Ein runder Bauch gewinnt

Modena-Club kürt die schönste Taube

Obertshausen - Manche singen, andere kicken – etwas seltener ist das Hobby, Modena-Tauben zu züchten. Dass Obertshausen ein Mekka für die Freunde der kugelrunden Vögel ist, kommt nicht von ungefähr: Werner Friedrich ist dort zu Hause. Er ist Vorsitzender des Bezirks Mitte im Modena-Club Deutschland und Gastgeber der jüngsten Sonderschau.

Werner Friedrich mit Modena-Taube, im Hintergrund die frühere Stadtverordnete Heide Heß.

Sie ist „mittelgroß, allseits gerundet kraftstrotzend, weist gleiche Proportionen zwischen Körperhöhe, -länge und -breite auf sowie eine waagerechte, gut ausbalancierte Körperhaltung“ – die Modena-Taube. 17 Züchter aus dem Bezirk Mitte zeigen in der Halle des neu gegründeten Geflügelzuchtvereins Obertshausen 330 der Tiere von auffälliger Form und Farbenspielen. Für die Bewertung liegen ganz konkrete Vorgaben vor, die von den Preisrichtern überprüft werden. So muss der Kopf des Vogels über eine breite, abgesetzte Stirn verfügen und einen gut ausgebildeten Hinderkopf vorweisen. Der höchste Punkt liegt über den Augen. Diese sind orangefarbig bis rot, bei den braunfarbigen Rassen heller. Der Schnabel ist mittellang, kräftig und der Gefiederfarbe angepasst sowie die Nasenwarzen sind kurz und flach.

Die für die Modena-Tauben typische Brust zeigt sich „breit hervortretend“ und „gut gerundet“, heißt es in der offiziellen Beschreibung. Exakt definiert sind auch Bauch, Rücken, Flügel, Schwanz, Läufe und Gefieder. Viel Arbeit und ein scharfen Blick müssen demnach Robert Becker, Claude Freund und der Europabeauftragte der Modenas, Jacky Grauss, an den Tag legen. Die drei Preisrichter sind eigens aus der Gegend um das französische Straßburg angereist, informiert Ausstellungsleiter Friedrich.

Michael Schmitt aus Mühlheim ist einer der Aktiven in der Bezirksgruppe. Er hat die Zucht bereits als Kind durch einen Bekannten kennen gelernt, erzählt er. Seine Vögel zieht er auf der Anlage des Geflügelzuchtvereins. Eine besondere Behandlung lasse er seinen Lieblingen nicht zukommen, auch das Futter bestehe aus einer fertigen Mischung. Wichtig sei aber, die Volieren der rund 50 Exemplare täglich zu säubern, lehrt er, „besonders während der Mauser“.

Rassentauben oder Brieftauben züchten

Üblicherweise wechseln die Tauben zwischen Ende November und Anfang Dezember ihr Federkleid. Je später also eine Ausstellung statt findet, desto größer sei die Chance auf gute Noten. Schmitt gewinnt mit einem Tier einen Sack Futter, gestiftet von der Landtagsabgeordneten Ulrike Alex. Unter den weiteren Sponsoren für die Sachpreise und Trophäen sind ihre Kollegen Ismail Tipi, Bundestagsabgeordneter Björn Simon und Ministerpräsident Volker Bouffier sowie Landtagsvizepräsident Frank Lortz, Obertshausens Parlamentschefin Julia Koerlin und die Spakasse Langen-Seligenstadt.

Den Leistungspreis auf sechs Jungtiere holt Bernd Beck aus Karben mit Vögeln des Schlags Modena Schietti rotfahl. Zuchtpreise auf vier junge oder ältere Tauben gingen an Ernst Backmann (Modena Gazzi schwarz) aus Rosbach, Werner Friedrich (Modena Schietti blau mit schwarzen Binden) aus Obertshausen und Dr. Ulf Schneider (Modena Magnani vielfarbig) aus Bad Vilbel.

Friedrich dankt den Teilnehmern und den Politikern, die großes Interesse an der Schau bezeugt haben. Der Termin „zwischen den Jahren“ sei ideal, zu diesem Zeitpunkt gewinne der größte Bezirk in Deutschland die meisten Züchter. (m)

Rubriklistenbild: © Prochnow

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare