Bilanz: Seit einem Jahr sammelt Obertshausen Biomüll

Von Klappen und Tonnen: Es gibt neue Altpapiercontainer

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So sehen die neuen Straßencontainer für Altpapier aus.

Obertshausen - Sind die neuen Papiercontainer Müll? Bürger beschweren sich über enge Einwurfschlitze und eingeklemmte Finger. Die Stadt begründet die schmalen Klappen mit Sicherheit und Ordnung. Von Eva-Maria Lill 

Außerdem zieht Erster Stadtrat Hubert Gerhard Bilanz: Obertshausen hat seit einem Jahr die Biotonne. An der Birkenwaldstraße gibt es sie schon, auch am Rathaus quetschen Bürger Kartons und Pappe bereits hinter Metall. Bald sollen die neuen Altpapiercontainer im gesamten Stadtgebiet stehen – das sind mehr als 40 Stück. Nicht alle Einwohner sind von Klappe statt Deckel begeistert. Im sozialen Netzwerk Facebook beschweren sich einige über Verletzungsgefahr für Finger und den umständlichen Einwurf. Selbst stark zerkleinert würden Kartons nicht durch die Öffnung passen. „Bei uns gab es keine Beschwerden“, sagt Erster Stadtrat Hubert Gerhards. Seit November tauscht die Stadt alt gegen neu. Die Container von SSI-Schäfer entsprechen mit einem Fassungsvermögen von 5000 Litern und den Klappen der DIN-Norm. „Nach Auskunft der Firma gab es in Deutschland in 25 Jahren keine Unfälle und Verletzungen aufgrund des Einwurf-Systems“, erläutert Gerhards weiter. Grund für die schmalen Klappen sei, dass keine Papierschnipsel vom Wind aus den Behältern geweht werden könnten. Außerdem verringere die Konstruktion das Eindringen von Sauerstoff. Eventuelle Brandherde – wie beispielsweise Zigaretten oder Silvesterfeuerwerk – hätten so keine Chance. Außerdem: Es regnet nicht rein.

„Es ist wichtig, dass Bürger Altpapier sammeln“, verdeutlicht Gerhards. Denn das gibt Geld: zwischen 80.000 und 90.000 Euro im Jahr. Der Betrag fließt dem Gebührenhaushalt Abfallwirtschaft zu und sorgt dafür, dass Müllgebühren niedriger bleiben. Weiterhin zieht Gerhards eine positive Bilanz zur Biotonne. Seit einem Jahr steht sie in Obertshausen. „Die Entsorgung ist viel günstiger“, erklärt der Erste Stadtrat. Kostet der Hausmüll 239 Euro pro Tonne, reichen bei Bioabfall 95 Euro. Unterm Strich bedeutet das für die Stadt Einsparungen in Höhe von 18.000 Euro.

Die Hausmüllmengen sind im vergangenen Jahr von 4350 auf 3490 Tonnen zurückgegangen. Insgesamt wurden 1220 Tonnen Biomüll gesammelt, 28 Prozent des gesamten Abfalls der Stadt. „Man kann davon ausgehen, dass rund 20 Prozent der bisherigen Restmüllmengen und 360 Tonnen Grünschnitt über die Biotonne entsorgen wurden“, sagt Gerhards. Löblich sei auch, dass Bürger fleißig Müll trennen, es gebe kaum Fehleinwürfe.

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