Unterstützung von Experten

Mitarbeiter des Arbeiter-Samariter-Bundes weisen Lehrer und Hesse-Schüler in Schnelltests ein

Stäbchen in die Nasenlöcher: Mitarbeiter des ASB nehmen Proben in der Hermann-Hesse-Schule.
+
Stäbchen in die Nasenlöcher: Mitarbeiter des ASB nehmen Proben in der Hermann-Hesse-Schule.

Nach Ostern ist alles anders. Ein Test macht Schule, der Schnelltest auf das Coronavirus, und nur wer das lange Wattestäbchen in der Nase hatte, kann am Unterricht teilnehmen. Das Besondere an der Hermann-Hesse-Schule (HHS): An zwei Tagen nehmen zwei Mitarbeiter des Arbeiter-Samariter-Bunds (ASB) in Offenbach die Proben. Von heute an müssen die Mädchen und Jungen Im Hasenwinkel die Prozedur eigenhändig vornehmen.

Obertshausen - „Wir haben bei mehreren Organisationen nachgefragt“, berichtet Sven Köhler. Bei den meisten seien bereits alle Kräfte ausgebucht. Fündig geworden ist der Stufenleiter der Gesamtschule beim ASB: Peter Steinfadt ist sonst im Katastrophenschutz tätig, für Qualitätsmanagement und Pressearbeit, und führt nun Stäbchen in Nasenlöcher. Einen zweiten Stand betreut der Student Johannes Käßmaier. „Die Uni bietet sowieso nur Online-Veranstaltungen“, erklärt er seine Möglichkeit, an der Aktion mitzuwirken.

„Wir schulen sonst Lehrkräfte an den Paten-Schulen, an denen der ASB die Schulkindbetreuung führt.“ Das sind 15 Einrichtungen zwischen Friedberg, Karben, Offenbach und Dietzenbach. Für zwei Tage haben die Experten ihr Equipment in einem der Container auf dem Schulhof aufgestellt, um die Jugendlichen auf das Virus hin zu überprüfen.

„Momentan sind nur die fünften und sechsten Klassen im Haus, die Abschlussklassen der Jahrgangsstufen 9 und 10 sowie die Intensivklassen“, lehrt Köhler, „rund 450 von mehr als 1000 Schülern“. Eine Gruppe nach der anderen versammelt sich vor den Räumen, die derzeit nicht für Deutsch, Mathe oder Englisch gebraucht werden. Vorm Eingang erhält jeder von dem Mitglied der Schulleitung zwei Klebezettel mit derselben Nummer drauf – eine bleibt beim Test, die andere beim Schüler. „Sollte jemand positiv sein, rufen wir nur die Nummer aus, nicht den Namen“, erläutert der Pädagoge das System. Aber bis gestern Vormittag schien niemand infiziert.

„Im Testen liegt ein wichtiges Instrument, um massenhafte Quarantänen sowie Klassen- und Schulschließungen zu verhindern und die Gesundheit der gesamten Schulgemeinde samt ihrer Angehörigen zu schützen“, betont Köhler. Die Maßnahmen wurden in der Vergangenheit nach Erkrankungen an zahlreichen Ausbildungsstätten angeordnet. In der vergangenen Woche hatte die Hessische Landesregierung eine Testpflicht für alle Schüler verkündet.

Danach darf nur am Unterricht teilnehmen, wer entweder einen negativen Schnelltest in der Schule macht oder ein entsprechendes Ergebnis vorlegen kann, das nicht älter als 72 Stunden ist. „Es war uns ein Bedürfnis, sowohl die jungen Leute als auch die Lehrkräfte bei den ersten Tests durch Fachkräfte zu unterstützen und in die Handhabung einzuweisen“, sagt der Organisator zur Kooperation mit dem ASB.

Seit heute nimmt jedes Mitglied der Hesse-Schulgemeinde die Tests, wie von der Landesregierung vorgesehen, zweimal wöchentlich unmittelbar vor Unterrichtsbeginn im Klassenraum selbst vor. Und auch dabei kann die Schule auf Unterstützung zählen. Köhler: „Wir sind in der glücklichen Lage, einen Arzt als Elternbeiratsvorsitzenden zu haben, der von Anfang an in die Planungen einbezogen war und sich bereit erklärt hat, die Tests zu begleiten und als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen.“ Kräfte des ASB und des Malteser-Hilfsdienstes stehen im täglichen Wechsel zur Begleitung des Testens bereit.

„Die Entwicklung und Umsetzung der Teststrategie erforderte Kreativität, Überzeugungskraft und Pragmatismus“, heißt es. Alle Lösungswege haben Stärken und Schwächen, „aber jede Strategie ist besser als gar keine“, zeigt sich der Sprecher überzeugt vom Erfolg der Schülertests. (Michael Prochnow)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare