Millionen fürs Engagement

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Als Würdigung ihres besonderen ehrenamtlichen Engagements vergab die Volksbank wieder Preisgelder für Vereinsaktive im Kreis Offenbach.

Obertshausen - Sie integrieren Jugendliche und Migranten, begeistern Generationen, gründen einen Ponyclub und betreiben ein Kinder-Schwimmbad. Sie holen Leute vom Rollstuhl in den Fahrradsattel und bewegen Obertshausen. Von Michael Prochnow 

Am Donnerstagabend begrüßten die „Sterne-Botschafter“ Udo Heberer, Norbert Eyßen und Michael Mengler von der Vereinigten Volksbank Maingau (VVB) zum zehnten Mal rund 70 Vereinsvertreter aus den Sportkreisen Offenbach und Dieburg zur Verleihung der Auszeichnungen am Hauptsitz der VVB.

Der Große Bronzene Stern des Sports ging an die Turngesellschaft Jügesheim, die Gesundheits- und Rehasport auf den Weg brachte. Die Abteilung erhält ein Preisgeld von 2500 Euro und nimmt am Landesentscheid um den Silbernen Stern teil. Auf Platz Zwei hatte die Jury die DLRG-Ortsgruppe Mühlheim gewählt, die 1500 Euro für ihr Projekt „Mühlheim lernt schwimmen“ erhielt. Dritte ist die TGS Hausen, deren Jugendleiter Benedict Weitzel die Idee vertrat, die Stadt mit einem großen Angebot an Breitensport zu bewegen. Die Gemeinschaft gewann 1000 Euro, während 17 Vereine je 200 Euro bekamen, 15 weitere eine Urkunde.

Beginnend mit einem Integrationsprojekt von Russland-Deutschen in einem Dorf im Hunsrück haben die Volks- und Raiffeisenbanken zusammen mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) einen Modellversuch in mehreren Regionen gestartet und die „Oscars des Sports“ geschaffen. Die „Sterne des Sports“ seien mittlerweile der wichtigste Breitensport-Wettbewerb der Republik, verkündete VVB-Sprecher Heberer bei der Feierstunde. Erster Bundessieger war 2003 der Budo-Club Mühlheim, der den Goldenen Stern für seine Integration von Schülern mit Behinderungen errang.

Mehr als drei Millionen Euro haben die Veranstalter seither mit dem Preis in die Vereinsarbeit investiert. 35 Vereine aus der Region reichten 2013 ihre Bewerbung ein. Vorstandsmitglied Michael Mengler sieht Menschen geehrt, die sich „mit großem Elan für andere einsetzen“. Der Banker zeigte sich beeindruckt, was die Gruppen auf die Beine stellen. In einer Zeit, in der oft Fernseher und Computer und nicht der Nachbar die einzigen „Gesprächspartner“ seien, brauche die Gesellschaft den Sport. „Sport hilft, Veränderungen zu bewältigen, die Aktiven spüren, willkommen und gebraucht zu sein“, sagte Mengler. „Vereine stiften Gemeinschaft“, für jeden dritten Bürger „machen sie das Leben lebenswerter“.

Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger (CDU) dankte dem Geldinstitut und den Juroren sowie den Vereinen. Erwin Kneißl vom Sportkreis Offenbach motivierte diese, an dem Wettbewerb teilzunehmen. Er hob den Aspekt der Integration hervor. Sie sei „nirgendwo leichter anzugehen als im Sport“. Im Programm schlugen Johannes Schüler und Marvin Kühne eine Brücke vom Sport zum Karneval. Der Jugendpräsident beim Siegerverein TGS Jügesheim und der einstige Jugendprinz von der Gruppe Zickzack trugen eine Büttenrede vor, beklagten, dass sich die Mütter nun unter die Freunde bei Facebook mischen und der amerikanische Geheimdienst für ihre Kommunikation interessiere. Auch die Jügesheimer TGS-Tänzerinnen Anna David und Sabrina Stark begeisterten.

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