Musikschule: Keine Abstriche am Angebot

Obertshausen - Soll die Stadt Obertshausen auch künftig jährlich rund 300.000 Euro als Zuschüsse ans Volksbildungswerk (Vbw) und die Musikschule Obertshausen zahlen, damit die Einrichtungen ihren Bildungsauftrag erfüllen können? An dieser Frage scheiden sich in Obertshausen derzeit die Geister. Von Karl-Heinz Otterbein

„Nein“, sagen etwa Rudolf Schulz, Manfred Christoph und Martin Stark, Fraktionschef, Vereinsvorsitzender und Vorsitzender des Kompetenzteams „Soziales und Kultur“ der „Bürger für Obertshausen“, die das derzeit als eingetragener Verein bestehende Volksbildungswerk wieder zurück an die Stadt übertragen wollen. „Ja“, sagen dagegen die Stadtverordneten-Vorsteherin Heide Heß (CDU) in ihrer Eigenschaft als Vorsitzende des Vbw, ihr Stellvertreter Jürgen Krapp, Musikschulleiter Dietmar Schrod und Bürgermeister Bernd Roth. Zum „Ja“ rät auch Landrat Oliver Quilling, denn der Kreis könne die Aufgaben des Volksbildungswerks in Obertshausen nicht übernehmen, jedenfalls nicht ohne von der Stadt übernommene Aufgaben in Rechnung zu stellen. Die Stadt könne sich nicht aus ihrem Bildungsauftrag vor Ort verabschieden.

Quilling und Roth widersprachen bei einem Pressegespräch zudem der Auffassung der „Bürger“, dass die Arbeit des Volksbildungswerks, etwa von den Schulen, günstiger geleistet werden könne. „Die Verwaltung der Volkshochschule im Volksbildungswerk ist garantiert nicht teurer als bei anderen Volkshochschulen oder Bildungseinrichtungen“, sagte Jürgen Krapp. „Tatsache ist, dass die meisten Kosten zu Lasten der Musikschule gehen, weil dort natürlich viele hauptamtliche Lehrkräfte benötigt werden.“

Einen ausgezeichneten Ruf

Die Musikschule habe aber auch einen ausgezeichneten Ruf und die Kosten sei mit der Durchführung von Musikunterricht und zahlreichen gut besuchten Veranstaltungen wohl begründet, so Heide Heß. „Fakt ist, dass der städtische Zuschuss nur zu einem minimalen Teil in die Organisation der Volkshochschule.“ Größere Summen könne man nur einsparen, wenn man Angebote streiche, so die Vbw-Vorsitzende. Doch das werde nicht gefordert. So könnten die vermeintlichen Sparvorschläge seitens der „Bürger“ zu einem Schildbürgerstreich geraten.

Andere Vorschläge aus der Politik würden zudem bereits umgesetzt. „Die Kurse der Volkshochschule sollen künftig stärker mit den Vereinen abgestimmt werden“, erläuterte Heide Heß. „Gerade erst wurde vor diesem Hintergrund in Gesprächen zwischen dem Volksbildungswerk und dem Vereinsring Obertshausen über die Angebote und eine mögliches Konkurrenz zu Vereinsveranstaltungen gesprochen.“

Kürzungen beim Vbw lehne sie jedoch kategorisch ab, so Heß. „Wenn unsere kritiker die Angebote der Musikschule und der Volkshochschule ion Obertshausen zusammenstreichen wollen, sollen sie das auch ehrlich sagen“, so Heide Heß. „Ich halte ein solches Vorgehen jedoch für Unklug.“

Rubriklistenbild: © Pixelio.de/Klaus Uwe Gerhardt

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