem das Vertrauen der Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten zu gewinnen“.

Zu dieser Zeit galt zunächst volle Konzentration auf Familie und Unternehmen. Für zusätzliche ehrenamtliche Tätigkeiten war am Anfang noch zu wenig Zeit.

„Mit meiner Familie zu arbeiten, ist fantastisch“

Der Wiedereinstieg in das freiwillige Engagement folgte als ehrenamtlicher Arbeitsrichter in Offenbach. Dort müssen sowohl Arbeitsrichter von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite vertreten sein. „Da hatte ich natürlich Vorurteile als Unternehmer und dachte, es würden nur arbeitnehmerfreundliche Urteile gefällt, was sich allerdings schnell als Irrtum herausstellte. Rückwirkend betrachtet gab es weder am Arbeitsgericht in Offenbach, noch später am Landesarbeitsgericht in Frankfurt ein Dissens zwischen uns.“ Diese Erfahrung habe Mang motiviert, noch mehr aktiv zu werden und Neues kennenzulernen. Er wurde Mitglied der Vollversammlung der IHK Offenbach und ist unter anderem seit 2008 deren 1. Vizepräsident. Seit 2000 ist er auch Aufsichtsratsvorsitzender der Oechsler AG, die unter anderem Bauteile für die Automobilbranche herstellt. Er ist ebenfalls Vizepräsident von Gesamtmetall in Berlin, Präsidiumsmitglied der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und ständiger Gast des BDI Präsidiums sowie Mitglied des Bundesbankbeirats der Hauptverwaltung in Hessen. Stellt sich die Frage: Wie lässt sich das alles unter einen Hut bekommen? Mang: „Mich treibt die Neugier, aber ohne meine Familie wäre das gar nicht möglich, denn die hält mir hier in der Firma den Rücken frei.“

Wolf Matthias Mang ist Vater eines Sohnes und einer Tochter. Letztere ist nun ebenfalls in der Geschäftsführung der Arno Arnold GmbH tätig. Beide besuchten wie ihr Vater das Internat Schloss Salem. „Mit meiner Familie zu arbeiten, ist fantastisch und eine Erfahrung, die ich nie missen wollte.“

Nun folgte als I-Tüpfelchen seines Engagements und seiner Karriere noch die Auszeichnung mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse. Darüber freue er sich riesig, denn er habe niemals gedacht, eine so hohe Auszeichnung zu erhalten. „Aber dafür macht man das ja auch nicht, ich mache das aus tiefer Überzeugung und einer großen Portion Neugier.“ (Lukas Reus)

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