„Mit einem weinenden und einem lachenden Auge“

Awo verabschiedet langjährige Mitarbeiterinnen in den Ruhestand

Rita Hecker (rechts) und Birgit Ullbrich (links) wurden würdevoll verabschiedet.
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Rita Hecker (rechts) und Birgit Ullbrich (links) wurden würdevoll verabschiedet.

„Meistens hat, wenn zwei sich scheiden, einer etwas mehr zu leiden.“ Oder eine: Diesmal war es Siliva Acemi vom Vorstand der Arbeiterwohlfahrt Obertshausen (Awo). Mit der Erkenntnis von Wilhelm Busch verabschiedete sie jetzt in der Sozialstation im Ingeborg-Kopp-Haus gleich zwei treue Mitarbeiterinnen in den Ruhestand: Rita Hecker und Birgit Ullbrich.

Obertshausen – Komplett geimpft und frisch getestet trafen sich Kolleginnen, die Leitungsriege und einige Bewohner zu einer kleinen Feierstunde im Aufenthaltsraum. „Ohne Mitarbeiterinnen, die sich tagtäglich motiviert und engagiert für die Interessen und Wünsche ihrer Kunden einsetzen, wird kein Geschäftsbetrieb erfolgreich sein“, betonte die neue Vorsitzende. „Im Laufe der Zeit wuchs die Awo zu einem Team und zu einer kleinen Unternehmensfamilie zusammen“, resümierte sie. „Umso schwerer fällt es dann, wenn jemand die Gemeinschaft verlässt.“

Diesmal waren es gleich zwei, die Acemi „mit einem weinenden und einem lachenden Auge“ entließ. „Es fällt uns nicht leicht, sie ziehen zu lassen“, gestand die Sprecherin, freute sich aber auch mit den Damen, für die jetzt „ein neuer und spannender Lebensabschnitt beginnt, den beide ganz sicher genießen werden“. Dazu erhielten die Scheidenden Urkunden, Präsente und viele gute Wünsche.

Rita Hecker war 31 Jahre bei der Awo in Obertshausen tätig. Die Hausenerin erlernte den Beruf der Kranken- und Altenpflegerin, war zunächst bei den Diakonissen in Frankfurt beschäftigt. Über ein Seniorenwohnheim der Stadt Offenbach kam sie 1991 zur Awo, die damals noch an der Otto-Wels-Straße, direkt am Bahnhof, ihre Büros unterhielt. „Die Arbeit mit Menschen ist mein Leben, die Reaktionen und die Dankbarkeit sind nicht aufzuwiegen“, betonte Rita Hecker.

Ähnlich sieht das ihre bisherige Kollegin Birgit Ullbrich. An der örtlichen Georg-Kerschensteiner-Schule absolvierte sie eine Ausbildung zur Groß- und Einzelhandelskauffrau und war in diesem Beruf in Frankfurt tätig. Nach der Kindererziehung bewarb sie sich als Verkäuferin, „da haben sie mich wegen meines Alters abgelehnt“, erinnert sich die Rentnerin noch gut.

Sie betreute zunächst ihre pflegebedürftigen Eltern. Mit diesen Erfahrungen kam sie zum Malteser Hilfsdienst an der Bieberer Straße und begann als Pflegeassistentin, wechselte nach einem Praktikum zur Awo. (Von Michael Prochnow)

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