Rekommunalisierung der Volkshochschule

Musikschule in anderer Hand

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Der Vorstand des Volksbildungswerks muss eine neue Satzung erarbeiten (von links): Vorsitzender Martin Stark, Ehrenvorsitzende Heide Heß, Beisitzerin Annette Battel und stellvertretender Vorsitzender Sigurd Wißmann.

Obertshausen - Die Jahreshauptversammlung ist richtungsweisend für das örtliche Volksbildungswerk gewesen. Einstimmig haben die Mitglieder den Vorschlag zur Rekommunalisierung angenommen. Von Burghard Wittekopf 

Zirka ein Drittel der 132 Mitglieder folgten der Einladung zur diesjährigen Hauptversammlung im Rathaus Beethovenstraße. Dabei geht es um ein richtungsweisendes Thema für das Volksbildungswerk Obertshausen: Sollen die Verwaltung der Musikschule und der Volkshochschule in städtische Hand gegeben werden? Seit seiner Gründung vereint das Volksbildungswerk die Volkshochschule und die Musikschule unter einem Dach. Der Verein finanzierte sich bisher aus Mitgliederbeiträgen, Kursgebühren und Spenden. Dazu kam ein fester Zuschuss, den die Stadt jährlich leistete. Der größere Teil davon floß in die Musikschule. Aufgrund des Zuschusses, des großen Kursangebots und des hohen Teilnehmerzuspruchs konnte der Vorstand – wie im vergangenen Jahr auch – einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen.

Bereits im Frühjahr hatte die Stadtverordnetenversammlung – auf Vorlage des Magistrats – einstimmig der Rekommunalisierung zugestimmt, um die Zukunft des Vereins, der tief in Obertshausen verwurzelt ist, auch auf viele weitere Jahre hin zu sichern. Laut Vorlage sollen die Volkshochschule und die Musikschule im Fachbereich Sport, Kultur und Bildung untergebracht werden. Aber was passiere mit dem Verein, wenn die Volkshochschule und die Musikschule an die Stadt übergeben werden? „Der Verein soll natürlich erhalten bleiben“, erläuterte Geschäftsführer Jürgen Hofmann. Er sehe aber eine Möglichkeit, dass der Verein die Stadt weiterhin tatkräftig und reichlich „unterstützen“ könne. So zum Beispiel an Schulen und anderen Institutionen. Eine neue Satzung müsste der Verein dafür allerdings erstellen.

So wirkt Musik auf unseren Körper

Der Vorstand teilte weiterhin mit, dass die Hauptamtlichen des Vereins von der Stadt übernommen werden. Mit den geringfügig Beschäftigten und den Honorarkräften werden Einzelgespräche geführt. Höchste Priorität habe der reibungslose Übergang in städtische Hände und der Erhalt des Tagesablaufs. Und was ist mit dem Inventar: „Das bleibt im Verein“, sagte Hofmann. Mit nur einer Enthaltung stimmten die Mitglieder der Rekommunalisierung zu. Ebenfalls Bestandteil der Jahreshauptversammlung waren Neuwahlen. Heide Heß, die 32 Jahre dem Vorstand angehörte und davon 15 Jahre den Vorsitz des Vereins führte, kandidierte nicht mehr. Dagegen stand der Vorschlag, Heß zur Ehrenvorsitzenden zu ernennen.

Zum Vorsitzenden wurde Martin Stark berufen, Sigurd Wißmann sein Stellvertretender. Erste Beisitzerin ist nun Annette Battel. Sie wurden jeweils einstimmig bei Selbstenthaltung gewählt. Ohne Gegenstimme wurde die bisherige Vorsitzende Heide Heß als Ehrenvorsitzende des Vereins gewählt. „Heute geh" ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge nach Hause“, sagte Heß. „Ich freue mich natürlich, dass ich als Ehrenvorsitzende meine Erfahrung weiterhin in den Verein einbringen darf.“ Aber die Arbeit wird ihr fehlen, denn es habe ihr großen Spaß gemacht, für den Verein zu arbeiten.

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