Aus dem Schatten an die Spitze

Nachwuchshoffnung Laura Schulz geht in Obertshausen für die BfO auf Listenplatz eins ins Rennen

Laura Schulz, Spitzenkandidatin der BfO.
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Laura Schulz, Spitzenkandidatin der BfO.

Fünf Parteien, fünf starke Frauen und drei davon auf Platz eins der Kandidatenlisten. Die erste Garde in Obertshausens Lokalpolitik dürfte mit der Kommunalwahl am Sonntag, 14. März, nicht nur jünger, sondern auch weiblicher werden. Dabei sind die Kandidatinnen auf den vorderen Listenplätzen trotz ihres jungen Alters längst keine Unbekannten mehr in der Stadt.

Obertshausen - In loser Reihenfolge stellen wir die fünf „Spitzenkandidatinnen“ vor. Unsere Serie endet mit Laura Schulz, Spitzenkandidatin der Bürger für Obertshausen und zugleich Kandidatin der Freien Wähler für den Kreistag.

Sie ist das jüngste Mitglied in der Stadtverordnetenversammlung und gewissermaßen das „Nesthäkchen“ der Bürger für Obertshausen (BfO). Jener Fraktion, die aktuell noch ihr Vater und Ex-Bürgermeisterkandidat Rudolf Schulz anführt. Doch bei der Kommunalwahl am Sonntag, geht Laura Schulz als Spitzenkandidatin für die „Bürger“ ins Rennen. Zugleich bewirbt sich die 26-jährige Obertshausenerin auch für die Freien Wähler um einen Sitz im nächsten Kreistag.

Bei der Wahl zur Stadtverordnetenversammlung haben die Bürger diesmal ihre jüngeren Mitglieder auf die vorderen Listenplätze gesetzt, damit auch nach außen einen Generationenwechsel eingeläutet wird. Die Entscheidung dazu fiel bei der jüngsten Mitgliederversammlung der BfO im Herbst einstimmig. „Bei uns hat es noch nie eine Diskussion über Junge an der Spitze gegeben“, freut sich Laura Schulz. Ganz im Gegenteil habe sie gerade in der Fraktionsarbeit von den langjährigen Mitgliedern viel gelernt. „Vor allem den Haushalt richtig zu lesen und verstehen zu können“, erzählt die 26-Jährige.

Von heute auf morgen sei die Entscheidung für die BfO seinerzeit dennoch nicht gefallen - auch wenn oder gerade weil an deren Spitze schon damals ihr Vater Rudolf steht. „Schließlich sind auch wir uns nicht immer einig über den besten Weg“, betont Laura Schulz. Und so ist sie aus dessen Schatten längst herausgetreten, kümmert sich federführend um den Wahlkampf der BfO, der coronabedingt überwiegend digitale stattfinden musste. Und kandidiert für das Bündnis der Freien Wähler auch auf Kreisebene. „Da finde ich es schon manchmal schade, dass mich nach fünf Jahren, die ich nun als Stadtverordnete aktiv bin, der ein oder andere immer noch nur als ‚die Tochter von …‘ sieht“, sagt sie. Dabei vergesse so manch älterer Parlamentskollege gerne, dass auch er selbst irgendwann einmal neu in der Politik war.

„Als ich mein Abi gemacht habe, waren viele Mitschüler um mich herum politikverdrossen, vor allem was die Kommunale Ebene angeht; das fand ich schade“, erzählt sie. „Natürlich war ich selbst auch etwas kritisch, aber gerade in der Stadtverordnetenversammlung habe ich die Chance, mit eigenen Ideen und Anträgen direkt vor meiner Haustür etwas zu bewirken und zu verbessern.“ Diese Chance sehen viele nicht, ist sie sicher.

Also wälzte Laura Schulz verschiedene Parteiprogramme und wurde letztlich bei den Jungen Freien Wählern (JFW) fündig, deren Landesvorsitzende sie inzwischen ist. „Mich hat an Politik immer gestört, dass es in vielen Fällen eher um Macht als um die Sache geht“, sagt die Studentin der Medien- und Politikwissenschaften. „Ich will jedoch für Sachpolitik stehen, über Ideen diskutieren und gemeinsam einen guten Konsens finden. Wir sollten uns als Stadtverordnete trotz unterschiedlicher Meinungen und aller politischen Spitzen trotzdem in gewisser Weise auch als Team sehen, schon für unsere Bürger hier in Obertshausen.“

Ihr Steckenpferd ist die Bildungspolitik. Damit will Laura Schulz vor allem etwas für ihre Generation und die nachfolgenden erreichen. Denn gerade bei der Suche nach bezahlbarem Wohnraum und einem Kitaplatz suchen junge Paare in Obertshausen und der Umgebung nicht selten vergebens. „Wir wussten schon 2017 vom Kreis, dass der Bedarf an Kitaplätzen steigen würde“, betont die 26-Jährige. „Das wurde lange verschlafen“, findet sie und versteht auch die Eltern, die nun keinen Platz finden und deswegen wütend und teils verzweifelt seien.

Für die Wahl am Sonntag hofft Laura Schulz drauf, dass es nach dem Aus der Großen Koalition Ende 2019 und seitdem wechselnden Mehrheiten wieder für ein dauerhaftes Bündnis in der nächsten Stadtverordnetenversammlung reicht. „Gleich wer das dann ist, aber wir brauchen einen klaren Kurs und gemeinsame Ideen für die Zukunft unserer Stadt“, ist sie überzeugt. „Das sind wir auch unseren Bürgern schuldig!“ (Von Thomas Holzamer)

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