Generationswechsel

Traditionsgaststätte bleibt in Familienhand

Familientradition im Nachtwächter: Zusammen mit seiner Frau Thekla und Söhnchen Paul übernimmt Markus Schmid das Restaurant seiner Eltern Horst und Erika Schmid.
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Familientradition im Nachtwächter: Zusammen mit seiner Frau Thekla und Söhnchen Paul übernimmt Markus Schmid das Restaurant seiner Eltern Horst und Erika Schmid.

Es kursieren viele Gerüchte über die Zukunft des Traditionslokals Nachtwächter in Obertshausen im Kreis Offenbach. Der Sohn der Wirtsfamilie, Markus Schmid, macht dem Rätselraten nun ein Ende.

Obertshausen – Urlaub, Lockdown oder gar pleite – derzeit brodelt es kräftig in der Gerüchteküche und die Frage nach der Zukunft des Nachtwächters. Seit Ende Januar sind die Türen des Obertshausener Traditionslokals an der Fünfhäusergasse geschlossen. Doch sollen sie es nicht auf Dauer bleiben kann Markus Schmid beruhigen.

Dessen Eltern Horst und Erika Schmid hatten das Traditionshaus vor rund zehn Jahren gepachtet und schnell zu einem beliebten Anlaufpunkt für Gäste auch weit über die Grenzen der Stadt hinaus gemacht. Nun tritt Sohn Markus in die Fußstapfen seiner Eltern und übernimmt das Gasthaus. Nach einigen Sanierungs- und Umbauarbeiten will er als neue Pächter und Küchenchef den Nachwächter Anfang Mai wieder eröffnen – so die Corona-Situation es bis dahin wieder erlaubt.

Tatkräftig unterstütz wird der 29-jährige Obertshausener dabei von seiner Frau Thekla, die sich nicht nur um den eineinhalbjährigen Sohn Paul – die dritte Generation der Wirtsfamilie – kümmert, sondern auch im Hintergrund die Verwaltungsarbeit übernimmt. Während der gelernte Koch sich als Küchenchef vor allem um die Gerichte kümmert, hat er als Serviceleiter einen guten Freund der Familie gewinnen können.

Obertshausen im Kreis Offenbach: Stammgäste kennen den neuen Chef schon

Für die zahlreichen Stammgäste ist Markus Schmid ohnehin ein alter Bekannter. „Ich bin mit der Gastronomie aufgewachsen“, sagt er. Schon als kleiner Steppke hat er viel Zeit bei meinem Vater in der Küche verbracht, nach seiner Kochausbildung neben dem Job als Küchenchef in Frankfurt hat er regelmäßig auch im Betrieb seiner Eltern mitgearbeitet, gerade zu Feiertagen, wenn der Laden voll war. „Von meinem Vater habe ich sehr viel gelernt“, erzählt er stolz.

Bei der Küche will Markus Schmid weiter auf das bewährte Konzept des Nachtwächters setzen und diesem seine eigene Note verleihen. „Die Küche bleibt gut bürgerlich, gepaart mit besonderer Raffinesse“, verspricht er. Ergänzt werden die bewährten „Klassiker“ auch mal durch Einflüsse aus der französischen Küche, selbst gemachte Pasta, aber auch mal mit Interpretationen von Innereiengerichten wie Kalbsbries und Co. „Ich will darauf achten, dass die Karte so klein bleibt, dass unsere Gäste auch wissen, dass wir alles frisch machen“, betont er. Frisch ist auch Schmids Maxime bei den Zutaten, die der Gastronom so weit wie möglich von Partnern aus der Umgebung beziehen möchte. Bei den Preisen soll es für die Gäste beim Gewohnten bleiben.

Viele neue Ideen bringt der 29-Jährige jedoch im Eventbereich mit, in dem er sich mittelfristig stärker aufstellen und auch mal Veranstaltungen mit 250 Gästen übernehmen will. Auch eigene Veranstaltungen sind geplant. „Ich bin schon ein bisschen Showmensch und verstecke mich nicht nur in der Küche“, sagt er und lacht. Und so werden seine Gäste ihn wohl regelmäßig auch hinter dem Grill im kleinen Biergarten des Restaurants, bei Show-Cooking-Abenden oder anderen Events im Nachtwächter sehen können. „Aber da will ich noch nicht zu viel verraten“, betont er. (Thomas Holzamer)

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