„Mitarbeiter trifft keine Schuld“

Akteneinsichtsausschuss zur Sanierung des Hartplatzes in Obertshausen legt Bericht vor

Bereits kurz nach dem Abschluss der Sanierung musste die Stadt den Tennenplatz im Sportzentrum an der Badstraße wieder sperren. 
Archivfoto: Häsler
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Bereits kurz nach dem Abschluss der Sanierung musste die Stadt den Tennenplatz im Sportzentrum an der Badstraße wieder sperren. Archivfoto: Häsler

Für ein persönliches Fehlverhalten seitens eines Mitarbeiters der Stadtverwaltung oder des Magistrates habe man keinen Anhaltspunkt eindeutig feststellen können. Das stellt der Akteneinsichtsausschuss, der sich mit der mangelhaften Sanierung des Tennenplatzes im Sportzentrum beschäftigt hat, in seinem nun vorgelegten Abschlussbericht fest.

Obertshausen – Der in die Jahre gekommene Platz war saniert worden, musste jedoch kurz darauf aufgrund von Mängeln wieder gesperrt werden (wir berichteten). So fließt Regenwasser wegen einer zu hohen Verdichtung eines Teils der dynamischen Schicht unter dem Deckbelag nicht richtig ab. Zudem weist die Deckschicht eine zu geringe Schürffestigkeit auf. Die Behebung der Mängel, würde die Stadt nach ersten Schätzungen etwa 65 000 Euro kosten.

Uneinig sind sich die Ausschussmitglieder derweil bei der Frage der Verantwortung für den Schaden. So heißt es in dem Bericht: „Ein Teil der Ausschussmitglieder hat die Ansicht vertreten, dass die mögliche Ursache für die Probleme des Hartplatzes darin liege, dass vom Leistungsverzeichnis abgewichen worden sei. Diese bemängelte Abweichung habe darin bestanden, dass nicht die vollständige Tennendeckschicht abgetragen und die darunterliegende dynamische Schicht nicht geprüft und teilweise getauscht wurde, wie es in den beiden vorliegenden Gutachten beschrieben worden sei.“ Ein Teil des Ausschusses sehe daher den von der Stadt beauftragten Projektleiter in der Verantwortung.

Neben der Einsicht in die Akten hatte auch der Magistrat in einem Bericht Stellung zu den Fragen der Fraktionen genommen und der Darstellung widersprochen, dass von der ursprünglichen Planung abgewichen worden sei. Vielmehr hätten es die Beteiligten – auch vor dem Hintergrund der Kosten – für ausreichend erachtet, die oberste Tennen-Deckschicht zu erneuern. Zumal es sich bei den geplanten Arbeiten um eine Sanierung und nicht um eine Neuerrichtung gehandelt habe. Das Leistungsverzeichnis der Ausschreibung habe einen Abtrag der Deckschicht“ bis zu sieben Zentimeter“ vorgesehen. „Aufgrund der Befunde wurde es für ausreichend erachtet, weniger Zentimeter der Deckschicht abzutragen, um einen Zustand herzustellen, welcher der DIN-Norm entspricht“, heißt es im Abschlussbericht weiter. Dadurch seien die Kosten der Maßnahme optimiert worden. Die späteren Probleme seien nach Ansicht des Magistrats jedoch auf die darunterliegende dynamische Schicht zurückzuführen, die nicht Teil der Erneuerung war.

Auch der Akteneinsichtsausschuss habe keinen eindeutigen Fehler bei der Ausführung feststellen können, sodass kein zweifelsfreier Haftungsanspruch gegenüber einer der beteiligten Firmen gegeben wäre, erläutert Ausschussvorsitzender Walter Fontaine bei der Vorstellung des Abschlussberichtes. Zudem sei im Ausschuss auch diskutiert worden, ob letztlich auch die politische Entscheidung für die Sanierung des Platzes selbst, statt dessen Umwandlung in einen Kunstrasenplatz zur aktuellen Situation geführt habe.

„Für uns ist das, was da passiert ist, letztlich auch ein Ergebnis der parlamentarischen Beschlüsse“, formuliert CDU-Fraktionsmitglied Robert Huber. „Wenn man einen Platz 20 Jahre nur auf Erhalt fährt, darf man sich nicht wundern, wenn er dann kaputt ist“, ergänzt er.

Den Wunsch einiger Ausschussmitglieder, alle Unterlagen sowie den Abschlussbericht des Ausschusses einem Anwalt vorzulegen, um prüfen zu lassen, ob der Projektleiter für die Abweichung vom ursprünglichen Leistungsverzeichnis und deren Folgen verantwortlich sei, habe man jedoch als Empfehlung an die Stadtverordnetenversammlung aufgenommen, ergänzt Walter Fontaine. Einen dementsprechenden Antrag haben FDP und Bürger für Obertshausen für die kommende Sitzungsrunde gestellt. Beide Fraktionen sehen es als erwiesen an, dass vom ausgeschriebenen Leistungsverzeichnis abgewichen worden sei. (Thomas Holzamer)

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